Eiserne Zeit

Eiserne Zeit

Taschenbuch
3.14
PolizeiWiderstandKrankheitElizabeth Curren

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Beschreibung

Elizabeth Curren hat Krebs. Am Tag, als ihr der Arzt eröffnet, daß ihre Krankheit in ihre letale Phase getreten ist, beginnt sie für ihre Tochter, die mit ihrer Familie in Amerika lebt, ein Tagebuch als eine Art Vermächtnis zu schreiben. Am selben Tag bemerkt sie einen Obdachlosen auf ihrem Grundstück. Sie verjagt ihn nicht, ermahnt ihn aber, kein Feuer anzuzünden. Die alte Frau lebt seit Jahren allein in ihrem Haus am Stadtrand von Kapstadt, betreut nur von einer schwarzen Dienerin, Florence, die am Wochenende zu ihrer Familie in die Townships fährt. Ab und zu bringt Florence ihre zwei kleinen Töchter mit, manchmal auch ihren halbwüchsigen Sohn, der bereits in den bewaffneten Kampf mit einbezogen ist - er hält in Elizabeth Currens Haus Waffen versteckt, wird von der Polizei gesucht, taucht unter und kommt bei einem der blutigen Übergriffe der weißen Ordnungskräfte auf Unterkünfte schwarzer Widerstandskämpfer ums Leben. Elizabeth Curren hat aus einem gewissermaßen altmodischen Gefühl für Anstand heraus die Partei der Schwarzen ergriffen. Je mehr sie durch ihre Krankheit niedergezwungen wird, umso wichtiger wird ihr Mr. Vercueil, der mit seinem Hund meist in einem Verschlag in ihrem Garten haust.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
240
Preis
9.20 €

Autorenbeschreibung

J. M. Coetzee, der 1940 in Kapstadt geboren wurde und von 1972 bis 2002 als Literaturprofessor in seiner Heimatstadt lehrte, gehört zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Er wurde für seine Romane und sein umfangreiches essayistisches Werk mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. zweimal mit dem Booker Prize, 1983 für »Leben und Zeit des Michael K.« und 1999 für »Schande«. 2003 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Coetzee lebt seit 2002 in Adelaide, Australien.Literaturpreise:u.a.:Lannan Literary Award 1998, Booker Prize 1983 (für »Leben und Zeit des Michael K«.), Booker Prize 1999 (für »Schande«), Commonwealth Writers Prize 1999 (für »Schande«), ›Königreich von Redonda-Preis‹ 2001, Literaturnobelpreis 2003

Beiträge

1
Alle
3

Preachy but interesting

In Eiserne Zeit erzählt J. M. Coetzee von Elizabeth Curren, einer todkranken Professorin im Südafrika der späten Apartheid. Während sie sich mit dem Verfall ihres eigenen Körpers auseinandersetzt, wird sie über den Sohn ihrer schwarzen Haushaltshilfe in die politische Gewalt und moralische Brutalität des Landes hineingezogen. Persönliches Sterben und gesellschaftlicher Zerfall spiegeln sich dabei unauflöslich ineinander. Handlung gibt es wenig, diese Momente sind jedoch intensiv und präzise. Besonders eindrücklich ist die Beziehung zwischen der klassischen Professorin und dem obdachlosen Mann: eine denkbar ungleiche Paarung, die zur Parabel über Liebe als Verpflichtung wird, nicht als Trost. Der Text ist sprachlich stark, aber sehr metaphorisch und stellenweise etwas zu preachy; die Logik von Mrs. Currens Monologen wirkt nicht immer realistisch. Kein Roman für alle – aber ein unbequemer, nachhaltiger Text über Verfall, Gewalt und die fragile Hoffnung auf menschliche Wärme

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