Ein Sommer in Prag

Ein Sommer in Prag

E-Book
4.65

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Beschreibung

Ein heißer Sommer im Prag der Fünfzigerjahre: Jana Honzlová, eine junge Sängerin in einem Folklore-Ensemble, darf nicht mit auf Tournee gehen, denn seit ihr Vater ins kapitalistische Ausland geflüchtet ist, gilt sie im kommunistischen System als politisch unzuverlässig. Stattdessen soll sie im Betriebsbüro die Stellung halten, wo sie ihr Leid mit der freundlichen Putzfrau teilt und heimlich internen Intrigen nachforscht. Aber auch ihre komplizierte Familiensituation hält die Ich-Erzählerin in Atem, die alles, was ihr widerfährt, mit Unverblümtheit und Straßenwitz schildert. Denn Jana Honzlová ist eine, die nicht so schnell aufgibt und sich ihre Chuzpe bewahrt. Umso erschütternder ist es für sie, als die Verhältnisse am Ende doch mächtiger erscheinen. Salivarová, die viele eigene Erfahrungen in den Roman einfließen ließ, erzählt gewissermaßen die Vorgeschichte des Prager Frühlings; dabei verzichtet sie auf Klischees oder Moralpredigten. Ihr gelingt das authentische Porträt einer vergangenen Zeit, das mit Leichtigkeit und Witz vorgetragen wird, ohne die Tragik und Absurdität auf die leichte Schulter zu nehmen. „Ein Sommer in Prag“ (im Original: „Honzlová“) erschien erstmals 1972 im kanadischen Exil und gehört für viele Kritiker*innen zum Besten, was in der tschechischen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde. Nun liegt endlich die deutsche Erstausgabe vor.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
E-Book
Seitenzahl
352
Preis
24.99 €

Autorenbeschreibung

Zdena Salivarová (1933 -2025), ist eine tschechische Schriftstellerin, Übersetzerin, Verlegerin, aber auch Sängerin und Schauspielerin. Sie schrieb neben einer Reihe von Kurzgeschichten, Novellen und Erzählungen zwei autobiographische Romane. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Truppen des Warschauer Pakts emigrierte sie mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Josef Škvorecký, nach Kanada.

Beiträge

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„In der Folge ließ man mich, wer weiß durch was für ein komisches Versehen, dann doch einmal ausreisen. Entweder hatten sie da etwas durcheinandergebracht oder jemand Einflussreiches hatte ein gutes Wort für mich eingelegt, vielleicht unser jetziger Direktor, als ihm die Sänger ausfielen und er keinen Ersatz fand. Jedenfalls ging es auf einmal. Und zwar direktemang in den Westen.“ Die Protagonistin ist mir zuweilen etwas zu geschwätzig, aber der Vergleich mit dem Bespitzeln in der DDR geht nahe.

5

Leichtfüßiger Gesellschaftsroman zwischen Stalinismus und Prager Frühling 👌

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