Ellis

Ellis

Hardcover
3.624
SchuleIdentitätFreundschaftZugehörigkeit

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Beschreibung

Deutschland und Italien. Zwei Freundinnen zwischen Nähe und Distanz. Was hält sie zusammen, wieso können sie sich nicht voneinander lösen? Als Ellis ein kleines Kind ist, zerbricht die Ehe ihrer Eltern. Mit ihrer Mutter zieht sie von Italien nach Deutschland. Das Leben in der neuen Umgebung ist schwer, die Kinder in der Schule grenzen sie aus. Eines Tages kommt ein neues Mädchen in die Schule, Grace: Zu ihr entwickelt sich eine Freundschaft, die Ellis Halt gibt, ihr das fehlende Gefühl von Zugehörigkeit ersetzt. Bis Grace plötzlich die Seiten wechselt. Jahre danach treffen Ellis und Grace wieder aufeinander und kommen sich langsam näher. Ellis lädt Grace ein, sie auf ihrem jährlichen Besuch der Großeltern in Italien zu begleiten. Dort kommt die problematische Dynamik ihrer Freundschaft von Neuem zum Vorschein; Ellis schwankt ob Grace` Verhalten zwischen wütendem Rückzug und hoffnungsvollen Versuchen der Annäherung. Sie erinnert sich an alte Konflikte, erkundet ihre eigene Zugehörigkeit und wird sich ihrer Gefühle für Grace mehr und mehr bewusst. Was bedeutet es, sich weder in dem Land, in dem man lebt, zuhause zu fühlen, noch in dem Land, in dem man geboren wurde? Was hält Ellis und Grace zusammen? Und kann die Annäherung an Grace der Frage nach der eigenen kulturellen Identität eine Antwort geben? In einer zarten, bildreichen Sprache geht Selene Marianis Roman episodenhaft diesen Fragen nach, Rückblenden mit assoziativen Erinnerungen weben sich dabei immer wieder in die erzählte Jetzt-Zeit ein.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
147
Preis
22.70 €

Autorenbeschreibung

Selene Mariani, geboren 1994, wuchs in Verona und Dresden auf. Sie studierte am Hildesheimer Literaturinstitut und lebt heute in Hannover. 2021 erschien ihr Kurzprosaband »Miniaturen in Blau«, 2022 ihr Romandebüt »Ellis«. Ihre Texte wurden unter anderem für den Literaturpreis Prenzlauer Berg, den Berliner Hörspielpreis und den BücherFrauen-Literaturpreis nominiert.

Beiträge

7
Alle
3.5

In Ellis erzählt Selene Mariani in sehr kurzen Kapiteln von Ellis, die in Deutschland und Italien aufwächst und sich an keinem Ort richtig zugehörig fühlt. Verbunden wir die Erzählung mit der sehr durchwachsenen Freundschaft zu Grace, die in der Nachbarschaft lebt und mit Ellis in Deutschland zur Schule geht. Die sehr kurzen Kapitel und ständigen Sprünge zwischen Zeiten und Orten haben es für mich schwer gemacht in das Buch gänzlich einzutauchen. Der Sprachstil ist emotional und sehr schön, doch die vielen offenen Fragen haben mich etwas gestört.

4

„»Wie ist das heute für dich mit Italien?« »Was meinst du?« »Ich hatte damals immer den Eindruck, du warst mit einem Bein noch dort.« »Ach, wirklich? Dann war das Bein wohl taub, denn ich habe es nicht gemerkt. Nur dass irgendetwas unbequem war.«“ Ich konnte anhand der episodenhaft geschilderten Ereignisse gut nachempfinden, dass die Erzählerin zwischen Deutschland und Italien hin- und hergerissen ist.

4

Eine Geschichte über das Gefühl der Nichtzugehörigkeit, Jugendliebe und die Probleme, die diese mit sich bringt und Freundschaft. Eine sehr kurzweilige Lektüre, voll zeitversetzter Erinnerungen, zum Nachfühlen.

5

Selene Marianis Debütroman „Ellis“ – was für ein Buch! Ich musste mich erst ein wenig in diese kurzen, manchmal etwas spröden Sätze einlesen. Statt alles erzählt und erklärt zu bekommen, muss ich selbst meine Vorstellungskraft aktivieren. Zunächst ergänzt man vielleicht aus eigenen Erfahrungen und Erinnerungen, und mit fortschreitender Erzählung vervollständigen sich die Bilder durch die dann doch erzählten Mosaiksteinchen. Ellis erlebt sich als sowohl als auch. Unter anderem als italienisch und deutsch. Die Eltern haben sich getrennt, die deutsche Mutter ist mit ihr nach Deutschland gezogen. Erinnerungen an Italien und Deutschland und eine erzählte Gegenwart wechseln sich ab und entwickeln das Bild einer verunsicherten Heranwachsenden, die nicht weiß, was ihre Gefühle für ihre beste Freundin zu bedeuten haben ... Ganz klare Leseempfehlung. #selenemariani #ellis #wallsteinverlag #verwirrendegefühle

4

Ellis ist halb Italienerin, halb Deutsche. Nach der Scheidung ihrer Eltern zieht sie mit ihrer Mutter nach Deutschland. Wirklich heimisch wird sie nicht. Sie ist die Außenseiterin. Nicht nur von den anderen zur solchen gemacht, sondern auch ein wenig von ihr aus so gewollt. Es ist ein inneres Spannungsfeld, was sich schon beim Kind auftut - und sich dann bei der jugendlichen und schließlich erwachsenden Ellis fortführt. Sie gehört nirgends so richtig hin, passt aber auch nicht zu sich selbst. Was uns nahtlos zur Sexualität bringt. Denn ihre eigenen Präferenzen gesteht sich Ellis nicht ein. Genau das macht sie dann aber zur Außenseiterin. Selene Mariani deutet hier vieles an, malt mit kurzen Sätzen aquarellige Einsichten, die erst mit der Zeit immer schärfer und deutlicher werden. Ihre Sprache ist schlicht. Und äußerst präzise. Genau das macht Ellis von Anfang an enorm greifbar - auch wenn sie sich noch fischig windet und sich eigentlich gar nicht zeigen will. Ein großer literarischer Kniff. Den Gegenpart zu Ellis bildet Grace. Einst Kindesfreundin, dann Jugendfeindin. Schließlich doch irgendwie wieder Freundin. Die beiden reiben sich am Leben und aneinander. Unausgesprochenes gärt, bis Ellis endlich den Mut findet, sich selbst zuzulassen und für sich selbst einzustehen. Das alles erzählt Selene Mariani herrlich unaufgeregt und reißt so die inneren Abgründe ihrer Protagonistin auf. Das ist schon ziemlich groß. Vor allem für einen solch kurzen Roman. * #Ellis wurde mir von #NetGalleyDE als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt

3

Ellis reflektiert die Geschichte zu ihrer Kindheits-Freundin.

Ellis beschreibt in episodenhaften Rückblicke ihre Freundschaft zu Grace. Beide treffen sich in Italien wieder. Die einst innige Schulfreundschaft hat Risse bekommen.

3

"Ellis" ist ein sehr ruhiger und unaufgeregter Roman. Die Kapitel sind sehr kurz, und man fliegt durch die Seiten. Es gibt sehr viele Rückblenden, weshalb die Geschichte immer wieder in den Zeiten hin und herspringt, wodurch ich oftmals durcheinander kam. Der Ton ist ziemlich distanziert und daher fiel es mir ziemlich schwer, mich irgendwie in Ellis hineinzuversetzen. Auch weil das Buch in LGBTQIA eingeordnet ist habe ich etwas komplett anderes erwartet. Natürlich geht es um die Beziehung zwischen Grace und Ellis, allerdings sucht man hier eine offensichtliche Romanze vergeblich, denn es gibt nur kleine Andeutungen. Hierbei habe ich mir was ganz anderes erhofft. Allerdings mochte ich den Aspekt der kulturellen Identität und zu erfahren, wie Ellis sich zwischen Deutschland und Italien hin und hergezogen gefühlt. Für einen Abend zum durchlesen ist das Buch ganz nett.

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