Im Minus-Bereich
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Beschreibung
Jana Costas hat sich einem Reinigungsteam am Potsdamer Platz angeschlossen. Unter dem glitzernden Komplex liegt der Minus-Bereich: vier Stockwerke mit labyrinthischen Gängen und fensterlosen Räumen. Dort ziehen sich Alex, Ali, Luisa und Marcel um, bevor sie Büros und Luxusapartments putzen. Jenseits aller Klischees ist diese Arbeit für sie auch eine Quelle des Stolzes. Costas schildert ihre Kämpfe um Würde, porträtiert eine expandierende Branche und holt so die oft unsichtbaren Beschäftigten in die Sichtbarkeit.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Jana Costas, geboren 1982 studierte an der London School of Economics und promovierte an der Cambridge University. Seit 2014 hat sie eine Professur für Personal, Arbeit und Management an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder inne.
Beiträge
Eine Professorin wagt das Selbstexperiment und begleitet ungefähr ein halbes Jahr lang Reinigungskräfte am Potsdamer Platz. Sie beobachtet dabei nicht nur, sondern hilft auch tatkräftig mit. Die Premise hat mich direkt angesprochen. Ich hatte allerdings Bedenken, wie wissenschaftlich dieses Buch geschrieben sein wird, da es sich ja doch um eine Feldstudie handelt. Die Autorin zitiert zwar viel Fachliteratur, verbunden mit den persönlichen Schicksalen der Reinigungskräfte liest sich das ganze doch eher wie eine angenehme Reportage oder ein Zeitungsartikel. Als jemand, der selbst mal ein Jahr lang in der Reinigungsbranche tätig war, finde ich alles sehr gut aufbereitet. Die Unsichtbarkeit und die gesellschaftliche Trennung von Reinigungskräften zu der "Oberschicht", der die Kunden angehören, wird am Beispiel des Potsdamer Platzes mit seiner "Unterwelt" sehr deutlich. Das Buch zeigt die internen Konflikte, das mangelnde Teamdenken und alltägliche Diskriminierung zwischen den Arbeitern auf. Außerdem wird thematisiert, wie die Reinigungsarbeit einerseits die Würde (durch ihren Ruf in der Gesellschaft als unqualifizierte Arbeit) anzukratzen scheint, die Arbeit doch trotzdem Quelle für Selbstbewusstsein und Stolz ist. Auch wenn sich manches wiederholt, ein spannender Einblick in die Welt, die den meisten Menschen immer verborgen bleibt.
Beschreibung
Jana Costas hat sich einem Reinigungsteam am Potsdamer Platz angeschlossen. Unter dem glitzernden Komplex liegt der Minus-Bereich: vier Stockwerke mit labyrinthischen Gängen und fensterlosen Räumen. Dort ziehen sich Alex, Ali, Luisa und Marcel um, bevor sie Büros und Luxusapartments putzen. Jenseits aller Klischees ist diese Arbeit für sie auch eine Quelle des Stolzes. Costas schildert ihre Kämpfe um Würde, porträtiert eine expandierende Branche und holt so die oft unsichtbaren Beschäftigten in die Sichtbarkeit.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Jana Costas, geboren 1982 studierte an der London School of Economics und promovierte an der Cambridge University. Seit 2014 hat sie eine Professur für Personal, Arbeit und Management an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder inne.
Beiträge
Eine Professorin wagt das Selbstexperiment und begleitet ungefähr ein halbes Jahr lang Reinigungskräfte am Potsdamer Platz. Sie beobachtet dabei nicht nur, sondern hilft auch tatkräftig mit. Die Premise hat mich direkt angesprochen. Ich hatte allerdings Bedenken, wie wissenschaftlich dieses Buch geschrieben sein wird, da es sich ja doch um eine Feldstudie handelt. Die Autorin zitiert zwar viel Fachliteratur, verbunden mit den persönlichen Schicksalen der Reinigungskräfte liest sich das ganze doch eher wie eine angenehme Reportage oder ein Zeitungsartikel. Als jemand, der selbst mal ein Jahr lang in der Reinigungsbranche tätig war, finde ich alles sehr gut aufbereitet. Die Unsichtbarkeit und die gesellschaftliche Trennung von Reinigungskräften zu der "Oberschicht", der die Kunden angehören, wird am Beispiel des Potsdamer Platzes mit seiner "Unterwelt" sehr deutlich. Das Buch zeigt die internen Konflikte, das mangelnde Teamdenken und alltägliche Diskriminierung zwischen den Arbeitern auf. Außerdem wird thematisiert, wie die Reinigungsarbeit einerseits die Würde (durch ihren Ruf in der Gesellschaft als unqualifizierte Arbeit) anzukratzen scheint, die Arbeit doch trotzdem Quelle für Selbstbewusstsein und Stolz ist. Auch wenn sich manches wiederholt, ein spannender Einblick in die Welt, die den meisten Menschen immer verborgen bleibt.







