Eisenkinder

Eisenkinder

Hardcover
2.52
ExtremismusWiedervereinigungWendeDeutsche Einheit

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Beschreibung

Ein bisher ungeschriebenes Kapitel der Nachwendezeit. Im Herbst 2011 wurde bekannt, dass drei rechtsradikale Terroristen zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordeten. Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe kamen aus Jena, sind etwa genauso alt wie Sabine Rennefanz, die in Eisenhüttenstadt ihr Abitur machte. Sie kommen aus gleichen Milieus und aus einer Generation: Sabine Rennefanz und die Mörder der Zwickauer Zelle. Ihre Leben könnten unterschiedlicher nicht sein. Und doch stellt sich Sabine Rennefanz die Frage: Ist da nicht etwas, was sie selbst mit Menschen wie Uwe Mundlos verbindet, ob sie es will oder nicht? Dieser Frage spürt Sabine Rennefanz in ihrem Buch nach – ihrer Jugend in Eisenhüttenstadt, ihrem Leben nach der Wende in Hamburg, wo sie sich, wie sie heute sagt, »in eine seltsame Richtung« entwickelte und schließlich als Missionarin für eine evangelikale Sekte nach Russland ging. Ihre Spurensuche lässt Sabine Rennefanz entdecken, wie sehr sie damals von einem radikalen Gefühl beherrscht wurde, das in ihr gärte, das sie dazu brachte, in einen Kreuzzug gegen den Westen zu ziehen, das sie bleich werden ließ in Diskussionen mit West-Deutschen, das sie ihren Eltern entfremdete. Ein Dreibuchstabenwort: WUT. Eine unterschwellige, stille, heimliche Wut. Heute weiß Sabine Rennefanz: Es war nicht nur ihre Wut, sondern die Wut einer Generation. Sabine Rennefanz unternimmt eine Reise in die Nachwendezeit, die sich bis ins Heute spannt. Sie erzählt von einer jungen Frau, die damals den Halt verlor und anfällig wurde für radikale Ideen. Immerzu sucht sie dabei nach Verbindungen zu anderen, die abdrifteten. Sie will etwas über sich erfahren. Und über ihre Generation: die Eisenkinder.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
Hardcover
Seitenzahl
256
Preis
15.91 €

Autorenbeschreibung

Sabine Rennefanz, 1974 in Beeskow geboren, studierte Politologie in Berlin und Hamburg. Sie arbeitet seit 1993 als Journalistin, seit 2001 als Redakteurin für die Berliner Zeitung, für die sie mehrere Jahre aus London schrieb. Für ihre journalistische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Deutschen Reporterpreis. Ihr erstes Buch, "Eisenkinder", erschien 2013 und stand mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Beiträge

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Alle
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Achtung, Achtung...hier gibt es NICHTS zu sehen!

Direkt zu Beginn: Ich bin wahrscheinlich der falsche Adressat für diesen Text. Ich bin zwar im ehemaligen Osten geboren, allerdings nur im EHEMALIGEN (Jg. 93). Und daher kann ich die Wut (und die Gedanken) der Autorin auf die Wende, die ihr alles weggenommen zu haben scheint, nicht nachvollziehen. Ich dachte vor der Lektüre, ich hätte ein Buch in der Hand, das mir erklärt, wie die Generation der 70er tickt und wie sie kollektiv die Wende miterlebt und wahrgenommen hat. Erhalten habe ich einen schnöden (und teilweise sehr unglaubwürdigen) Augenzeugenbericht einer Person, die so wirkt, als wenn sie nur eine Abrechnung mit der Wiedervereinigung im Sinn hatte, um sich darüber aufzuregen, dass ihre Träume, die sie mit 17 hatte, zerplatzt sind. Dass sie dadurch aber die Möglichkeit hatte, in London und Hamburg zu arbeiten und zu leben, wirkt nur wie eine Randnotiz. Gleichzeitig dachte ich, dass hier ein Beitrag zum NSU geleistet wird, wie und warum dieser möglich gewesen ist. Aber nein, ich erhielt eine Geschichte über das Abdriften in eine missionierende Freikirchen-Sekte. Am Ende erhielt Frau Rennefanz ihr Happy End - Familienkontakt, Job, im alten Osten gefeiertes Buch Während des gesamten Lesens blieb aber immer wieder ein Nachgeschmack: Versucht sich die Autorin wirklich den NSU und seine Taten zu relativieren? Die einen rutschen in die Freikirchen ab, die anderen in die Neonazi-Szene....ups...da hatte wohl jemand etwas mehr Glück, als jemand anderes. Hier wird immer wieder verharmlost und kaum Kritik geübt (der NSU taucht außerhalb des Pro- und Epilogs das erste Mal auf Seite 100 auf und dann an vier weiteren Stellen). Ja, der Osten hat nicht die Wiedervereinigung erhalten, die er verdient und benötigt hätte! Aber dieses Buch ist kein Beitrag, um diesen zu bringen. Dieses Buch treibt nur einen weiteren Keil in die neuen und alten Bundesländer und sorgt letztlich für eine weitere Polarisierung Mein Eindruck: Die Autorin wollte Aufmerksamkeit für ihre eigene Lebensgeschichte, die sie unbedingt erzählen wollte, fand aber keinen Aufhänger. Die Morde des NSU boten ihr diesen.

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