Everybody

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Hardcover
4.27

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Beschreibung

Warum unser Körper politisch ist: Olivia Laing erzählt unter völlig neuen Vorzeichen von den Protestbewegungen des 20. Jahrhunderts.

Eine Tour de Force von »einer der bedeutendsten Stimmen unserer Zeit« (Financial Times). Brandaktuell geht Olivia Laing der Frage nach, was es bedeutet, einen Körper zu haben, der uns behindert, uns gefangen hält und zugleich befreit.

Der Körper ist eine Quelle des Vergnügens und des Schmerzes, gleichzeitig hoffnungslos verletzlich und doch voller Kraft. Mit einem radikal neuen Blick auf das letzte Jahrhundert analysiert Olivia Laing den langen Kampf um körperliche Freiheit. Laing erzählt von sexueller Befreiung und LGBTQ-Bewegungen, von Feminismus, globalen Gesundheitskrisen und dem Civil Rights Movement, stützt sich auf eigene Protesterfahrungen und unternimmt Reisen vom Berlin der Weimarer Zeit bis zu den Gefängnissen der McCarthy-Ära in Amerika. In den Recherchen begegnet Laing ausgehend von Wilhelm Reich und seinen Theorien einigen der spannendsten und kompliziertesten Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts, darunter Nina Simone, Sigmund Freud, Susan Sontag und Malcolm X.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
Hardcover
Seitenzahl
384
Preis
26.80 €

Autorenbeschreibung

Olivia Laing, geboren 1977, »meisterhafte Biograf*in, Memoirschreiber*in und Essayist*in« (Helen MacDonald), studierte Englische Literatur an der Universität von Sussex. Laing brach das Studium ab, um auf einem Baum in der Wildnis zu leben und ein Diplom in Pflanzenheilkunde zu erwerben und sich anschließend dem Journalismus zuzuwenden. Laings Bücher sind in über zwanzig Sprachen übersetzt. 2018 erhielt Olivia Laing den renommierten Windham-Campbell-Preis.

Beiträge

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Alle
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Unsere Körper sind politisch - erfahrt in Olivia Laings Buch, warum!

Warum ist unser Körper politisch?! Dieser Frage geht Olivia Laing in ihrem Buch „Everybody“ nach. Sie führt dabei eine tiefgreifende Analyse der politischen (und sozialen) Dimension unserer Körper durch. Sie zeigt uns die Ambivalenzen in allen ihren Nuancen, die zwischen Unterdrückung und Freiheit stecken und ordnet sie in historische Zusammenhänge, nimmt Bezug auf die Relevanz von Identität und erläutert die Rolle, die Aktivismus dabei spielt. Besonders die Auswahl der Persönlichkeiten, über die Olivia Laing spricht, hat mich fasziniert. So erfahren wir beispielsweise, dass die Essayistin Susan Sontag, die vornehmlich als Intellektuelle wahrgenommen wurde, auch sehr unter ihrer Krebserkrankung und den damit verbundenen Folgen für ihren Körper, litt. Oft nehmen wir Werke von Autor*innen mehr auf einer körperlosen Ebene wahr - aber die Gedanken über ein Werk wandeln sich enorm, wenn man den Körper als Aspekt hinzuzieht, es gibt ihm mehr Tiefe. Mein wichtigstes Learning aus „Everybody“: Die Berücksichtigung, aus welchem Körper ein Mensch spricht und schreibt, ist enorm wichtig! Düstere, schmerzvolle Bücher sieht man in einem anderen Licht, wenn man weiß, dass der/die Schreibende in einem Körper lebt, der dem Tod gegenübersteht. Laing denkt auch - ausgehend von Wilhelm Reich - darüber nach, wie der politische Aktivist Malcolm X zu seinem Körper stand, über Nina Simone oder den Psychiater Sigmund Freud. Sie verwebt dabei eigene Protesterfahrungen mit diesen inspirierenden historischen Persönlichkeiten und zeigt uns deren Einflüsse auf die Gesellschaft auf. Jede einzelne dieser Figuren hat einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der politischen Dimension unserer Körper beigetragen. So war Malcolm X in doppeltem Sinne eingesperrt, im Gefängnis und in seinem Körper. Laing macht das Gefängnis in ihrem Buch zu einer Metapher - wir können unseren Körper nur durch das Sterben und den Tod verlassen. Im eigenen Körper zu leben, fühlt sich für viele Menschen an, wie eingesperrt sein, was muss das nur für eine unerträgliche Erfahrung sein?! Warum also kollidieren gesellschaftliche Normen und individuelle Freiheit immer wieder miteinander?! Laing hat Antworten! Bezüglich der Identitätspolitik plädiert Laing auf Solidarität und Kommunikation, es sei wichtig über Unterschiede miteinander sprechen zu können. Sie denkt über Gemeinschaftlichkeit mit Fremden nach, sieht alles im Wandel und spricht sich gegen Stammeszugehörigkeiten aus. Die sozialen Medien sieht sie kritisch, da Menschen dort präsent sind, aber doch verborgen bleiben. „Meine Gefühle den sozialen Medien gegenüber haben sich sehr verändert in den vergangenen zehn Jahren. Als ich „The Lonely City“ geschrieben habe, dachte ich noch, das seien positive Orte, in denen man in Kontakt treten kann. Jetzt denke ich, ein Grund, warum sie so gefährlich sind, ist, dass sie körperlos sind, dass sie keine Körper einbeziehen. Wie Sie sagen, präsentieren sie perfekte Versionen von Körpern. Und Menschen sprechen dort miteinander, wie sie es nie täten, wenn sie zwei Körper in einem Raum wären – wegen des sozialen Umfelds und der Vorsicht, die herrscht, wenn wir mit einem anderen Menschen zusammen sind. Wir sehen ein Gesicht und wir sehen, welche Wirkung unsere Worte auf dieses Gesicht haben. Ich bin also skeptischer, als ich es war, was die sozialen Medien betrifft. Sie fördern das Verlangen nach diesen unerreichbaren Körpern, besonders bei jungen Leuten seit der Pandemie, als sie so viel Zeit vor dem Computer verbracht haben. Sie wollen eine unangreifbare, perfekte Hülle. Gleichzeitig sind diese jungen Leute voller Zorn, Angst und Verzweiflung. Das wollen sie nicht zeigen, so ziehen sie Masken an, um ihre Gefühle verbergen zu können.“ Für wen ist „Everbody“ von Olivia Laing die passende Lektüre?! Ich würde sagen, für alle Leser*innen, die sich für die Zusammenhänge von Gesellschaft, Körperpolitik und Geschichte interessieren. Schonungslos ehrlich animiert sie dabei, über unsere eigene Lebensrealität nachzudenken und diese zu hinterfragen. Sie berichtet vom langen Kampf um körperliche Freiheit und dessen Meilensteine, wie sexuelle Befreiung, dem Foranschreiten des Feminismus, LGBTQ-Bewegungen, dem Civil Rights Movement und so vielem mehr. Mir hat „Everybody - warum unser Körper politisch ist“ in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und ich könnte nicht dankbarer sein für die Lektüre. Absolute Leseempfehlung!

4

Unser Körper ist politisch! Das dem so ist, steht für mich außer Frage. Man muss nur einen Blick auf derzeitige Entwicklungen werfen und auch die Vergangenheit bestätigt dies. Olivia Laing erklärt es in „Everybody“ ausführlich. Laing schaut auf kranke Körper und den gesellschaftlichen Umgang mit ihnen, wirft einen Blick auf Frauen- und LGBTQIA-Rechte, thematisiert BodyShaming und Selbsbestimmung, ebenso die Zustände in Gefängnissen uvm. Es gibt Exkurse in verschiedene Bürgerrechts- und Protestbewegungen, in denen Körper hauptsächlich als Zeichen des Widerstandes eingesetzt werden. Um all dies zu verarbeiten, geht Laing geschichtlich weit zurück und umspannt ein ganzes Jahrhundert. Sehr gut recherchiert treffen Lesende auf berühmte Persönlichkeiten wie Wilhem Reich, Sigmund Freud, Malcom X oder Susan Sonntag. Neben unglaublich vielen Fakten geht Laing auch immer wieder auf eigene Erfahrungen ein, was das Sachbuch etwas auflockert und erlebbarer macht. Alles in allem eine große Empfehlung.

4.5

Definitiv eine Empfehlung!

Habt ihr euch für 2025 auch vorgenommen, mehr Sachbücher zu lesen und ein bisschen aus eurer Genre-Bubble rauszukommen? Falls ja, hab ich eine Buch-Empfehlung für euch! [Werbung/ Rezensionsexemplar] In „Everybody“ schreibt Olivia Laing über die Bedeutung unserer Körper, der uns gefangen hält, behindert aber auch befreit. So schreibt sie zum Beispiel über die gesellschaftliche Stellung, die systematische Benachteiligung von bestimmten Körpern (z.B. weibliche Körper, schwarze Körper, Körper von Trans-Menschen). Sie geht diesen Benachteiligungen geschichtlich nach und beschreibt die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Hier geht sie nicht nur auf die LGBTIQ+-Bewegungen, Feminismus, globale Gesundheitskrisen oder das Civil Rights Movement ein, sondern auch auf einige historische Personen und deren Lebenswerk, deren Errungenschaften und Niederlagen. Vor allem die Beschreibungen der Prison-Culture in den USA sind mir hier im Gedächtnis geblieben. Ich fand es aber auch wahnsinnig spannend, mehr über einzelne Personen, wie z.B. Margaret Sanger, die Gründerin von Planned Parenthood, zu erfahren. Und abschließend fand ich dieses Zitat wirklich treffend & aktueller den je: „Dass Freiheit ein von vielen Händen über viele Jahrhunderte hinweg geschaffenes Gemeinschaftsprojekt ist, eine Aufgabe, die jeder lebende Mensch behindern oder voranbringen kann. Es ist möglich, die Welt zu verändern. Wir sollten uns nur nicht der I Illusion hingeben, dass diese Veränderungen bleibend sind. Alles lässt sich rückgängig machen, und jeder Sieg muss stets aufs Neue errungen werden.“ Vielen Dank an @teambloggerportal für das tolle Buch!

Definitiv eine Empfehlung!
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