Erzählungen

Erzählungen

Hardcover
5.01

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Beschreibung

Die in Kafkas erster intensiver Schaffensphase ab 1912 entstandenen Erzählungen gehören weltweit zu den populärsten seiner Werke: »Das Urteil«, »Die Verwandlung«, »In der Strafkolonie«. Die dunklen Ursprünge von Macht, aber auch deren Missbrauch gehören zu den zentralen Motiven der Erzählungen, die in Kafkas erster intensiver Schaffensphase von 1912 bis 1915 entstanden - etwa »Das Urteil«, »Die Verwandlung«, »In der Strafkolonie« und weitere, teils unvollendete Texte - und die dort einen ganz eigenen literarischen Kosmos formen. Auch die Überlagerung von Schrecken, Absurdität und Komik gehört zu den Merkmalen, die wir heute als charakteristisch für Kafkas Kunst wahrnehmen. Seine erste Buchpublikation »Betrachtung« (1912) ist Ouvertüre und Versprechen zugleich. Die Leitfrage der Kommentierten Ausgabe ist, wie Kafka das eigentlich gemacht hat. Der ausführliche Stellenkommentar erläutert die wesentlichen Motive, Begriffe und Erzähltechniken, aber auch bedeutsame Streichungen und Korrekturen im Manuskript, was einen Einblick in Kafkas Werkstatt ermöglicht. Dabei wird eine außergewöhnlich dicht gewobene Textur erkennbar, ein virtuoses Spiel mit verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit, mit Ironie und zahlreichen versteckten Hinweisen des Erzählers. Einen Überblick zur Wirkungsgeschichte der Erzählungen bietet abschließend das Nachwort des Herausgebers.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
392
Preis
37.00 €

Autorenbeschreibung

Franz Kafka (1883-1924) ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Beiträge

1
Alle
5

»Der Grundsatz, nach dem ich entscheide, ist: Die Schuld ist immer zweifellos.«

Wenn man Kafka liest, begibt man sich immer in eine andere Welt. Eine Welt, in der nichts sicher scheint und niemandem zu trauen ist, denn auch auf die eigene Wahrnehmung sei kein Verlass! So auch in diesem ersten Band, der von Kafka-Biograf und Experte Reiner Stach kommentierten Ausgabe, der Erzählungen. Die Erzählungen, beginnend mit seiner ersten Buchpublikation „Betrachtung“, sind geprägt von kranken, vom Schicksal geplagten, einsamen, aber auch wissbegierigen Figuren an teils abgelegenen Orten. Einige davon werden von der patriarchalen Macht von Kafkas Vater überschattet, die er literarisch verarbeitete und dadurch Einblicke in seine Familie gab. Auch wenn ich erst vor etwa drei Jahren alle Erzählungen Kafkas gelesen habe, kam es mir bei fast allen – mit Ausnahme „Der Verwandlung“ und „In der Strafkolonie“ – so vor, als läse ich sie zum ersten Mal. Bei den kurzen Texten ist das nicht wirklich verwunderlich, da deren Inhalt oftmals nicht so bedeutungsvoll ist und die mich persönlich auch nicht so begeistern können. Bei den längeren hat es mich jedoch mehr verwundert. Mein Highlight dieses Bands bleibt ganz klar „Die Verwandlung“, welche einfach zu dem Besten gehört, was Kafka geschrieben hat und ein unbedingtes Must-Read für alle ist, die sie bisher noch nicht gelesen haben. Aber auch die Erzählungen „Das Urteil“, „Erinnerungen an die Kaldabahn“ und besonders „Blumfeld, ein älterer Junggeselle“ haben mir gut gefallen und konnten mich überzeugen. Ohne Zweifel muss man Kafkas Texte mehrmals gelesen haben, um sie ansatzweise zu verstehen. Deshalb empfand ich, wie schon beim ersten Band dieser kommentierten Ausgabe zu dem Roman „Der Process“, die Kommentare von Reiner Stach hilfreich, um den thematischen und biografischen Kontext der Erzählungen zu erfassen.

»Der Grundsatz, nach dem ich entscheide, ist: Die Schuld ist immer zweifellos.«
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