Einige Arten zu lieben

Einige Arten zu lieben

Hardcover
4.52

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Beschreibung

Eine große literarische Entdeckung

Charlotte Mew war eine der ungewöhnlichsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit, wurde von Zeitgenossen hoch geschätzt und dann vergessen. In England inzwischen wiederentdeckt, blieb sie hierzulande praktisch unbekannt. Dieser Band versammelt ihre eindrucksvollsten Erzählungen erstmals in deutscher Sprache. Sie reichen von surrealen Phantasien bis zu Geschichten von menschlichen Extremerfahrungen, erzählt in einem Ton, der zart und stark zugleich ist und gerade in dieser Mischung elektrisiert.

Um die Liebe, ihre Schattierungen und ihre Gefährdungen geht es in diesen Erzählungen von Charlotte Mew, um Glaube und Tod, um das Ausgestoßensein aus der Gesellschaft und die Fragilität der menschlichen Existenz. Fast immer stehen weibliche Figuren im Mittelpunkt, und die Geschlechterrollen geraten ins Wanken. Diese Geschichte sind so auch ein Spiegel der zeitgenössischen Debatten über Machtstrukturen in Ehe und Familie und die sexuellen Freiheiten der Frau. Die Intensität des menschlichen Mitgefühls, das aus ihren Texten spricht, ist überall gepaart mit einer hellwachen Beobachtungsgabe. Mit Charlotte Mew ist eine große literarische Stimme wiederzuentdecken, die zwischen viktorianischem Zeitalter und literarischer Moderne steht und heute wieder direkt zu uns spricht.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Hardcover
Seitenzahl
271
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Charlotte Mew (18691928) wurde in London geboren, wo sie nach dem Tod ihres Vaters gemeinsam mit ihrer Mutter und einer Schwester in beschränkten Verhältnissen lebte in Sichtweite des literarischen Establishments von Bloomsbury. Ihre hochgespannte Prosa und die ungewöhnliche, experimentelle Form ihrer Gedichte lassen sie wie aus der Zeit gefallen erscheinen. Ein Jahr nach dem Tod ihrer Schwester nahm sie sich, schon lange psychisch gefährdet, das Leben. Wiebke Meier übersetzt literarische Texte und Sachbücher aus dem Englischen und war Lehrbeauftragte im Studiengang Literarisches Übersetzen an der Ludwig-Maximilians- Universität München. 2017 erhielt sie den Paul Scheerbart-Preis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung für den Band "Picknick in der Nacht" von Charles Simic.

Beiträge

1
Alle
5

Absolut empfehlenswert

Die Erzählungen sind inhaltlich und sprachlich sehr divers. Teils dürfen wir in magischen Wäldern eintauchen, begleiten Liebende oder finden uns auf dem Friedhof mit zwei Trauernden wieder. Charlotte Mew kommt aus einer kinderreichen Familie, indem zwei ihrer Geschwister an Schizophrenie erkrankten. Gemeinsam mit ihrer Schwester entschied sie sich gegen eine eigene Familie, um das Erbgut nicht weiterzugeben. Nach dem Tod der Schwester, nimmt sich Charlotte Mew selbst das Leben. Der Tod ist in den Erzählungen allgegenwärtig und wirkt zeittypisch als etwas Erstrebenswertes als bedrohlich. Mein Lieblingszitat: „Die schönsten menschlichen Pläne liegen jedoch in den Händen des Schicksals und der Unordnung, die es anrichtet, […]“ S. 181 (Schicksalshafte Treue). Verlust, Einsamkeit, Liebe und viele Versionen der Nacht, um einige von vielen Themen des Werkes zu benennen, werden zum Teil in einer hervorstechenden Prosa. Hervorzuheben ist das Nachwort, um die biografischen Bezüge in den Erzählungen zu erkennen. Charlotte Mew‘s Schreibstil kommt für mich dennoch mystisch und undurchdringbar daher, welcher viel Raum für Interpretation lässt. Mit viel Anerkennung für die Autorin verbleibe ich wehmütig und voller Achtung dem Tod und der Liebe zurück mit der Frage: Geht Liebe über den Tod hinaus? Fazit: Ein sehr gelungenes Werk und absolut empfehlenswert für Alle, die die hohe Kunst der Literatur mögen.

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