Mai 1945: Das absurde Ende des »Dritten Reiches«

Mai 1945: Das absurde Ende des »Dritten Reiches«

Hardcover
4.03

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Beschreibung

Das Ende des nationalsozialistischen Deutschen Reichs scheint klar verortet: Am 7. bzw. 9. Mai wird die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Damit war zwar der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende, noch nicht aber waren Wehrmacht und »Drittes Reich« endgültig untergegangen. Nicht jeder bekam sogleich mit oder wollte mitbekommen, dass alles zu Ende war. Manche kämpften weiter, Hinrichtungen von »Deserteuren« gab es noch massenhaft. Manche versuchten sich abzusetzen, begingen Selbstmord oder gerierten sich als Unbeteiligte wie Albert Speer. Großadmiral Karl Dönitz, der »Nachfolger Adolf Hitlers«, gab noch am 18. Mai einen Tagesbefehl an die Wehrmacht heraus. Am 23. Mai wurden er und andere Mitglieder der geschäftsführenden Reichsregierung in Mürwik bei Flensburg festgenommen. Am gleichen Tag beging SS-Chef Heinrich Himmler in Lüneburg Selbstmord.


Gerhard Paul führt uns in Wort und Bild souverän die letzten vier absurden Wochen des zerbröselnden Reichs vor Augen, zwischen tragikomischen Momenten und brutalem Untergang. Seine Darstellung verbindet erstmals die Perspektiven der Täter, Mitläufer und Opfer, der Besiegten und der Sieger, der Akteure und der Zuschauer miteinander. Ein außergewöhnliches Buch zum 80-jährigen Ende der Nazi-Herrschaft.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Geschichte & Archäologie
Format
Hardcover
Seitenzahl
336
Preis
28.80 €

Autorenbeschreibung

Der Historiker Gerhard Paul ist in Deutschland der Pate des sogenannten 'Visual Turns' und Vater der Bildgeschichtsschreibung (Visual History). Er hat zahllose grundlegende Werke zur Bildergeschichte des 20. Jahrhunderts geschrieben. Zugleich ist er einer der profiliertesten Kenner der Geschichte des NS-Regimes.

Beiträge

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»Als einige englische Soldaten dann unsere Fahne vom Dach holten, begriffen wir, dass das ›Dritte Reich‹ nun tatsächlich zu Ende war.«

Am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation, doch das ›Dritte Reich‹ unter der Nachfolgeregierung des Großadmirals Karl Dönitz blieb noch einige Tage, bis zum 23. Mai, bestehen. Dieser Tag markierte, mit der Verhaftung von 420 Mitglieder dieser Regierung sowie etwa 5000 Wehrmachtssoldaten durch die Briten, das Ende. Doch was genau zwischen Hitlers Selbstmord, der Kapitulation und dem 23. Mai geschah, dem widmet sich der Historiker Gerhard Paul in diesem Buch. Es war eine Zeit großen Umbruchs. Nicht wenige wechselten ihre Identitäten, während andere Suizid begingen, darunter Goebbels, der gemäß Hitlers Testament als neuer Reichskanzler vorgesehen war. Trotz Verbots aller nationalsozialistischen Symbole und Hitlers Tod, blieben Hakenkreuz und Hitlergruß fester Bestandteil. Dabei verlegten sich die Dienstsitze der Regierung nach Flensburg, insbesondere auf das Gelände der Marinekriegsschule des Stadtteils Mürwik. Auch wenn man anderes vermutet, gab es nach der Kapitulation weiterhin viele Ermordungen, auch von Soldaten innerhalb der eigenen Reihen, da diese ihren Dienst, anders als ihre Befehlshaber, bereits als beendet sahen. Und was passierte eigentlich mit den unendlich vielen Waffen zu Ende des Zweiten Weltkriegs? Teilweise wurden diese, von den Deutschen und später den Briten, einfach in Gewässern, besonders in der Ostsee, versenkt. Nach einer Schätzung des Umweltbundesamts befinden sich noch immer mehr als 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition und 5000 Tonnen chemischer Kampfstoffe in der Nord- und Ostsee und stellen eine große Gefahr dar! Anfangs war mir das Buch teils zu detailliert, zu ausschweifend und etwas zu trocken, doch je mehr ich davon las, desto interessanter empfand ich die jeweils genauer beleuchteten Episoden und konnte neben vielen interessanten Fakten noch einiges lernen, was mir so noch nicht bekannt war!

»Als einige englische Soldaten dann unsere Fahne vom Dach holten, begriffen wir, dass das ›Dritte Reich‹ nun tatsächlich zu Ende war.«
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