Freetown in sieben Stunden

Freetown in sieben Stunden

Taschenbuch
4.33

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Beschreibung

Eine Epidemie in Westafrika. Flug- und Seehäfen werden zu neuralgischen Punkten, Hilfssendungen zur letzten Hoffnung. Captain James Marburgh fliegt Fracht – routiniert, jedoch mit nachdenklichem Blick auf die Welt. Dass er es von jeher ablehnt, Passagiere zu befördern, hat einen Grund, und was hinter ihm liegt, hält er mit Arbeit und Alkohol auf Abstand. Doch als er Versorgungsflüge nach Sierra Leone übernimmt, gerät dieses fragile Gleichgewicht ins Wanken. Leid und Krankheit lassen sich nicht aus dem Cockpit aussperren, und auch die Erinnerungen drängen zurück. Mit James’ Reise verknüpfen sich die Lebenswege des kanadischen Mikrobiologen Nanook Lavoie, der in Freetown ein Behandlungszentrum eröffnet, der sierra-leonischen Internistin Yabu Kuyateh und weiterer Menschen, die sich im Kampf gegen die Seuche zusammentun. Sie handeln, obwohl es keine sicheren Maßstäbe gibt. Außen- und Innenwelten verschmelzen – Orte und Zeit. Freetown in sieben Stunden ist ein literarisch verdichteter Roman über den Versuch, der Not etwas entgegenzusetzen. Über das Helfen in allen Widersprüchen, über Nähe und Erschöpfung, Scheitern und Hoffnung, mitten in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
588
Preis
16.99 €

Autorenbeschreibung

Nicola Juretko (1971) studierte Skandinavistik und arbeitete im Buchhandel sowie als Fremdsprachenkorrespondentin. Reisen und längere Aufenthalte im Ausland haben sie geprägt. Nach mehreren Jahren in Norwegen lebt sie heute am Stadtrand von Berlin. In ihrem literarischen Schaffen richtet sie den Blick auf Menschen in Ausnahmesituationen und auf die Frage, wie Verantwortung entsteht, wenn ferne Krisen näher sind, als man glaubt. Für ihren Roman Freetown in sieben Stunden recherchierte sie intensiv zu Luftfahrt, humanitärer Hilfe und den Hintergründen der Ebola-Krise in Westafrika. Im Mittelpunkt ihres Schreibens stehen moralische Entscheidungen, Ambivalenz und die leise Wirksamkeit menschlicher Bindungen.

Beiträge

2
Alle
3

Interessant und detailreich, neigt zur Langatmigkeit

5

Athmospärisch

Freetown in sieben Stunden“ hat mich auf eine ganz besondere Weise berührt. Kein lauter, dramatischer Roman, sondern einer, der leise unter die Haut geht und lange nachhallt. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, selbst mit im Cockpit zu sitzen, die Hitze zu spüren, die Erschöpfung, die Hoffnungslosigkeit, aber auch diesen unerschütterlichen Willen, trotzdem weiterzumachen. Das Buch zeigt schonungslos, wie Menschen in Extremsituationen handeln, helfen, zerbrechen und trotzdem weitermachen. Dabei geht es nicht nur um Krankheit oder eine Epidemie, sondern um Menschlichkeit. Um Angst. Um Schuld. Um Hoffnung in einer Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist. Der Schreibstil ist ruhig, intensiv und sehr atmosphärisch. Kein typischer schneller Thriller, sondern ein Roman, der Raum für Gedanken und Gefühle lässt. Genau das mochte ich sehr. Für mich ein eindringliches, kluges und emotionales Buch, das zeigt, wie nah Verzweiflung und Hoffnung manchmal beieinanderliegen. ❤️

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