Es geht um eine Frau

Es geht um eine Frau

Hardcover
4.01

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Beschreibung

Das einfühlsame Porträt einer Frau im freien Fall, ein Blick in die Abgründe der modernen Arbeits- und Lebenswelt. Ein heißer Sommermorgen in der ›hellen Stadt‹, dem neuen Viertel am Rand der Metropole. Unter dem Weiß der Wolken bilden die Neubauten eine leblose Formation, in Beton gegossene Sehnsucht nach Übersicht und Unverbindlichkeit. Alles ist ruhig, bis eine Voicemail die Stille des Apartments unterbricht: »Ich war seine Freundin. Ich kenne die E-Mails. Rufen Sie zurück, es ist wichtig.« Die kühle Stimme holt das Geschehene zurück: Sie, mit Mitte vierzig fünfzehn Jahre älter als er, ein externer Consultant, hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass ihre Affäre ohne Verpflichtungen, ohne Konsequenzen bleiben sollte. Alles Private hatte sie zugunsten der Karriere aufgeschoben. Was dann geschah, war nicht vorherzusehen. Britta Boerdners Sprache ist von müheloser, minimalistischer Eleganz, ihre Kunst ist das lautlose Durchbrechen von Oberflächen. In Es geht um eine Frau blickt sie hinter die Fassaden einer Welt, in der Selbstoptimierung und Gewinnmaximie- rung regieren. Sie zeigt ihre Protagonistin ungeschminkt, in all ihrer Härte und Zartheit, Angreifbarkeit und Aggressivität, im Kampf mit den An- und Überforderungen des Lebens.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
256
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Britta Boerdner studierte nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin Amerikanistik, Germanistik und Historische Ethnologie und war als Senior Marketing Managerin in globalen IT- und Finanzdienstleistungsunternehmen tätig. Nach ihrem Debüt Was verborgen bleibt (FVA 2012) erschien 2017 ihr Roman Am Tag, als Frank Z. in den Grünen Baum kam in der FVA, für den sie das Inselschreiber-Stipendium der Sylt Foundation und das Stipendium des Hessischen Literaturrates in der Emilia-Romagna erhielt. 2021 bekam sie ein Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop. Britta Boerdner lebt in Frankfurt am Main.

Beiträge

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Alle
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„Gewisse Dinge würden sich nicht ändern, nur neu plakatiert werden; es schien, als wären in den Führungsebenen der Unternehmen die Hüter und Förderer der Eitelkeit, der nonchalanten Statements abgelöst worden durch die Verführung zur Suche nach persönlicher Bedeutung.“ (S. 86) Elena, die Protagonistin unseres Buches, hat jahrelang geackert, gerackert, getan, gemacht; in ihrem Job in einem Finanzdienstleistungsunternehmen, mit komplettem Verzicht auf ein Privatleben. Die Anforderungen, die ihr Job mit sich bringt sind hart. Der Job bestimmt ihr Leben. 24/7 läuft Elena, wie eine Maschine. Bis sie eine Affäre mit einem 15 Jahre jüngeren Kollegen beginnt; ein externer Consultant, der in einem haarigen Projekt in der Firma mitarbeitet, namens M. Doch dann geschieht etwas, das das Leben von Elena massiv auf den Kopf stellen wird. Und dann fällt sie …… in die Tiefen ihres Seins. Eine vermeintliche, gefühlte, vor sich hin plätschernde Geschichte, mit kleinen Peaks, die einen die Luft scharf einziehen lassen. Doch das ist das Buch nicht, nicht fad, nicht langweilig, in vielen Seiten leise, schleicht es sich doch ran und zieht uns mit der großen, fettigen Bratpfanne aus Villa Riba oder Villa Bajo, eine über den Kopf. Was ich gelesen habe, empfinde ich als beunruhigend, denn genauso verhält es sich doch sehr oft in Wahrheit mit dem Blick in die heutige Arbeitswelt. Selbstoptimierung als Wunderwaffe. Gewinne, Gewinne, Gewinne für Unternehmen … als ob sie monetär auf unseren eigenen Konten laden würden. Getrieben von Pflichtbewusstsein, Engagement und Idealismus laufen viele von uns wie am Hamsterrad und titulieren dies als „normal“, sind viele von ja auch so sozialisiert, erzogen, fällt unser „muss halt“. Was wir noch bekommen, ist die Geschichte einer Frau, die ganz tief in die Innensicht geht. Die aufgrund ihrer persönlichen Situation in hohem Maße gefordert ist, sich sich selbst zu stellen, sich selbst in die Augen zu sehen, die trügerischen Wahrheiten nicht mehr beschönigen kann. Dem Herausfinden, dass dieses einzige Leben, das wir haben, oftmals zugunsten von Karriere, Geld, Streben, Macht, vielleicht auch Gier, den Bach runtergeht. Und zeitgleich zeigt die Geschichte, dass die Protagonistin keine Zeit für Nähe und Intimität hat und zeitgleich dennoch in die Situation kommt, wo sie sich gehalten fühlt. Und dennoch sind beide sich sehr ähnlich. „Ist es nicht erstaunlich, wie wir uns in unserem Leben entlanghangeln? Ist es nicht erstaunlich, dass wir nichts dagegen tun können?“ (S. 168) Mich hat die Geschichte sehr eingenommen. So tough Elena auch rüberkommt, so fragil ist sie eigentlich. Sie hat nur keine Zeit dies zu realisieren, denn sie läuft seit Jahr nur auf „Leistung“. Das Leben zu genießen, dafür hat sie ja später noch Zeit. Der Schreibstil ist spitzfindig, die Autorin erzeugt Bilder, erschafft Atmosphäre mit den klugen Denkweisen ihrer Protagonistin und sie erschafft damit Gefühle. Zeichnet mit Metaphern zu Dingen, Straßen, Gebäuden. Fand ich genial! Die Erzählperspektive aus Sicht der Protagonistin fand ich auch sehr interessant. Sie arbeitet mit Gegensätzen in der Wahrnehmung und Sprache; Dinge, die in ihr schlummern. Das Buch gibt mir zu denken … denn es ist ja so: Meistens stehen auf den Firmenschildern NICHT UNSERE NAMEN (so als Denkanstoß). Hört gut in Euch hinein, wenn euer Körper erschöpft ist und missachtet das nicht. Leseempfehlung!

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