Love is a Miracle

Love is a Miracle

von
Paperback
2.88
TeenagerVerlustEntwicklungsromanTrauma

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Beschreibung

Packend und bewegend

Megan, 17, ist ein Wunder. Sie ist Miracle Megan, die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes. Die Erleichterung ihrer Eltern ist grenzenlos. Wieder zu Hause, wird ihr ein großer Empfang bereitet, sie wird von allen Seiten mit Aufmerksamkeiten überhäuft und mit Samthandschuhen angefasst, schließlich ist sie ja ein Wunder. Doch Megan selbst fühlt sich überhaupt nicht als Wunder, schlimmer noch: Sie empfindet gar nichts, fühlt sich einfach nur leer. Mehr und mehr entfremdet sie sich von ihrer Umwelt. Einzig Joe, für den sie schon lange schwärmt, scheint sie zu verstehen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Jugendbücher
Sub-Genre
Freundschaften
Format
Paperback
Seitenzahl
240
Preis
10.30 €

Beiträge

1
Alle
2

Ich habe bisher ein Buch von Elizabeth Scott gelesen und war nicht sehr begeistert. Mit Love is a Miracle habe ich der Autorin und ihren Büchern noch eine zweite Chance gegeben, doch auch diesmal wurde ich enttäuscht. Diesmal vergebe ich zwar einen Stern mehr, werde aber in Zukunft Abstand von Scotts Geschichten halten. Megan überlebt also einen Flugzeugabsturz und ist damit die einzige Überlebende. Sie wacht im Krankenhaus auf und kann sich an nichts erinnern, was sie gegenüber ihren Eltern leugnet. Da kommt direkt die erste Frage bei mir auf: Wieso? Was ist so schlimm daran, sich nicht an den Absturz zu erinnern und es zuzugeben? Das ist eine normale Abwehrreaktion der traumatisierten Seele, dafür hätte vermutlich jeder Verständnis. Nun gut, sie fährt dann mit ihren Eltern nach Hause zu ihrem kleinen Bruder David. Der ist eigentlich das Sorgenkind in der Familie und tut sich ständig und überall weh. Normalerweise ist er derjenige, der Stammgast im Krankenhaus ist und unter einer Krankheit leidet, die allerdings auf den 240 Seiten nicht genannt wird. Es heißt immer nur, er wäre krank, er würde der Familie Kummer bereiten und sich überall verletzen und von Bäumen und Fahrrädern fallen. Ich vermute er hat ein Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom, denn er wird mächtig sauer, als Megan all die Aufmerksamkeit der Eltern bekommt, aber genau kann ich es nicht sagen. Megans Eltern vernachlässigen David also vollkommen und kümmern sich nur um ihr persönliches Wunder, was Megan selbst aber gehörig auf die Nerven geht. Sie kapselt sich immer weiter ab und das nicht nur von ihrer Familie. Wie im Klappentext erwähnt entfernt sie sich vollkommen von ihren besten Freundinnen Jess und Lissa, die sich echt Mühe mit ihr geben. Auch in der Schule ist sie geistesabwesend und gibt leere Tests ab, für die sie dann trotzdem die volle Punktzahl bekommt. Der Lehrer, der das in der Realität durchzieht, auch wenn es sich um ein „Wunderkind“ handelt, den würde ich gerne mal kennenlernen. Was Megan außerdem hinschmeißt, ist das Fußballtraining, obwohl das früher ihre große Leidenschaft war und ihr Trainer sich sehr um sie bemüht. Megan scheint also allein sein zu wollen. Was sie in meinen Augen aber eigentlich will, ist noch mehr Aufmerksamkeit. Genau wie in Love You Hate You Miss You, dem ersten Scott-Buch, welches ich gelesen habe, jammert und wimmert die Protagonistin am laufenden Band nur rum. Sie will nicht das Wunder sein, aber trotzdem sagt sie nichts. Würde sie nur mal den Mund aufmachen und klarstellen, dass sie nicht als „Miracle Megan“ dargestellt werden will, dann würden das sicher auch alle akzeptieren. Sie fühlt sich selbst schuldig und gebrochen, wie sie mehrfach betont, beklagt sich aber, dass ihr Umfeld nichts in ihr sieht außer eben das Wunder. Niemand sieht, dass sie innerlich zerstört ist. Falsch! Ich glaube, dass genau das alle sehen, denn schließlich ist das genau das, was nach einem solchen Unfall normal ist. Dass nicht jeder sofort auf sie zustürmt und sie damit bedrängen will, halte ich für eine normale und angemessene Reaktion. Ich finde es geradezu rücksichtsvoll, dass ihre Freundinnen und Eltern sie nicht zum Reden zwingen wollen und jedes kleinste Detail des Absturzes aus ihr heraus zerren wollen, sondern darauf warten, dass Megan zu ihnen kommt und von sich aus das Gespräch sucht. Genau das tut sie aber nicht, denn Megan ist in ihrem Selbstmitleid versunken und dabei so egoistisch und kurzsichtig, dass sie das nicht merkt. Stattdessen geht es in den ersten 80% des Buches nur um ihre Einsamkeit, weil sie ja von allen missverstanden wird und sich niemand richtig verhält. Ja aber wie denn auch, wenn sie nicht ein einziges Mal ihren Mund aufmacht und sagt, was sie stört? Sollen ihre Eltern das riechen können? Sollen ihre Freundinnen Gedanken lesen können? Was um Himmels Willen erwartet sie denn? Ich konnte mich absolut gar nicht mit ihr anfreunden und war extrem genervt von ihrem undurchdachten und selbstherrlichen Verhalten. Dass sie so unglücklich mit der Situation ist und niemand ihr „wahres Ich“ sieht, ist ganz allein ihre eigene Schuld. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass sie ihr Leiden genießt und sich gar nicht wieder „normal“ verhalten will, schließlich ist sie innerlich gebrochen und niemand will sie verstehen (diese Formulierungen wurden so oft benutzt, dass es mich ein wenig aggressiv gemacht hat :D). Die anderen Charakter konnten mich leider auch nicht sonderlich kriegen. Von ihren Freundinnen kriegt man nicht allzu viel mit und auch Joe, der mysteriöse Nachbarjunge aus dem Klappentext, mit dem sie ab und an redet und der ihr einziger Seelenverwandter zu sein scheint, hat mich nicht überzeugt. Er kommt tatsächlich ziemlich wenig vor, dafür dass Love im Buchtitel erscheint. Megans Eltern fassen sie tatsächlich nur mit Samthandschuhen an, lassen ihr alles durchgehen und für jeden kleinsten Streit ist der arme David verantwortlich, der mit allen Mitteln um die kleinste Aufmerksamkeit der Eltern kämpft. Ich kann mir nicht vorstellen, was sie durchmachen, aber sein zweites Kind einfach links liegen zu lassen, halte ich für eine wirklich unmenschliche Entscheidung. Generell konnte ich kaum eine Person nachvollziehen. Ich meine, natürlich kann ich mir nicht im Geringsten vorstellen wie es sein muss einen Flugzeugabsturz zu erleben und als einzige zu überleben, aber darum geht es auch nicht. Ich persönlich finde, dass es die Aufgabe der Autorin gewesen wäre, mir das Gefühl zu geben, es wenigstens ansatzweise zu verstehen. Aber da kam kein Funken Gefühl oder Verständnis oder Nachvollziehbarkeit rüber, gar nichts! Und das find ich echt schade, da ein solches Thema ja gerade zum Mitfiebern und Mitleiden einlädt. Was dann doch noch für einen zweiten Stern sorgt, ist zum einen Margaret und zum anderen das Ende. Margaret ist Mitglied der gleichen Kirchengemeinde wie Megan und die einzige, die mal Klartext mit Megan spricht und ihr dadurch zeigt, dass sie ihr Verhalten nicht endlos lange durchziehen kann. Sie selbst war im Vietnam-Krieg (wobei auch hier nicht genauer erwähnt wird, was sie da eigentlich getrieben hat) und kann deswegen den Anschubser geben, den Megan braucht. Ich will natürlich nicht verraten, was noch so alles passiert, aber das Ende hat mich dann tatsächlich noch zufrieden gestimmt. Fazit Elizabeth Scotts Geschichten und ich werden wohl leider keine Freunde mehr, da genau das, was mich bei Love You Hate You Miss You so gestört hat, sich auch in diesem Buch wiederspiegelte: Ständige Jammerei, Wehleidigkeit, Selbstmitleid und Blindheit gegenüber der Umwelt. Megans Verhalten war für mich absolut nicht nachvollziehbar und auch die anderen Charakter waren oberflächlich und schwach gezeichnet. Allein Margaret macht Megan und dem Leser klar, dass man mit so einem Ego-Trip nicht durchs Leben kommt, ansonsten fehlte mir leider jegliche Substanz, daher leider nur zwei Sterne. (Februar 2014)

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