In der Stille der Zeit

In der Stille der Zeit

Taschenbuch
3.712

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Beschreibung

"Wir sind nicht mehr die, die wir waren. Und wir waren nie die, die wir gewesen sein wollen." In einer deutschen Kleinstadt, gezeichnet von der Stille der beginnenden Corona-Pandemie, kreuzen sich die Wege von Agnes, Sabine und Elisabeth erneut. Drei Frauen, drei Lebensentwürfe, unterschiedliche Erinnerungen. Anlässlich einer Hochzeit wieder zusammengeführt, konfrontiert sie die Vergangenheit mit ungelösten Fragen und dem Echo einer Tragödie. Rückblenden in ihre Jugend enthüllen, wie Erinnerungen die Gegenwart formen - und wie unzuverlässig sie doch sein können. Während Agnes in ihrer stillen Welt lebt, Elisabeth den Druck der Perfektion spürt und Sabine an alten Träumen festhält, entfaltet sich eine Geschichte von Schuld und Selbstfindung. Sind sie noch die, die sie waren, oder waren sie nie die, die sie gewesen sein wollen? Ein Roman, der zeigt: Erinnerungen sind so facettenreich wie das Leben selbst.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
262
Preis
13.40 €

Autorenbeschreibung

Christine Eickenboom, 1971 geboren und wohnhaft in Hessen, ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie hat unter anderem Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Psychologie und Soziologie studiert und liebt Texte in unterschiedlichster Form. "In der Stille der Zeit" ist ihr erster Roman.

Beiträge

6
Alle
3.5

Ein leiser, nachdenklicher Roman

„Wir sind nicht mehr die, die wir waren. Und wir waren nie die, die wir gewesen sein wollten.“ (S. 190) Die Schulfreundinnen Agnes, Elisabeth und Sabine finden nach über 30 Jahren ohne engeren Kontakt wieder zusammen, um für die bevorstehende Hochzeit eines weiteren Mitglieds ihrer damaligen Clique ein Geschenk vorzubereiten. Aber wird die Hochzeit angesichts der aktuellen pandemischen Lage überhaupt stattfinden können? Und wie bringt man ein gemeinsames Werk voran, wenn man gerade von seinen Erinnerungen überrollt wird und seine Rolle im Gruppengefüge wiederfinden muss? „In der Stille der Zeit“ ist ein leises, nachdenkliches Buch, das vor allem vom Blick in die Köpfe seiner Protagonistinnen lebt. Abwechselnd folgen die Leser*innen den Gedankengängen der drei Freundinnen und erleben dabei fortlaufende Perspektivwechsel. Diese Pluralität der Wahrnehmungen - diese unterschiedlichen, aber jeweils beschränkten Blickwinkel - sind eine Stärke des Buches. In den einzelnen Gedankensträngen vermischt sich Erinnertes mit Erdachtem. Im Vergleich zur Schulzeit hat sich für Agnes, Elisabeth und Sabine manches verändert; anderes scheint gleich geblieben zu sein. Die um die 50-jährigen Protagonistinnen haben unterschiedliche Lebensentwürfe verwirklicht, die bei den Treffen aufeinanderprallen. Es gibt Reibungen zwischen den stärkeren Charakteren, während eine - wie zu Schulzeiten - den Beobachterposten einnimmt. Durch die Einbettung der Handlung in das erste Jahr der Corona-Pandemie - die wiederholte Bezugnahme auf Zahlen und die Frage, wie sich diese einordnen lassen - wird der Aspekt des Maßstabs thematisiert. Er bildet eine Ergänzung zu den Reflexionen zum Thema Blickwinkel/ Wahrnehmung. So sehr mir der Roman thematisch gefallen hat - die Erzählform empfand ich stellenweise als herausfordernd. Für meinen persönlichen Geschmack wurden einzelne Beobachtungen/ Wahrnehmungen regelrecht „zerdacht“. In Kombination mit dem begrenzten Bewegungsradius der Figuren stellte sich dadurch ein Gefühl der Beklemmung ein, das angesichts der zeitlichen und thematischen Einordnung vielleicht sogar passend ist… 🙄 Insgesamt eine Empfehlung für Leser*innen leiser, nachdenklicher Romane, die umfangreiche Gedankenschleifen und innere Monologe nicht abschrecken.

4

Ein Roman, der zeigt, wie viel Mut Erinnern braucht

In der Stille der Zeit hat mich auf eine Weise überrascht, wie es nur wenige Romane tun. Christine Eickenboom erzählt die Geschichte von Agnes, Sabine und Elisabeth mit einer tiefen Ruhe, die trotzdem eine unglaubliche Sogwirkung entwickelt. Die drei Frauen, einst unzertrennlich, werden inmitten der beginnenden Corona-Pandemie erneut miteinander konfrontiert und damit mit dem, was sie jahrzehntelang verdrängt haben. Besonders beeindruckend fand ich, wie sensibel die Autorin mit Erinnerungen umgeht. Jede der drei hat ihre eigene Wahrheit, ihre eigene Verletzung, ihre eigene Sehnsucht und all diese Perspektiven verweben sich zu einem Bild, das erst ganz am Ende seinen wahren Kern zeigt. Der Stil ist ruhig, sehr feinfühlig und ausgesprochen atmosphärisch. Ohne große Dramatik entfaltet sich eine Geschichte, die tiefer geht, als man zunächst erwartet. Eickenboom gelingt es, Gegenwart und Vergangenheit ineinanderfließen zu lassen: die Unsicherheit der Pandemiezeit, die Melancholie des Erwachsenseins und die unbändige Kraft jugendlicher Träume. Das macht den Roman gleichzeitig zeitgeistig und universell. Besonders mochte ich die subtilen Untertöne, Schuld, Vergebung, das Ringen um Identität. Für mich ist In der Stille der Zeit ein leiser, aber eindringlicher Roman über Freundschaft, das Gewicht gemeinsamer Erinnerungen und den Mut, sich selbst neu zu begegnen. Ein Buch, das nach dem Lesen noch lange in einem weiterarbeitet. Klare Empfehlung für alle, die psychologisch fein gezeichnete Gegenwartsliteratur lieben.

3.5

Ich fand es sehr angenehm geschrieben, man konnte sich gut in die Charaktere hineinversetzen und mitempfinden. Ich denke das Buch ist jedoch für eine Leserschaft die schon ihre Erfahrungen im Leben sammeln konnten, meine Schulzeit liegt noch nicht weit weg und für mich sind Handlungen und Erfahrungen die ich in und nach dieser Zeit gesammelt habe, noch nicht weit entfernt. Ich schätze Leser die schon eine Weile aus der Schule raus sind und ein gutes Stück als Erwachsender gelebt haben, können sich noch besser reinfinden und mit den verschiedenen Charakteren identifizieren. 
Da Corona schon ein paar Jährchen her ist, konnte man die Dramatik zwar gut verstehen, mich persönlich hat es aber nicht mehr so gefesselt. 
Im Großen und Ganzen war es aber ein gutes Buch. Der Schreibstil hat mich sehr angesprochen und Charaktere waren gut gestaltet und hatten viel Tiefe.
Der Aufbau, mit den drei Perspektiven, hat mir zugesagt, in die „Köpfe“ von allen drei Frauen zu gucken und ihre Handlungen zu begleiten, hat viel Verständnis reingebracht. 
Insgesamt würde ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen geben, weil das Alter und die dazugehörigen Erfahrungen der Protagonistinnen für mich im meinem Alter, nicht immer greifbar waren, es jedoch ein gutes Buch war!

3

Eine ruhige Geschichte über Freundschaft und Wiedersehen, mit einer schönen Grundidee, die für mich jedoch zu wenig Tiefe entwickelt hat.

In „In der Stille der Zeit“ treffen die drei ehemalige Schulkameradinnen Agnes, Sabine und Elisabeth nach vielen Jahren wieder aufeinander. Anlass ist die bevorstehende Hochzeit einer gemeinsamen Freundin während der Corona-Zeit, für die sie zusammen ein Geschenk organisieren möchten. Die Treffen bringen Erinnerungen an früher, unterschiedliche Lebenswege und alte Dynamiken ans Licht. Der Grundgedanke der Geschichte hat mir gut gefallen. Das Wiedersehen nach langer Zeit und der Blick auf vergangene Freundschaften bieten eigentlich viel Raum für Emotionen und Tiefe. Für mich wurde dieses Potenzial jedoch nicht vollständig ausgeschöpft. Der Fokus lag stärker auf Agnes, während Sabine, Elisabeth und auch die Braut selbst eher im Hintergrund geblieben sind und nur selten ihre Momente für ihre Geschichte bekommen haben. Dadurch wirkte auch die Verbindung zwischen den Frauen stellenweise nicht ganz greifbar. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass die Treffen sehr kurz gehalten waren und wenig Gesprächsinhalt hatten, was es mir erschwert hat, eine echte Nähe zwischen den Figuren zu spüren. Der Schreibstil war für mich persönlich etwas unruhig und stellenweise schwerer zu verfolgen. Insgesamt bleibt es eine schöne Geschichte mit einer schönen Idee, die mich emotional jedoch nicht ganz erreichen konnte.

Eine ruhige Geschichte über Freundschaft und Wiedersehen, mit einer schönen Grundidee, die für mich jedoch zu wenig Tiefe entwickelt hat.
4.5

Ein Roman zum Nachdenken

"In der Stille der Zeit" ist ein Roman, der von 3 Frauen handel, die sich noch aus der Schulzeit kennen, sich aber über die Jahre von einander entfernt haben und nun, durch eine weitere Freundin und ihrer nahenden Hochzeit, wieder zu einander finden. Jede der Chataktere hat verschiedene Emotionen, Ängste und Ereignisse aus der Vergangenheit im Gepäck und es nach und nach Erinnerungen hoch, die vergessen schienen. Dieser Roman läßt erkennen, wie sehr Erfahrungen prägen können und auch die Gegenwart beeinflussen können und das nicht immer alles so einfach und toll ist, wie es nach aussen und für andere sichtbar scheint. Die Erzählungen bzw. Gedanken aus Sicht der Charaktere fand ich hier gut gelungen. Das Einzige, was mich im Lesefluss hin und wieder störte waren Sätze oder Gedanken wie z.B. Offensichtlich konnte sie selbst, Agnes, das nicht erkennen. Also das der Name vom Charakter quasi selbst gedacht wurde um zu zeigen wer genau gemeint war. Das Ganze spielt sich zur Corona Pandemie Zeit ab, die daher auch allgegenwärtig ist und für eine entsprechende Atmosphäre wirkt. Auch da kommen ganz eigene Erinnerungen hoch. Am Ende stellt man sich selbst unweigerlich die Fragen: Wie sehr hat mich bis heute etwas aus meiner Vergangenheit geprägt? Warum spricht man seine Ängste oder wahren Gefühle nicht aus und verbirgt sie all zu oft hinter Phrasen? Insgesamt von mir eine klare Leseempfehlung für ein Buch mit mehr Tiefgang.

4

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt

Dieser Roman handelt von 3 Frauen, die sich aus der Schulzeit kennen, sich aber über den Lauf der Jahre etwas aus den Augen verloren haben. Durch eine weitere Freundin und ihrer bevorstehenden Hochzeit, sitzen besagte Freundinnen am gemeinsamen Tisch um ein Geschenk auszuarbeiten. Dabei taucht man in deren Gedanken, Emotionen und Ereignisse aus vergangenen Zeiten, die zum Teil auch deren Gegenwart beeinflussen. Da der Roman während der Corona Pandemie spielt, ist auch das immer wieder ein Thema und lässt eigene Erinnerungen aufflackern. Man stellt sich am ende des Buches selbst so einige Fragen wie zum Beispiel, was wäre wenn dieses oder jenes anders gewesen wäre. Warum verstellt man sich doch eigentlich selbst öfter als man denkt (rückblickend betrachtet)? Im Ganzen auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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