Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Christien Brinkgreve wurde 1949 geboren und ist emeritierte Professorin für Soziologie. Sie forschte und publizierte zu den Beziehungen zwischen Männern und Frauen, zwischen Eltern und Kindern sowie zum Umgang mit Emotionen. Sie lebt in Amsterdam.
Beiträge
Beeindruckend ehrlich und offen. Klug und reflektiert. Nicht aufregend aber trotzdem spannend.
In ‚Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen‘, räumt die emeritierte Soziologieprofessorin Christien Brinkgreve nach dem Tod ihres Mannes ihr Haus auf – und legt dabei die Schichten ihres gemeinsamen Lebens frei. Während sie Dinge ausmistet und sortiert, in dem vernachlässigten und überfüllten Haus, seziert sie mit der gleichen Präzision, die ihr berufliches Thema (das gesellschaftliche Geschlechterverhältnis) prägte – das Innenleben ihrer Beziehung und geht dabei sowohl mit sich als auch ihrem Mann schonungslos ins Gericht. Die Hörspielfassung ist insgesamt gut gelungen: ruhig, klar, unaufgeregt. Die Sprecherin hat mich nicht restlos begeistert, trägt den Text aber solide vor. Besonders eindrucksvoll ist die Offenheit, mit der die Autorin über Nähe und Distanz spricht: darüber, was sie an ihrem Mann hielt, aber auch über die Einsamkeit, die Zweifel und die leisen Risse, die sich über Jahrzehnte ziehen. Ihren Gedanken zuzuhören fühlt sich an wie ein Gespräch mit einer klugen Freundin, die nichts beschönigt und gerade dadurch tröstet. Das Buch ist voller leiser Weisheit und Erkenntnisse. Für alle, die schon ein paar Lebensjahre gesammelt haben und sich für die Beziehungen interessieren, die uns tragen, prägen und manchmal herausfordern, ist dieses Hörbuch eine sehr gute Wahl. Es lädt ein, das eigene Leben mitzudenken – und vielleicht ein paar Dinge neu zu ordnen.
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christien Brinkgreve ist das Memoir einer emeritierten Professorin für Soziologie, das mich leider nicht begeistern konnte, aus dem Niederländischen von Lisa Mensing. Das Cover mit dem bunten Blumenstrauß gefällt mir sehr, es passt jedoch nicht zum Inhalt. Die Autorin zieht Bilanz über ihre Ehe. Ihr Mann war erfolgreicher Journalist, der durch seine Arbeit für Funk und Fernsehen bekannt war. Im Buch nennt sie ihn „A“. Nach dem Tod von A räumt sie das Haus auf, in dem sie jahrzehntelang mit ihm und ihren beiden Söhnen gelebt hatte. In den Achtziger Jahren war sie eine der wenigen Dozentinnen an der Universität, sie denkt darüber nach, wie schwer es damals für Frauen war, Beruf und Familie zu vereinbaren. Gelungen ist ihr das nur mit Hilfe von Kindermädchen. A steht im Mittelpunkt des Memoirs. Die Autorin denkt an die ersten glücklichen Jahre, die vielen Jahre, in denen sie mehr neben- als miteinander gelebt haben und A‘s letzte Jahre, als er bettlägerig und pflegebedürftig war. Zu der Zeit hat er Christien oft vor den Kopf gestoßen. Sie entschuldigt sein Verhalten damit, dass er generell ein schwieriges Verhältnis zu Frauen hatte. Seine Mutter ist gestorben, als er ein Kind war, die Schwester übernahm daraufhin die Mutterrolle, aber auch sie ist früh gestorben. Die Frauen in seinem Leben haben ihn stets verlassen. „Frauen waren zu Personen geworden, an die man sich besser nicht binden sollte. Sie verschwanden wieder. Wenn man sich einfach nicht auf die Bindung einließ, kam es erst gar nicht so weit.“ A kam mit dem Leben als Pensionär nicht zurecht, ihm fehlte die Anerkennung, Frustration und Schwermut bestimmte seine letzten Lebensjahre. Die Autorin schreibt über ihr eigenes Verhalten: „Von Anfang an wurde mir die Furcht vor Dissonanzen und Unmut beigebracht, die Neigung, Konfrontationen aus dem Weg zu gehen.“ Statt A mit seinem Verhalten zu konfrontieren, hat sie sich in ihr Arbeitszimmer oder das Ferienhaus am Meer zurückgezogen. Das Buch hat mich bedrückt zurückgelassen. Die Lebensbilanz der Autorin hat mich traurig gestimmt, ich ziehe daraus auch keine Erkenntnisse für mich oder meine Beziehung. Von mir leider keine Leseempfehlung.
Ehrlich und Schonungslos🩷🌸
Eine Frau blickt auf ihrer Ehe zurück und bekommt die harte Realität vor Augen gesetzt. Es ist kein Roman wie man ihn kennt, sondern die Verarbeitung einer Ehe und was man alles aufgegeben hat und auch anhören musst. Ich finde den Schreibstil ehrlich, erschreckend und berührend zugleich. Die kurzen Kapitel fand ich auch klasse und das Buch konnte schnell beendet werden. Das Buch regt zum nachdenken an und halt auf jeden Fall nach.🌸🩷

Christien lässt ihr Leben Review passieren. Ihr Mann ist gestorben und sie räumt das Haus auf und aus. Dabei erzählt sie aus ihrem Leben. Sie erinnert sich an Orte, Menschen, Begebenheiten. Sie erzählt von ihrer Emanzipation und ihrer gleichzeitigen Unterordnung unter ihren zweiten Mann, mit dem sie nie zu einem völlig offenen Zusammensein fand. Im Laufe der Jahre konnte sie ihm nie alles sagen, was sie bewegte. Ihr fehlt seine Wertschätzung. Oft muss sie sich seinen schwermütigen Phasen anpassen. Obwohl sie klug ist und im Berufsleben ihren Weg ging und hier Erfüllung fand. Sie stellt sich die Frage, warum sie so handelte, in wie weit das Patriarchat noch wirkte und Auswirkungen auf sie hatte. Christin Brinkgreve erzählt schnörkellos, ohne Sentimentalität, allerdings mit leichter Wehmut. Man kann sich ihr Leben gut vorstellen als Mutter und Professorin in Amsterdam. Ehrlich, ohne sich selbst in Schutz zu nehmen. Man nimmt ihr die Erschöpfung im Alltag als Berufstätige und Mutter ab. Auch die Schwierigkeit, mit ihrem Mann zu leben. Leider lernen wir nur Ihre Sicht auf ihre Ehe kennen. Gern hätte ich auch mehr über A. gewusst. Für Christien ist diese Bestandsaufnahme eine Art Trauerbewältigung und Therapie. Das ist zu spüren. Schöne Ausdrücke und Vergleiche bereichern das Lesen. Sprachlich hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Die Autorin weiß mit Sprache umzugehen. Im letzten Teil wird manches nochmal wiederholt, verfestigt. Da hätte man auch etwas straffen können. Es ist ein stilles Buch, ohne große Spannung, und trotzdem nicht langweilig. Für alle, die gern über starke Frauen lesen.
Toller Roman, der zum Nachdenken anregt
„Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ thematisiert die Rollen der Frau. Sehr interessant fand ich, dass ich beim Lesen den Eindruck gewonnen habe, dass Elternschaft ein Paar eher auseinander- statt zusammenbringt. Das habe ich immer anders gesehen, aber es macht eigentlich Sinn.😅 Das Buch liest sich wie die Reflexion einer Frau, die über ihr gesamtes Erwachsenenleben sinniert. Dafür benötigt „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ keinen spannenden, krassen Plot, obwohl das Buch mit einem Tod beginnt. Stattdessen bekommt man eine ernsthafte und gefühlvolle Auseinandersetzung, die dazu einlädt, sich selbst unbeschönigt zu hinterfragen.

Unglaublich ehrlich und mutig!
Als ihr Mann stirbt, nimmt Christien Brinkgreve, eine emeritierte Professorin für Soziologie ihre Vergangenheit unter die Lupe, allem voran die Beziehung zu ihrem Mann, die ihr Leben maßgeblich bestimmt hat. Obwohl sie beruflich erfolgreich war und ihr eigenes soziales Netzwerk hatte, kam sie kaum gegen ihren Mann an, seine Dominanz, Stimmungsschwankungen und zum Teil das ihr gegenüber beschämende und verletzende Verhalten. Nichtsdestotrotz entschied sie sich dazu, Jahrzehnte lang an seiner Seite zu leben. Die Gründe hierfür legt die Autorin in ihren Memoiren offen. Christien Brinkgreve ordnet ihre Erinnerungen und räumt das gemeinsame Haus auf, dessen Zustand ihr Eheleben widerspiegelt. Zeitweise war es „das Haus von Leuten, die es aufgegeben hatten, Ordnung zu halten, die Dinge im Griff zu haben, einen Ort zu schaffen, an dem man sich gerne aufhielt.“ (S. 10) Es verlor seine Schönheit, wurde vernachlässigt und entwickelte sich schließlich zu einem Ort, an dem man eher vorbei einander als miteinander lebte. Nach dem Tod ihres Mannes versucht die Autorin, ihren Platz im gemeinsamen Haus bewusst einzunehmen, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, die Muster zu entlarven, deren Gefangene sie lange war. Mit der Aufräumarbeit im Inneren und im Äußeren wird eine Schicht nach der anderen frei gelegt, man findet zu sich selbst, kann sich neu definieren. Die Ereignisse werden nicht wirklich chronologisch erzählt. Man hat den Eindruck, dass man einer durchdachten und gefühlvollen Reflexion einer weisen Frau folgen darf, die beschlossen hat, die Karten offen zu legen, um sich dadurch von der Last der Vergangenheit zu befreien. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, Neues über Dynamiken in Beziehungen gelernt und im Nachhinein auch über die Wirkung der Räume, in denen wir leben, nachdenken müssen.

Welche Liebe eigentlich?!
Der Titel des Buchs hat mich angesprochen da ich momentan gerne Bücher lese, in denen Menschen ihr Leben rückblickend ordnen und reflektieren. Leider wurde meine Erwartung hier nicht erfüllt. Die Autorin blickt nach dem Tod ihres Mannes auf ihre Ehe zurück, räumt das gemeinsame Haus aus und sortiert dabei nicht nur Gegenstände, sondern auch Gefühle, Rollen und Lebensentscheidungen. Doch genau die Liebe selbst bleibt erstaunlich blass. Man erfährt kaum, was die Autorin konkret an ihrem verstorbenen Mann eigentlich geschätzt oder geliebt hat. Stattdessen dominiert ein kritischer Blick auf die Beziehung und ihre Einschränkungen. Bei mir ist der Eindruck entstanden, als gäbe es eine nicht erzählte Vorgeschichte oder als würde das Buch ein tieferes Vorwissen über diese Partnerschaft voraussetzen. Die emotionalen Bindungen und schönen Momente, die eine Ehe doch auch prägen, wurden kaum thematisiert. Dadurch fiel es mir schwer, Sympathie oder echte Empathie für die Autorin zu entwickeln. Als berührende oder nachvollziehbare Geschichte hat es mich daher nicht erreicht.
Eine schonungslose Abrechnung
„Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen“ von Christien Brinkgreve ist ein beeindruckend ehrliches Buch. Über mehr als 40 Jahre hinweg war sie verheiratet und blickt nun, nach dem Tod ihres Mannes, mit großer Klarheit auf eine Ehe zurück, die alles andere als glücklich war. Es ist keine romantische Rückschau, sondern eine schonungslose Bestandsaufnahme. Radikal ehrlich schreibt Brinkgreve über Verletzungen, Sprachlosigkeit und die schleichende Entfremdung in ihrer Ehe. Besonders eindrücklich, aber auch irritierend ist, dass die Kommunikation am Ende nur per E-Mail zwischen ihnen stattfand. Von Angesicht zu Angesicht fiel ihnen die Kommunikation immer schwerer. Dies spiegelt die emotionale Distanz zwischen ihnen gut wider. Nähe war kaum noch vorhanden. Beim Lesen stellt man sich unweigerlich immer wieder die Frage: Warum hat sie ihn nicht verlassen? Gerade weil sie die Unzufriedenheit so klar benennt. Vieles wirkt erst im Rückblick, nach dem Tod des Mannes, für Brinkgreve wirklich verstehbar. Beim Aufräumen des gemeinsamen Hauses steigen Erinnerungen auf und verdrängte Gefühle kehren zurück. Das Haus wird zum Symbol eines Lebens, das sie, wie sie selbstkritisch einräumt, sehr vernachlässigt hat. An dieser Stelle im Buch bringt sie es selbst gut auf den Punkt: „ Sie (die Tochter) schüttelt den Kopf über all die verkümmerten Gegenstände, konstatiert grübelnd, dass dieser Hang zum Aufbewahren auch eine Form der Vernachlässigung ist. Die schönen Dinge verschwinden im Chaos.“ (S.120) Brinkgreve bemüht sich immer wieder, auch ihren Ehemann zu verstehen, seine Schwächen und Prägungen mitzudenken. Es ist definitiv ein mutiges Buch. Dennoch liest sich das Buch an vielen Stellen als eine späte Abrechnung mit ihrem verstorbenen Mann. Brinkgreve benennt Kränkungen und Versäumnisse klar und ungeschönt. Ihr Mann erscheint dabei fast durchweg emotional unzugänglich, oft unsympathisch und sehr verletzend. Zwar bemüht sie sich stellenweise, seine Prägungen und Schwächen zu verstehen, doch das Gesamtbild bleibt einseitig. Man lernt ihn fast ausschließlich aus der Perspektive ihrer Enttäuschung kennen. Und genau hier bin ich im Zwiespalt. Schreiben als Therapie und als Versuch der Aufarbeitung ist absolut nachvollziehbar. Aber ist es auch notwendig, ein so persönliches und letztlich einseitiges Zeugnis zu veröffentlichen? Der Mann, über den sie schreibt, lebt nicht mehr. Er kann sich nicht äußern, nicht widersprechen, keine eigene Sicht beisteuern. Damit habe ich meine Probleme. Insgesamt ist es eine eindringliche Auseinandersetzung mit Liebe, Abhängigkeit, Entfremdung und der Frage, warum wir manchmal in Beziehungen bleiben, die uns nicht guttun. Vier Sterne für diese radikale Ehrlichkeit und emotionale Tiefe.
Sowohl inhaltlich als auch sprachlich großartig! 👌🏻
In „Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen“ verarbeitet Christien Brinkgreve die Trauer um ihren verstorbenen Mann. In leisen, ehrlichen Erinnerungen blickt sie auf ihre Ehe zurück – auf Nähe, Liebe, Verlust und all die glücklichen wie schmerzhaften Momente, die ein gemeinsames Leben ausmachen. 💭 Dieses Buch ist für mich sowohl inhaltlich als auch sprachlich großartig. 🙌🏻 Es hat mich auf eine ganz besondere Lesereise mitgenommen und vollkommen aufgesogen. Wahnsinnig gefühlvoll, klug und zutiefst menschlich – ein Text, der nachhallt und berührt. 🤍 Dass das Buch erst gestern erschienen ist, macht mein Leseerlebnis umso besonderer. Ich bin @hanserliteratur mehr als dankbar, dieses intensive Lesevergnügen schon jetzt erlebt haben zu dürfen. ✨💙📚
Als Christiens Mann stirbt bleiben das gemeinsame Haus und viele Erinnerungen zurück. Stück für Stück nimmt sie uns mit in die Vergangenheit und ihre Beziehung. Es entsteht ein ehrliches Porträt des Menschen mit dem sie Großteile ihres Lebens verbracht, eine Familie gegründet hat. Ein Mensch der stets und überall beliebt war aufgrund seiner Großzügigkeit, Bildung und seines Humors. Die dunkle Seite allerdings, die ständige ( von Depressionen ausgelöste) Eifersucht auf sie, ihre Erfolge die Kinder, mit der kann sie sich erst jetzt nach dem Ableben des Partners beschäftigen. Ein ehrliches Buch das zeigt das Liebe und Zusammenhalt nicht immer rosa Wölkchen beinhalten und es immer und gerade in Partnerschaften und Familien eine große Aufgabe ist seinen Platz zu finden und sich selbst nicht zu verleugnen. Berührend und ehrlich.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Christien Brinkgreve wurde 1949 geboren und ist emeritierte Professorin für Soziologie. Sie forschte und publizierte zu den Beziehungen zwischen Männern und Frauen, zwischen Eltern und Kindern sowie zum Umgang mit Emotionen. Sie lebt in Amsterdam.
Beiträge
Beeindruckend ehrlich und offen. Klug und reflektiert. Nicht aufregend aber trotzdem spannend.
In ‚Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen‘, räumt die emeritierte Soziologieprofessorin Christien Brinkgreve nach dem Tod ihres Mannes ihr Haus auf – und legt dabei die Schichten ihres gemeinsamen Lebens frei. Während sie Dinge ausmistet und sortiert, in dem vernachlässigten und überfüllten Haus, seziert sie mit der gleichen Präzision, die ihr berufliches Thema (das gesellschaftliche Geschlechterverhältnis) prägte – das Innenleben ihrer Beziehung und geht dabei sowohl mit sich als auch ihrem Mann schonungslos ins Gericht. Die Hörspielfassung ist insgesamt gut gelungen: ruhig, klar, unaufgeregt. Die Sprecherin hat mich nicht restlos begeistert, trägt den Text aber solide vor. Besonders eindrucksvoll ist die Offenheit, mit der die Autorin über Nähe und Distanz spricht: darüber, was sie an ihrem Mann hielt, aber auch über die Einsamkeit, die Zweifel und die leisen Risse, die sich über Jahrzehnte ziehen. Ihren Gedanken zuzuhören fühlt sich an wie ein Gespräch mit einer klugen Freundin, die nichts beschönigt und gerade dadurch tröstet. Das Buch ist voller leiser Weisheit und Erkenntnisse. Für alle, die schon ein paar Lebensjahre gesammelt haben und sich für die Beziehungen interessieren, die uns tragen, prägen und manchmal herausfordern, ist dieses Hörbuch eine sehr gute Wahl. Es lädt ein, das eigene Leben mitzudenken – und vielleicht ein paar Dinge neu zu ordnen.
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christien Brinkgreve ist das Memoir einer emeritierten Professorin für Soziologie, das mich leider nicht begeistern konnte, aus dem Niederländischen von Lisa Mensing. Das Cover mit dem bunten Blumenstrauß gefällt mir sehr, es passt jedoch nicht zum Inhalt. Die Autorin zieht Bilanz über ihre Ehe. Ihr Mann war erfolgreicher Journalist, der durch seine Arbeit für Funk und Fernsehen bekannt war. Im Buch nennt sie ihn „A“. Nach dem Tod von A räumt sie das Haus auf, in dem sie jahrzehntelang mit ihm und ihren beiden Söhnen gelebt hatte. In den Achtziger Jahren war sie eine der wenigen Dozentinnen an der Universität, sie denkt darüber nach, wie schwer es damals für Frauen war, Beruf und Familie zu vereinbaren. Gelungen ist ihr das nur mit Hilfe von Kindermädchen. A steht im Mittelpunkt des Memoirs. Die Autorin denkt an die ersten glücklichen Jahre, die vielen Jahre, in denen sie mehr neben- als miteinander gelebt haben und A‘s letzte Jahre, als er bettlägerig und pflegebedürftig war. Zu der Zeit hat er Christien oft vor den Kopf gestoßen. Sie entschuldigt sein Verhalten damit, dass er generell ein schwieriges Verhältnis zu Frauen hatte. Seine Mutter ist gestorben, als er ein Kind war, die Schwester übernahm daraufhin die Mutterrolle, aber auch sie ist früh gestorben. Die Frauen in seinem Leben haben ihn stets verlassen. „Frauen waren zu Personen geworden, an die man sich besser nicht binden sollte. Sie verschwanden wieder. Wenn man sich einfach nicht auf die Bindung einließ, kam es erst gar nicht so weit.“ A kam mit dem Leben als Pensionär nicht zurecht, ihm fehlte die Anerkennung, Frustration und Schwermut bestimmte seine letzten Lebensjahre. Die Autorin schreibt über ihr eigenes Verhalten: „Von Anfang an wurde mir die Furcht vor Dissonanzen und Unmut beigebracht, die Neigung, Konfrontationen aus dem Weg zu gehen.“ Statt A mit seinem Verhalten zu konfrontieren, hat sie sich in ihr Arbeitszimmer oder das Ferienhaus am Meer zurückgezogen. Das Buch hat mich bedrückt zurückgelassen. Die Lebensbilanz der Autorin hat mich traurig gestimmt, ich ziehe daraus auch keine Erkenntnisse für mich oder meine Beziehung. Von mir leider keine Leseempfehlung.
Ehrlich und Schonungslos🩷🌸
Eine Frau blickt auf ihrer Ehe zurück und bekommt die harte Realität vor Augen gesetzt. Es ist kein Roman wie man ihn kennt, sondern die Verarbeitung einer Ehe und was man alles aufgegeben hat und auch anhören musst. Ich finde den Schreibstil ehrlich, erschreckend und berührend zugleich. Die kurzen Kapitel fand ich auch klasse und das Buch konnte schnell beendet werden. Das Buch regt zum nachdenken an und halt auf jeden Fall nach.🌸🩷

Christien lässt ihr Leben Review passieren. Ihr Mann ist gestorben und sie räumt das Haus auf und aus. Dabei erzählt sie aus ihrem Leben. Sie erinnert sich an Orte, Menschen, Begebenheiten. Sie erzählt von ihrer Emanzipation und ihrer gleichzeitigen Unterordnung unter ihren zweiten Mann, mit dem sie nie zu einem völlig offenen Zusammensein fand. Im Laufe der Jahre konnte sie ihm nie alles sagen, was sie bewegte. Ihr fehlt seine Wertschätzung. Oft muss sie sich seinen schwermütigen Phasen anpassen. Obwohl sie klug ist und im Berufsleben ihren Weg ging und hier Erfüllung fand. Sie stellt sich die Frage, warum sie so handelte, in wie weit das Patriarchat noch wirkte und Auswirkungen auf sie hatte. Christin Brinkgreve erzählt schnörkellos, ohne Sentimentalität, allerdings mit leichter Wehmut. Man kann sich ihr Leben gut vorstellen als Mutter und Professorin in Amsterdam. Ehrlich, ohne sich selbst in Schutz zu nehmen. Man nimmt ihr die Erschöpfung im Alltag als Berufstätige und Mutter ab. Auch die Schwierigkeit, mit ihrem Mann zu leben. Leider lernen wir nur Ihre Sicht auf ihre Ehe kennen. Gern hätte ich auch mehr über A. gewusst. Für Christien ist diese Bestandsaufnahme eine Art Trauerbewältigung und Therapie. Das ist zu spüren. Schöne Ausdrücke und Vergleiche bereichern das Lesen. Sprachlich hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Die Autorin weiß mit Sprache umzugehen. Im letzten Teil wird manches nochmal wiederholt, verfestigt. Da hätte man auch etwas straffen können. Es ist ein stilles Buch, ohne große Spannung, und trotzdem nicht langweilig. Für alle, die gern über starke Frauen lesen.
Toller Roman, der zum Nachdenken anregt
„Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ thematisiert die Rollen der Frau. Sehr interessant fand ich, dass ich beim Lesen den Eindruck gewonnen habe, dass Elternschaft ein Paar eher auseinander- statt zusammenbringt. Das habe ich immer anders gesehen, aber es macht eigentlich Sinn.😅 Das Buch liest sich wie die Reflexion einer Frau, die über ihr gesamtes Erwachsenenleben sinniert. Dafür benötigt „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ keinen spannenden, krassen Plot, obwohl das Buch mit einem Tod beginnt. Stattdessen bekommt man eine ernsthafte und gefühlvolle Auseinandersetzung, die dazu einlädt, sich selbst unbeschönigt zu hinterfragen.

Unglaublich ehrlich und mutig!
Als ihr Mann stirbt, nimmt Christien Brinkgreve, eine emeritierte Professorin für Soziologie ihre Vergangenheit unter die Lupe, allem voran die Beziehung zu ihrem Mann, die ihr Leben maßgeblich bestimmt hat. Obwohl sie beruflich erfolgreich war und ihr eigenes soziales Netzwerk hatte, kam sie kaum gegen ihren Mann an, seine Dominanz, Stimmungsschwankungen und zum Teil das ihr gegenüber beschämende und verletzende Verhalten. Nichtsdestotrotz entschied sie sich dazu, Jahrzehnte lang an seiner Seite zu leben. Die Gründe hierfür legt die Autorin in ihren Memoiren offen. Christien Brinkgreve ordnet ihre Erinnerungen und räumt das gemeinsame Haus auf, dessen Zustand ihr Eheleben widerspiegelt. Zeitweise war es „das Haus von Leuten, die es aufgegeben hatten, Ordnung zu halten, die Dinge im Griff zu haben, einen Ort zu schaffen, an dem man sich gerne aufhielt.“ (S. 10) Es verlor seine Schönheit, wurde vernachlässigt und entwickelte sich schließlich zu einem Ort, an dem man eher vorbei einander als miteinander lebte. Nach dem Tod ihres Mannes versucht die Autorin, ihren Platz im gemeinsamen Haus bewusst einzunehmen, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, die Muster zu entlarven, deren Gefangene sie lange war. Mit der Aufräumarbeit im Inneren und im Äußeren wird eine Schicht nach der anderen frei gelegt, man findet zu sich selbst, kann sich neu definieren. Die Ereignisse werden nicht wirklich chronologisch erzählt. Man hat den Eindruck, dass man einer durchdachten und gefühlvollen Reflexion einer weisen Frau folgen darf, die beschlossen hat, die Karten offen zu legen, um sich dadurch von der Last der Vergangenheit zu befreien. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, Neues über Dynamiken in Beziehungen gelernt und im Nachhinein auch über die Wirkung der Räume, in denen wir leben, nachdenken müssen.

Welche Liebe eigentlich?!
Der Titel des Buchs hat mich angesprochen da ich momentan gerne Bücher lese, in denen Menschen ihr Leben rückblickend ordnen und reflektieren. Leider wurde meine Erwartung hier nicht erfüllt. Die Autorin blickt nach dem Tod ihres Mannes auf ihre Ehe zurück, räumt das gemeinsame Haus aus und sortiert dabei nicht nur Gegenstände, sondern auch Gefühle, Rollen und Lebensentscheidungen. Doch genau die Liebe selbst bleibt erstaunlich blass. Man erfährt kaum, was die Autorin konkret an ihrem verstorbenen Mann eigentlich geschätzt oder geliebt hat. Stattdessen dominiert ein kritischer Blick auf die Beziehung und ihre Einschränkungen. Bei mir ist der Eindruck entstanden, als gäbe es eine nicht erzählte Vorgeschichte oder als würde das Buch ein tieferes Vorwissen über diese Partnerschaft voraussetzen. Die emotionalen Bindungen und schönen Momente, die eine Ehe doch auch prägen, wurden kaum thematisiert. Dadurch fiel es mir schwer, Sympathie oder echte Empathie für die Autorin zu entwickeln. Als berührende oder nachvollziehbare Geschichte hat es mich daher nicht erreicht.
Eine schonungslose Abrechnung
„Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen“ von Christien Brinkgreve ist ein beeindruckend ehrliches Buch. Über mehr als 40 Jahre hinweg war sie verheiratet und blickt nun, nach dem Tod ihres Mannes, mit großer Klarheit auf eine Ehe zurück, die alles andere als glücklich war. Es ist keine romantische Rückschau, sondern eine schonungslose Bestandsaufnahme. Radikal ehrlich schreibt Brinkgreve über Verletzungen, Sprachlosigkeit und die schleichende Entfremdung in ihrer Ehe. Besonders eindrücklich, aber auch irritierend ist, dass die Kommunikation am Ende nur per E-Mail zwischen ihnen stattfand. Von Angesicht zu Angesicht fiel ihnen die Kommunikation immer schwerer. Dies spiegelt die emotionale Distanz zwischen ihnen gut wider. Nähe war kaum noch vorhanden. Beim Lesen stellt man sich unweigerlich immer wieder die Frage: Warum hat sie ihn nicht verlassen? Gerade weil sie die Unzufriedenheit so klar benennt. Vieles wirkt erst im Rückblick, nach dem Tod des Mannes, für Brinkgreve wirklich verstehbar. Beim Aufräumen des gemeinsamen Hauses steigen Erinnerungen auf und verdrängte Gefühle kehren zurück. Das Haus wird zum Symbol eines Lebens, das sie, wie sie selbstkritisch einräumt, sehr vernachlässigt hat. An dieser Stelle im Buch bringt sie es selbst gut auf den Punkt: „ Sie (die Tochter) schüttelt den Kopf über all die verkümmerten Gegenstände, konstatiert grübelnd, dass dieser Hang zum Aufbewahren auch eine Form der Vernachlässigung ist. Die schönen Dinge verschwinden im Chaos.“ (S.120) Brinkgreve bemüht sich immer wieder, auch ihren Ehemann zu verstehen, seine Schwächen und Prägungen mitzudenken. Es ist definitiv ein mutiges Buch. Dennoch liest sich das Buch an vielen Stellen als eine späte Abrechnung mit ihrem verstorbenen Mann. Brinkgreve benennt Kränkungen und Versäumnisse klar und ungeschönt. Ihr Mann erscheint dabei fast durchweg emotional unzugänglich, oft unsympathisch und sehr verletzend. Zwar bemüht sie sich stellenweise, seine Prägungen und Schwächen zu verstehen, doch das Gesamtbild bleibt einseitig. Man lernt ihn fast ausschließlich aus der Perspektive ihrer Enttäuschung kennen. Und genau hier bin ich im Zwiespalt. Schreiben als Therapie und als Versuch der Aufarbeitung ist absolut nachvollziehbar. Aber ist es auch notwendig, ein so persönliches und letztlich einseitiges Zeugnis zu veröffentlichen? Der Mann, über den sie schreibt, lebt nicht mehr. Er kann sich nicht äußern, nicht widersprechen, keine eigene Sicht beisteuern. Damit habe ich meine Probleme. Insgesamt ist es eine eindringliche Auseinandersetzung mit Liebe, Abhängigkeit, Entfremdung und der Frage, warum wir manchmal in Beziehungen bleiben, die uns nicht guttun. Vier Sterne für diese radikale Ehrlichkeit und emotionale Tiefe.
Sowohl inhaltlich als auch sprachlich großartig! 👌🏻
In „Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen“ verarbeitet Christien Brinkgreve die Trauer um ihren verstorbenen Mann. In leisen, ehrlichen Erinnerungen blickt sie auf ihre Ehe zurück – auf Nähe, Liebe, Verlust und all die glücklichen wie schmerzhaften Momente, die ein gemeinsames Leben ausmachen. 💭 Dieses Buch ist für mich sowohl inhaltlich als auch sprachlich großartig. 🙌🏻 Es hat mich auf eine ganz besondere Lesereise mitgenommen und vollkommen aufgesogen. Wahnsinnig gefühlvoll, klug und zutiefst menschlich – ein Text, der nachhallt und berührt. 🤍 Dass das Buch erst gestern erschienen ist, macht mein Leseerlebnis umso besonderer. Ich bin @hanserliteratur mehr als dankbar, dieses intensive Lesevergnügen schon jetzt erlebt haben zu dürfen. ✨💙📚
Als Christiens Mann stirbt bleiben das gemeinsame Haus und viele Erinnerungen zurück. Stück für Stück nimmt sie uns mit in die Vergangenheit und ihre Beziehung. Es entsteht ein ehrliches Porträt des Menschen mit dem sie Großteile ihres Lebens verbracht, eine Familie gegründet hat. Ein Mensch der stets und überall beliebt war aufgrund seiner Großzügigkeit, Bildung und seines Humors. Die dunkle Seite allerdings, die ständige ( von Depressionen ausgelöste) Eifersucht auf sie, ihre Erfolge die Kinder, mit der kann sie sich erst jetzt nach dem Ableben des Partners beschäftigen. Ein ehrliches Buch das zeigt das Liebe und Zusammenhalt nicht immer rosa Wölkchen beinhalten und es immer und gerade in Partnerschaften und Familien eine große Aufgabe ist seinen Platz zu finden und sich selbst nicht zu verleugnen. Berührend und ehrlich.













