Peers Körper-Fabrik
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Maria A. Sinning, Jahrgang 1971, lebt mit ihrer Frau und ihren zwei Hunden im Norden Deutschlands. Anfangs war sie schwer von LongCovid und ME/CFS betroffen, inzwischen "nur noch" moderat bis mild.
Beiträge
80/2026 📖
Ich möchte heute über ein Buch sprechen, das mich tief erschüttert und gleichzeitig unglaublich berührt hat. „Peers Körper-Fabrik“ stellt die Krankheit ME/CFS metaphorisch dar. Ich finde, dass dieses Buch auch für Angehörige super ist, um diese Erkrankung endlich ein Stück besser verstehen zu können. Mir persönlich haben zwar einige der krasseren Symptome gefehlt, die gerade das ME in ME/CFS ausmachen (PEM wird zwar erwähnt, aber mir wurde darauf zu wenig eingegangen), aber trotzdem hilft das Buch einem gerade als Betroffene, dem elendigen Thema Pacing wieder mit ein bisschen mehr Frieden zu begegnen. An einer Stelle im Buch habe ich einfach nur noch geweint, weil es mich so sehr getroffen hat: „Schauen Sie“, begann er, „wir alle achten ununterbrochen auf unsere Werte, auf Anzeichen, auf Symptome. Wir verzichten von morgens bis abends und nachts auch noch. Die Kantine möchte unglaublich gern mal wieder einen Kuchen backen, die Ohren wollen Musik hören, die Putzkolonne liegt uns allen in den Ohren, wann sie das Bad putzen darf. Das ist echt anstrengend für alle. Und dann kommt Ihr Bruder zu Besuch, und Sie werfen alle Regeln über Bord: Er bekommt keinen Timer gestellt, Sie lassen vorher aufräumen, Sie rennen in die Küche, um einen Löffel zu holen – als könne Ihr Bruder sich den nicht selbst holen – und so weiter und so fort. Nach dem Besuch waren wir alle zu mehreren Tagen Crash verurteilt. Tagelang mussten alle die Kopfschmerzen aushalten, nur weil Sie Ihrem Bruder einen Löffel holen wollten!“ Sätze wie „und wahrscheinlich wird das Einteilen der Kräfte eine Lebensaufgabe“ und „Sie sind liebenswert, mit und ohne funktionierende Körper-Fabrik!“ haben mich echt berührt. 🥺 Ich finde, die Gesellschaft sollte viel offener gegenüber chronischen Erkrankungen sein. Es fehlt meist einfach die Akzeptanz und die Bereitschaft, hinzusehen. Wie oft hört man Sätze wie „Stell dich nicht so an“ oder „Wir sind alle mal müde“. Diese Vergleiche tun weh, weil sie die Schwere der Krankheit komplett unsichtbar machen. Ich wünsche mir so sehr, dass mehr getan wird, als nur wegzusehen. Wir brauchen Zuwendung, echte Forschung und die Anerkennung, dass unser Warten in der Dunkelheit kein Zustand ist, den man einfach so hinnehmen darf. Wir wollen uns nicht weiter so fühlen, als wären wir lebendig begraben worden. Das Buch hat mir auch geholfen, den Blick auf das Wichtigste nicht zu verlieren: Dass ich versuche, irgendwie symptomarm zu leben, auch wenn dieses Leben oft nicht wirklich lebenswert erscheint. Wenn du zu 95 % der Zeit hausgebunden bist, das Haus nur noch für Arzttermine verlässt und Freunde oder Familie seit Jahren kaum gesehen hast, wird man einsam. Umso wichtiger ist es, dass diese Krankheit endlich mehr Aufmerksamkeit erhält und wir eine Stimme bekommen. Ich stehe am Anfang einer langen Reise, aber ich durfte auch so viel über mich selbst lernen in den letzten Jahren und dafür bin ich dankbar. Ich bin dankbar, dass ich immerhin noch lesen kann und damit ein jahrelang verstaubtes Hobby wiederbelebt habe. Dass ich in der Ruhe des Lebens Frieden finden kann, anstatt immer nur unterwegs zu sein. Aber vor allem bin ich unglaublich dankbar für diese App hier und die tollen Leute, die ich kennenlernen durfte. Mich hier über das Lesen austauschen zu können, gibt mir so unglaublich viel Kraft. ✨ Natürlich ist es hart, sich einzugestehen, dass man sich selbst, aber vor allem sein altes Leben begräbt. Aber genau deshalb ist es so wichtig, füreinander da zu sein. Hilfst du uns, laut zu sein? 🎗️ Wir werden vergessen, solange es keine Heilung gibt. Deshalb ist der internationale ME Awareness Day am 12.05. so wichtig für uns. In Deutschland findet bereits am 09.05. in sämtlichen Bundesländern eine Liegenddemo statt. Da die meisten von uns keine Kraft mehr haben, selbst laut zu sein, brauchen wir eure Stimme! Schaut bitte auf www.liegenddemo.de vorbei, ob eine Demo in eurer Nähe ist. 💙
Gut geschriebenes, hilfreiches Buch für Personen, die an ME/CFS erkrankt sind. Ich fühlte mich sehr verstanden
Peers Körper-Fabrik ist ein Buch von einer Betroffenen, die an LongCovid / ME/CFS erkrankt ist. Es ist absolut zu empfehlen für Erkrankte, da es in kurzen Kapiteln, etwas spielerisch / romanhaft, die Erkrankung und viele damit einhergehende Probleme beschreibt. Die dabei vorherrschenden Gefühle werden gut charakterisiert. Man fühlt sich sehr verstanden, und es gibt sehr viele hilfreiche Tipps und Erklärungen zum Umgang mit der Erkrankung. Auch für Angehörige einer erkrankten Person sicher hilfreich, um diese besser verstehen zu können. Klare Empfehlung, außerdem aktuell auf "neuestem Stand", da es erst 2025 erschienen ist.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Maria A. Sinning, Jahrgang 1971, lebt mit ihrer Frau und ihren zwei Hunden im Norden Deutschlands. Anfangs war sie schwer von LongCovid und ME/CFS betroffen, inzwischen "nur noch" moderat bis mild.
Beiträge
80/2026 📖
Ich möchte heute über ein Buch sprechen, das mich tief erschüttert und gleichzeitig unglaublich berührt hat. „Peers Körper-Fabrik“ stellt die Krankheit ME/CFS metaphorisch dar. Ich finde, dass dieses Buch auch für Angehörige super ist, um diese Erkrankung endlich ein Stück besser verstehen zu können. Mir persönlich haben zwar einige der krasseren Symptome gefehlt, die gerade das ME in ME/CFS ausmachen (PEM wird zwar erwähnt, aber mir wurde darauf zu wenig eingegangen), aber trotzdem hilft das Buch einem gerade als Betroffene, dem elendigen Thema Pacing wieder mit ein bisschen mehr Frieden zu begegnen. An einer Stelle im Buch habe ich einfach nur noch geweint, weil es mich so sehr getroffen hat: „Schauen Sie“, begann er, „wir alle achten ununterbrochen auf unsere Werte, auf Anzeichen, auf Symptome. Wir verzichten von morgens bis abends und nachts auch noch. Die Kantine möchte unglaublich gern mal wieder einen Kuchen backen, die Ohren wollen Musik hören, die Putzkolonne liegt uns allen in den Ohren, wann sie das Bad putzen darf. Das ist echt anstrengend für alle. Und dann kommt Ihr Bruder zu Besuch, und Sie werfen alle Regeln über Bord: Er bekommt keinen Timer gestellt, Sie lassen vorher aufräumen, Sie rennen in die Küche, um einen Löffel zu holen – als könne Ihr Bruder sich den nicht selbst holen – und so weiter und so fort. Nach dem Besuch waren wir alle zu mehreren Tagen Crash verurteilt. Tagelang mussten alle die Kopfschmerzen aushalten, nur weil Sie Ihrem Bruder einen Löffel holen wollten!“ Sätze wie „und wahrscheinlich wird das Einteilen der Kräfte eine Lebensaufgabe“ und „Sie sind liebenswert, mit und ohne funktionierende Körper-Fabrik!“ haben mich echt berührt. 🥺 Ich finde, die Gesellschaft sollte viel offener gegenüber chronischen Erkrankungen sein. Es fehlt meist einfach die Akzeptanz und die Bereitschaft, hinzusehen. Wie oft hört man Sätze wie „Stell dich nicht so an“ oder „Wir sind alle mal müde“. Diese Vergleiche tun weh, weil sie die Schwere der Krankheit komplett unsichtbar machen. Ich wünsche mir so sehr, dass mehr getan wird, als nur wegzusehen. Wir brauchen Zuwendung, echte Forschung und die Anerkennung, dass unser Warten in der Dunkelheit kein Zustand ist, den man einfach so hinnehmen darf. Wir wollen uns nicht weiter so fühlen, als wären wir lebendig begraben worden. Das Buch hat mir auch geholfen, den Blick auf das Wichtigste nicht zu verlieren: Dass ich versuche, irgendwie symptomarm zu leben, auch wenn dieses Leben oft nicht wirklich lebenswert erscheint. Wenn du zu 95 % der Zeit hausgebunden bist, das Haus nur noch für Arzttermine verlässt und Freunde oder Familie seit Jahren kaum gesehen hast, wird man einsam. Umso wichtiger ist es, dass diese Krankheit endlich mehr Aufmerksamkeit erhält und wir eine Stimme bekommen. Ich stehe am Anfang einer langen Reise, aber ich durfte auch so viel über mich selbst lernen in den letzten Jahren und dafür bin ich dankbar. Ich bin dankbar, dass ich immerhin noch lesen kann und damit ein jahrelang verstaubtes Hobby wiederbelebt habe. Dass ich in der Ruhe des Lebens Frieden finden kann, anstatt immer nur unterwegs zu sein. Aber vor allem bin ich unglaublich dankbar für diese App hier und die tollen Leute, die ich kennenlernen durfte. Mich hier über das Lesen austauschen zu können, gibt mir so unglaublich viel Kraft. ✨ Natürlich ist es hart, sich einzugestehen, dass man sich selbst, aber vor allem sein altes Leben begräbt. Aber genau deshalb ist es so wichtig, füreinander da zu sein. Hilfst du uns, laut zu sein? 🎗️ Wir werden vergessen, solange es keine Heilung gibt. Deshalb ist der internationale ME Awareness Day am 12.05. so wichtig für uns. In Deutschland findet bereits am 09.05. in sämtlichen Bundesländern eine Liegenddemo statt. Da die meisten von uns keine Kraft mehr haben, selbst laut zu sein, brauchen wir eure Stimme! Schaut bitte auf www.liegenddemo.de vorbei, ob eine Demo in eurer Nähe ist. 💙
Gut geschriebenes, hilfreiches Buch für Personen, die an ME/CFS erkrankt sind. Ich fühlte mich sehr verstanden
Peers Körper-Fabrik ist ein Buch von einer Betroffenen, die an LongCovid / ME/CFS erkrankt ist. Es ist absolut zu empfehlen für Erkrankte, da es in kurzen Kapiteln, etwas spielerisch / romanhaft, die Erkrankung und viele damit einhergehende Probleme beschreibt. Die dabei vorherrschenden Gefühle werden gut charakterisiert. Man fühlt sich sehr verstanden, und es gibt sehr viele hilfreiche Tipps und Erklärungen zum Umgang mit der Erkrankung. Auch für Angehörige einer erkrankten Person sicher hilfreich, um diese besser verstehen zu können. Klare Empfehlung, außerdem aktuell auf "neuestem Stand", da es erst 2025 erschienen ist.





