Eine vergessene Schuld
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Beschreibung
Der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner sorgt durch rechtsradikale Äußerungen zum Thema Deserteure und NS-Justiz für Aufsehen. Es drohen strafrechtliche Konsequenzen. Da die Ermittlungen von Verfassungsschutz und BKA jedoch feststecken, wird die junge Kriminalpsychologin Jasina Behrens mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Das Thema bewegt die Psychologin selbst: Sie ist mit ihren Eltern aus Syrien geflohen, ihr jüngerer Bruder blieb zurück, verweigerte den Wehrdienst in der syrischen Armee. Seitdem ist er spurlos verschwunden. In vielen Gesprächen finden Jasina und der ehemalige Richter einen Zugang zueinander, der nicht nur Heppners eigene Familiengeschichte offenbart, sondern auch den Bogen zu dem »Halbjuden« Raimund Bach schlägt, der im Spätsommer 1944 seinen Versetzungsbefehl verweigert und sich über Monate in Amsterdam versteckt …
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Arne Jensen war lange Arzt und in der Traumatherapie tätig und interessierte sich schon früh für die jüngere deutsche Geschichte und deren Folgen für die Nachkriegsgeneration. Nach »Etwas verborgen Schönes« ist »Eine vergessene Schuld« sein zweiter Roman im Heyne Verlag, in den er sein Spezialgebiet »familiäre Kriegstraumata« erneut einfließen lässt. Arne Jensen lebt mit seiner Familie in Hamburg und Schleswig-Holstein.
Merkmale
1 Bewertungen
Stimmung
Hauptfigur(en)
Handlungsgeschwindigkeit
Schreibstil
Beiträge
Schuld verjährt nicht. Niemals!
Wir begleiten auf verschiedenen Zeitsträngen mehrere Personen und deren Schicksale, die am Ende zusammenführen und verschiedene Fragen aufwerfen. Wie gehen nachfolgende Generationen mit der Schuld um, die ihre Vorfahren auf sich geladen haben? Wie geht man mit Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren um? Dazu begleiten wir in der Zeit des 2. Weltkriegs Raimund Bach, einen Soldaten, dessen Mutter jüdischer Abstammung ist, sowie in der Gegenwart den ehemaligen Verfassungsrichter Rudolf Heppner, der sich durch provokante Äußerungen im Internet zur Zielscheibe gemacht hat und einem Anschlag zum Opfer fällt. Hinzu kommt dann noch Jasina Behrens, eine Polizeipsychologin, deren Familie aus Syrien fliehen und den damals 7 jährigen Bruder zurücklassen musste und die für die Ermittlungen eine Einschätzung über Rudolf Heppner abgeben soll. Wie das alles miteinander zusammenhängt und welche Aspekte im Leben der jeweiligen Charaktere noch wichtig sind, erfahren wir wie gesagt im Laufe der Geschichte. Für mich waren die Passagen der Vergangenheit am spannendsten und durch den Austausch mit dem Autor sowie durch das Nachwort wurde klar, dass es Raimund Bach und sein Schicksal tatsächlich so gegeben hat. Auch andere Aspekte der Geschichte, wie z.B. eine durchgeführte Lobotomie haben ihren Ursprung in tatsächlichen Begebenheiten. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, was es für ein Rechercheaufwand sein muss, wenn man die realen Geschehnisse möglichst genau abbilden möchte, großen Respekt an Arne Jensen dafür! Umso mehr tut es mir Leid, dass ich sagen muss, dass mir die Geschehnisse im Gegenwartsstrang nicht so sehr gefallen haben. Die Ermittlungsarbeit der Polizei besteht häufig aus langen, ausschweifenden Diskussionen über Grundsatzfragen oder politische Diskurse. Ich musste häufig aufpassen während dieser "theoretischen" Teile gedanklich nicht abzuschweifen. Dadurch, dass wir ein und dieselbe Situation beispielsweise sowohl in einer Rückblende erleben, dann aber auch nochmal im Gespräch zwischen Jasina und Rudolf Heppner, hat bei mir zwischenzeitlich den Eindruck erweckt, dass wir Dinge wiederholt "durchkauen" und sich die Story etwas zieht. Leider konnte ich aufgrunddessen auch keine wirkliche Bindung zu den Charakteren aufbauen, die ganze Geschichte hätte für mich weitaus emotionaler sein können.

Mit „Eine vergessene Schuld“ hat der Autor Arne Jensen einen Roman geschaffen, der sich mit Verbrechen beschäftigt, die noch heute die Nachfahren belasten. Der ehemalige Verfassungsrichter Dr. Rudolf Heppner veröffentlicht 2023 in den sozialen Medien Aussagen polarisierende Themen, die sich je nach Auslegung sehr stark am rechten oder linken politischen Rand bewegen. Doch dann wird auf Heppner ein Farbbeutel-Attentat verübt. Da in Bezug auf das Attentat ein politischer Hintergrund vermutet wird, schalten sich LKA, BKA und Staatsschutz ein. Im Rahmen der Ermittlungen wird die Psychologin Jasina Behrens beauftragt, ein Persönlichkeitsprofil des Richters zu erstellen. Während den Gesprächen, die zunehmend privat werden, kommt Jasina mehr und mehr den Ereignissen auf die Spur, die Heppners Handeln bis heute zu bestimmen scheinen. Auch merkt Jasina, dass sich die beiden nicht ganz unähnlich sind. Der zweite Handlungsstrang spielt zwischen 1942 und 1945. Raimund Bach ist als Marinemaat in Holland stationiert. Doch sein Geheimnis, dass er zur Hälfte Jude ist, konnte er bislang verbergen. Als Angehöriger der Marine konnte er seine Familie bisher auch vor Übergriffen der Nationalsozialisten bewahren. Als er erfährt, dass seine Mutter deportiert wurde und er einen Marschbefehl an die Front erhält, entscheidet er sich zu desertieren. Als der Krieg als beendet gilt, stellt er sich mit einem weiteren Deserteur den kanadischen Besatzern. Nach Auffassung der deutschen Truppen gilt hier jedoch immer noch das Kriegsrecht und so werden die Beiden einige Tage nach Kriegsende vor einem Militärgericht verurteilt. Wie diese beiden Geschichten zusammenhängen, will ich an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten... Auch wenn ich anfangs nur schwer Zugang zur Geschichte gefunden habe, fand ich den Roman doch mit der Zeit sehr spannend und auch berührend. Ich finde es beachtenswert, dass sich der Autor mit “Eine vergessene Schuld” an solche gesellschaftspolitisch schwierigen Themen gewagt hat, die heutzutage relevanter denn je sind und auch nicht in Vergessenheit geraten sollten.
Wie geht man mit der Schuld der Vorgeneration um? Trägt man Verantwortung? Muss man Absolution erteilen oder erwarten? Auf verschiedenen Zeitebenen wird hier eine unfassbare Geschichte erzählt. Wieder habe ich etwas Neues über den 2. Weltkrieg erfahren und bin immer noch sprachlos ob der Grausamkeit. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und die Vergangenheit war interessant aber besonders beeindruckt hat mich der Gegenwartsstrang. Denn sehr aktuelle Themen werden aufgegriffen. Moralische und ethische Fragen werden gestellt und jeder kann für sich Antworten suchen. Absolut lesenswert!
Merkmale
1 Bewertungen
Stimmung
Hauptfigur(en)
Handlungsgeschwindigkeit
Schreibstil
Beschreibung
Der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner sorgt durch rechtsradikale Äußerungen zum Thema Deserteure und NS-Justiz für Aufsehen. Es drohen strafrechtliche Konsequenzen. Da die Ermittlungen von Verfassungsschutz und BKA jedoch feststecken, wird die junge Kriminalpsychologin Jasina Behrens mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Das Thema bewegt die Psychologin selbst: Sie ist mit ihren Eltern aus Syrien geflohen, ihr jüngerer Bruder blieb zurück, verweigerte den Wehrdienst in der syrischen Armee. Seitdem ist er spurlos verschwunden. In vielen Gesprächen finden Jasina und der ehemalige Richter einen Zugang zueinander, der nicht nur Heppners eigene Familiengeschichte offenbart, sondern auch den Bogen zu dem »Halbjuden« Raimund Bach schlägt, der im Spätsommer 1944 seinen Versetzungsbefehl verweigert und sich über Monate in Amsterdam versteckt …
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Arne Jensen war lange Arzt und in der Traumatherapie tätig und interessierte sich schon früh für die jüngere deutsche Geschichte und deren Folgen für die Nachkriegsgeneration. Nach »Etwas verborgen Schönes« ist »Eine vergessene Schuld« sein zweiter Roman im Heyne Verlag, in den er sein Spezialgebiet »familiäre Kriegstraumata« erneut einfließen lässt. Arne Jensen lebt mit seiner Familie in Hamburg und Schleswig-Holstein.
Beiträge
Schuld verjährt nicht. Niemals!
Wir begleiten auf verschiedenen Zeitsträngen mehrere Personen und deren Schicksale, die am Ende zusammenführen und verschiedene Fragen aufwerfen. Wie gehen nachfolgende Generationen mit der Schuld um, die ihre Vorfahren auf sich geladen haben? Wie geht man mit Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren um? Dazu begleiten wir in der Zeit des 2. Weltkriegs Raimund Bach, einen Soldaten, dessen Mutter jüdischer Abstammung ist, sowie in der Gegenwart den ehemaligen Verfassungsrichter Rudolf Heppner, der sich durch provokante Äußerungen im Internet zur Zielscheibe gemacht hat und einem Anschlag zum Opfer fällt. Hinzu kommt dann noch Jasina Behrens, eine Polizeipsychologin, deren Familie aus Syrien fliehen und den damals 7 jährigen Bruder zurücklassen musste und die für die Ermittlungen eine Einschätzung über Rudolf Heppner abgeben soll. Wie das alles miteinander zusammenhängt und welche Aspekte im Leben der jeweiligen Charaktere noch wichtig sind, erfahren wir wie gesagt im Laufe der Geschichte. Für mich waren die Passagen der Vergangenheit am spannendsten und durch den Austausch mit dem Autor sowie durch das Nachwort wurde klar, dass es Raimund Bach und sein Schicksal tatsächlich so gegeben hat. Auch andere Aspekte der Geschichte, wie z.B. eine durchgeführte Lobotomie haben ihren Ursprung in tatsächlichen Begebenheiten. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, was es für ein Rechercheaufwand sein muss, wenn man die realen Geschehnisse möglichst genau abbilden möchte, großen Respekt an Arne Jensen dafür! Umso mehr tut es mir Leid, dass ich sagen muss, dass mir die Geschehnisse im Gegenwartsstrang nicht so sehr gefallen haben. Die Ermittlungsarbeit der Polizei besteht häufig aus langen, ausschweifenden Diskussionen über Grundsatzfragen oder politische Diskurse. Ich musste häufig aufpassen während dieser "theoretischen" Teile gedanklich nicht abzuschweifen. Dadurch, dass wir ein und dieselbe Situation beispielsweise sowohl in einer Rückblende erleben, dann aber auch nochmal im Gespräch zwischen Jasina und Rudolf Heppner, hat bei mir zwischenzeitlich den Eindruck erweckt, dass wir Dinge wiederholt "durchkauen" und sich die Story etwas zieht. Leider konnte ich aufgrunddessen auch keine wirkliche Bindung zu den Charakteren aufbauen, die ganze Geschichte hätte für mich weitaus emotionaler sein können.

Mit „Eine vergessene Schuld“ hat der Autor Arne Jensen einen Roman geschaffen, der sich mit Verbrechen beschäftigt, die noch heute die Nachfahren belasten. Der ehemalige Verfassungsrichter Dr. Rudolf Heppner veröffentlicht 2023 in den sozialen Medien Aussagen polarisierende Themen, die sich je nach Auslegung sehr stark am rechten oder linken politischen Rand bewegen. Doch dann wird auf Heppner ein Farbbeutel-Attentat verübt. Da in Bezug auf das Attentat ein politischer Hintergrund vermutet wird, schalten sich LKA, BKA und Staatsschutz ein. Im Rahmen der Ermittlungen wird die Psychologin Jasina Behrens beauftragt, ein Persönlichkeitsprofil des Richters zu erstellen. Während den Gesprächen, die zunehmend privat werden, kommt Jasina mehr und mehr den Ereignissen auf die Spur, die Heppners Handeln bis heute zu bestimmen scheinen. Auch merkt Jasina, dass sich die beiden nicht ganz unähnlich sind. Der zweite Handlungsstrang spielt zwischen 1942 und 1945. Raimund Bach ist als Marinemaat in Holland stationiert. Doch sein Geheimnis, dass er zur Hälfte Jude ist, konnte er bislang verbergen. Als Angehöriger der Marine konnte er seine Familie bisher auch vor Übergriffen der Nationalsozialisten bewahren. Als er erfährt, dass seine Mutter deportiert wurde und er einen Marschbefehl an die Front erhält, entscheidet er sich zu desertieren. Als der Krieg als beendet gilt, stellt er sich mit einem weiteren Deserteur den kanadischen Besatzern. Nach Auffassung der deutschen Truppen gilt hier jedoch immer noch das Kriegsrecht und so werden die Beiden einige Tage nach Kriegsende vor einem Militärgericht verurteilt. Wie diese beiden Geschichten zusammenhängen, will ich an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten... Auch wenn ich anfangs nur schwer Zugang zur Geschichte gefunden habe, fand ich den Roman doch mit der Zeit sehr spannend und auch berührend. Ich finde es beachtenswert, dass sich der Autor mit “Eine vergessene Schuld” an solche gesellschaftspolitisch schwierigen Themen gewagt hat, die heutzutage relevanter denn je sind und auch nicht in Vergessenheit geraten sollten.
Wie geht man mit der Schuld der Vorgeneration um? Trägt man Verantwortung? Muss man Absolution erteilen oder erwarten? Auf verschiedenen Zeitebenen wird hier eine unfassbare Geschichte erzählt. Wieder habe ich etwas Neues über den 2. Weltkrieg erfahren und bin immer noch sprachlos ob der Grausamkeit. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und die Vergangenheit war interessant aber besonders beeindruckt hat mich der Gegenwartsstrang. Denn sehr aktuelle Themen werden aufgegriffen. Moralische und ethische Fragen werden gestellt und jeder kann für sich Antworten suchen. Absolut lesenswert!






