Eine Jugend in Deutschland

Eine Jugend in Deutschland

Taschenbuch
4.012
SozialismusGefangenschaftLiteraturklassiker1918

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Beschreibung

Als begeisterter Freiwilliger zog er in den ersten Weltkrieg, und als humanitärer Pazifist kehrte er heim. Er schlug sich auf die Seite der Aufständischen, war in der Festung Niederschönenfeld inhaftiert, und er erkannte die tragische Grenze der Revolution. In seiner aufrichtigen und meisterhaft-schlichten Autobiographie beschreibt er seine frühen Jahre - eine Jugend in Deutschland, die voll großer Hoffnungen und voll großer Enttäuschung war.
Das wahrscheinlich bedeutendste und wieder bestürzend aktuell gewordene Werk des expressionistischen Autors Ernst Toller, der in Dichtung und Politik keinen unversöhnlichen Gegensatz sah.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Schriftsteller
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
176
Preis
10.30 €

Autorenbeschreibung

Ernst Toller wurde am 1. Dezember 1893 in Samotschin (Bezirk Bromberg) als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er studierte Jura in Grenoble, ging als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg und wurde 1916 nach einer schweren Krankheit entlassen.Er nahm sein Studium an den Universitäten München und Heidelberg wieder auf und war eine Zeitlang Schüler Max Webers. Nach der Revolution von 1918 wurde er Vorsitzender der Unabhängigen Sozialistischen Partei in München und trat 1919 in die Regierung der Räterepublik ein. Ein Standgericht verurteilte ihn zu fünf Jahren Festung. Nach seiner Entlassung lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. Als 1933 der Nationalsozialismus zur Macht kam, emigrierte er über die Schweiz, Frankreich und England in die USA, wo er in schweren Verhältnissen lebte und am 22. Mai 1939 in einem New Yorker Hotel Selbstmord beging. Toller war eine vielseitige literarische Begabung; Drama, Gedicht und erzählende Prosa waren ihm gleichermaßen geläufig. Der größte Erfolg aber war zu Lebzeiten des Dichters seinen zahlreichen Dramen beschieden; es waren die Bühnensensationen des Expressionismus, von den berühmtesten Regisseuren inszeniert: «Die Wandlung» (1919), «Masse Mensch» (1921), «Die Maschinenstürmer» (1922), «Hinkemann» (1924), «Der entfesselte Wotan» (1924), «Hoppla, wir leben!» (1927), um nur die bekanntesten seiner Bühnenwerke zu nennen.

Beiträge

5
Alle
5

Diese Autobiographie von Ernst Hugo Toller - deutscher Schriftsteller jüdischer Herkunft ; Dramatiker, Politiker und linkssozialistischer Revolutionär - hat mir ein Thema näher gebracht, welches mir zwar im Ansatz bekannt aber in diesem Umfang nicht klar war: Die Zeit zwischen dem ersten Weltkrieg und der Weimarer Republik. Ja, ich wusste, dass die Monarchie abgeschafft wurde, dass es die Novemberrevolution gab und dass die Weimarer Republik ausgerufen wurde; das ganze Ausmaß war mir jedoch nicht bekannt. Ich wusste nichts über die Räterepublik, nichts von den Kämpfen die in Bayern stattfanden, nichts von hunderten von Toten, die friedlich ein gerechteres System in Deutschland einführen wollten - jenseits eines sinnlosen Krieges. Wer - wie ich - diesen Teil der deutschen Geschichte noch nicht oder nicht ausführlich genug kennt, dem empfehle ich diese Autobiographie, die - wie der Titel verrät - eine Kindheit und Jugend in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts beschreibt; und einem die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe dieser Zeit näher bringt. Dem Leser fällt dabei auch auf, dass gewisse politische Strömungen lange im Hintergrund schwelen und zu einem Feuer werden können, welches sich dann nur noch schwer löschen lässt! Unterstützt wird die Lektüre durch die Artikel bei WIKIPEDIA, die man erhält, wenn man NOVEMBERREVOLUTION und/oder ERNST HUGO TOLLER eingibt. Von mir 5/5

4

Die Münchner Räterepublik aus Insidersicht. Dieser sehr dünne aber dichte Erfahrungsbericht Ernst Tollers ist zwar nicht frei von Schönfärberei und Parteinahme, dafür in der Beschreibung der Geschehnisse sehr interessant. Das ist dann der Unterschied zu einem Sachbuch zu dem Thema. Dessen muss man sich bewusst sein. Auch an Selbstreflexion mangelt es nicht. So weiß Toller um seinen privilegierten familiären Hintergrund genauso wie um die Parareligiösität des Kommunismus. Unterm Strich ein gutes Zeitdokument .

4

Zeitgeschichte

Ernst Toller, deutscher Schriftsteller und Politiker, beschriebt in „Eine Jugend in Deutschland“ sein Erwachsenwerden. In seinem autobiographischen Werk beschreibt Ernst Toller seine Kindheit, seinen Einsatz im ersten Weltkrieg sowie seine Zeit in der Münchner Räterepublik. Mit seiner jüdischen Herkunft hatte es Ernst Toller in den damaligen Zeiten nicht immer leicht gehabt. Bereits in der Schule wurde er beschimpft, doch hat ihn das nicht weiter gestört. Später in der Armee hat er sich einen hohen Dienstgrad angeeignet, der ihm leider später in seiner politischen Laufbahn auch nichts nutzte. Er war beteiligte sich in der Münchner Räterepublik und das kostete ihn fast das Leben. Typisch für dieses Werk ist der Schreibstil der damaligen Zeit. Auf der einen Seite wirklich schön, da man beim Lesen sich viel besser in diese Epoche hineinversetzen kann. Auf der anderen Seite hatte ich einige Probleme wirklich mitzukommen, da ich die Gedanken und auch Zeitsprünge nicht richtig verstanden habe. Doch wer sich für diese Zeit und die Person Ernst Toller interessiert, sollte dieses Buch lesen, da es viele Informationen liefert, die ich im Geschichtsunterricht nicht gelernt habe.

4.5

Ernst Toller liefert mit dieser Autobiographie einen - auch literarisch wertvollen - Einblick in die Münchener Räterepublik. Toller berichtet, wie er als begeisterter Kriegfreiwilliger zum Revolutionär wurde, und wie diese Revolution scheiterte. 1933 geschrieben, dem Jahr seiner Emigration, beschreibt er die Weimarer Republik als schon 1919 gescheitertes Projekt. 1933, so Toller, könne man nur verstehen, wenn man auch 1919 versteht. Nicht zu Unrecht. Ein wertvolles Zeugnis einer turbulenten Zeit.

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