Nullzone

Nullzone

Hardcover
4.35

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Beschreibung

Alles steht Kopf in den 22 Stockwerken des Kratzer. Das schiefe Hochhaus mit Sozialwohnungen in einem Wiener Stadtentwicklungsgebiet soll einem futuristischen Luxus-Immobilienprojekt weichen. Völlig unterschiedliche Lebensentwürfe treffen aufeinander, als Hausmeisterin Elfi eine Unterschriftenaktion startet und Paketbote Rachid mehr oder weniger freiwillig in der #jesuiskratzer-Bewegung dagegen protestiert. Auf der anderen Seite steht der Zukunftsforscher Gabor, der sich mit seiner Frau einen neuen Lebensabschnitt in einer KI-Wabe gönnen will, jedoch mehr und mehr an dem Projekt, seiner Beziehung und seinem ganzen Leben zu zweifeln beginnt. Isabella Straub hat sich eine extrem unterhaltsame Geschichte ausgedacht, die die Schicksale der drei Haupt-Charaktere miteinander verwebt und existenzielle Fragen stellt. Gibt es ein Grundrecht auf Wohnen? Und wie viel brauchen wir eigentlich zum Leben? Dabei schlüpft sie sprachlich in die Rollen ihrer Figuren und nähert sich ihnen so stark, dass man beim Lesen immer wieder laut auflachen muss.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
380
Preis
25.70 €

Autorenbeschreibung

Isabella Straub, 1968 in Wien geboren, lebt und arbeitet in Klagenfurt und Wien. Die ehemalige Journalistin und Werbetexterin studierte Germanistik und Philosophie. Sie veröffentlichte bisher drei Romane bei Blumenbar: „Südbalkon“, „Das Fest des Windrads“ und „Wer hier schlief“. Die Autorin wurde vielfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet wie z.B. dem FM4 Wortlaut-Literaturpreis und dem Walter-Serner-Preis.

Beiträge

2
Alle

Mit „Nullzone“ legt Isabella Straub eine kluge, pointierte Satire vor, die mit scharfem Blick auf soziale Ungleichheiten, Gentrifizierung und die absurden Versprechen des Immobilienmarkts schaut. Doch hinter der bissigen Gesellschaftskritik steckt ein zutiefst menschlicher Roman über drei grundverschiedene Figuren, die alle auf ihre Weise nach Halt und Zugehörigkeit suchen – in einer Stadt, die sich rasant verändert. Das Hochhaus „Kratzer“ steht im Mittelpunkt des Geschehens – ein Sozialbau, der buchstäblich ins Wanken gerät, weil nebenan die Baugrube für ein futuristisches Wohnprojekt ausgehoben wird. Die luxuriösen, 3D-gedruckten Wohnwaben sollen das Wohnen der Zukunft revolutionieren. Doch zuerst muss der Kratzer weichen – und mit ihm seine Bewohner*innen. Drei Menschen stehen im Zentrum dieser Geschichte. Elfi, die pragmatische Hausmeisterin des Kratzers, die mit Waschmünzen, Rattenbekämpfung und einer Sammlung von Tablettenblistern ihren Alltag bestreitet. Sie kämpft gegen die drohende Räumung und ihre eigene Vergangenheit an. Rachid, ein Paketzusteller mit großen Träumen, der sich mit den Widrigkeiten seines Jobs herumschlägt, von einer eigenen Familie und einer selbstständigen Zukunft als Drohnenzusteller fantasiert. Und Gabor, ein Zukunftsforscher mit Lebenskrise, der nicht nur mit seinen gesundheitlichen Werten, sondern auch mit der Idee hadert, in eine der seelenlosen Wohnwaben zu ziehen, während er seine geliebte Altbauwohnung hinter sich lassen soll. Während sich die Ereignisse zuspitzen, die Medien auf den Protest der Kratzer-Bewohner aufspringen, und sich das Hochhaus immer weiter neigt, geraten auch die Leben von Elfi, Rachid und Gabor zunehmend aus dem Gleichgewicht. Isabella Straub schafft es meisterhaft, die großen Themen unserer Zeit – Stadtentwicklung, Gentrifizierung, soziale Ungleichheit – in eine lebendige, humorvolle Geschichte zu verpacken. Sie erzählt multiperspektivisch, und jede Figur bekommt eine eigene, unverwechselbare Sprache: Gabor spricht in reflektierten, intellektuellen Sätzen, während Rachids Kapitel von einer rotzigen Direktheit geprägt sind. Elfi hingegen begegnet uns mit einem ruhigen, lakonischen Ton. Trotz aller Satire ist „Nullzone“ ein zutiefst menschliches Buch. Die Figuren sind skurril, aber nie bloßgestellt, ihre Sorgen real und berührend. Man lacht und leidet mit ihnen gleichermaßen. Straubs scharfer Blick für Details macht den Roman zu einem ebenso unterhaltsamen wie nachdenklichen Lesevergnügen. „Nullzone“ ist eine temporeiche, unterhaltsame und zugleich tiefgründige Satire über eine Gesellschaft im Umbruch. Isabella Straub seziert die Widersprüche zwischen Fortschritt und sozialer Realität, zwischen luxuriösen Wohnvisionen und dem Kampf um bezahlbaren Wohnraum. Ein Roman, der klug, komisch und unbedingt lesenswert ist!

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4

Humoristisch und klug erzählt, liest sich Straubs Roman sehr zügig. Die Geschichte bleibt kompakt, bietet aber in ihrer zeitlichen Ausschnittlichkeit einen berührenden Einblick in das Leben der drei Protagonisten, deren Leben sich mehr und mehr verwebt.

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