Ein Koffer voller Schönheit
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Beschreibung
Reisende in Sachen Schönheit:
Kristina Engels historischer Roman aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählt die Geschichte der ersten deutschen Avon-Beraterin zwischen Wirtschaftswunder und häuslicher Enge.
Ende der 50er Jahre ist eine Fernsehtruhe oder gar ein Auto für viele Deutsche noch ein ferner Traum. Umso begehrter sind die kleinen Dinge, die das Leben schöner machen.
Wie sehr sich gerade die Hausfrauen nach ein wenig Luxus und Leichtigkeit sehnen, weiß Anne Jensen genau. Immerhin geht es ihr selbst nicht anders, seit ihr geliebter Mann Benno sich beim Aufbau seines Geschäfts immer weiter von ihr zurückzieht. Was ist aus der großen Liebe geworden, die sie beide alle Prüfungen von Krieg und Nachkriegszeit hat überstehen lassen?
Da entdeckt Anne eine Anzeige des amerikanischen Kosmetik-Herstellers Avon: Liebend gerne würde sie als Avon-Beraterin mit Puder und Parfum den Glanz der weiten Welt in deutsche Haushalte bringen. Doch ist sie auch bereit, für diese Freiheit ihre große Liebe aufzugeben?
Frauenrechte, Wirtschaftswunder und das mondäne Flair des fernen Amerika: Der historische Roman »Ein Koffer voller Schönheit« ist ein lebendig erzähltes Stück Zeitgeschichte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Buchinformationen
Beiträge
Eine emotionale Reise durch die Wirtschaftswunderzeit.
Mir als Lüneburgerin hat es natürlich besonders gefallen, dass die Geschichte in „meiner“ Stadt spielt. Das verleiht dem Roman eine besondere Nähe und macht das Lesen zu einem persönlichen Erlebnis. Toll die Entwicklung von Anne. Lässt sich gut lesen. Die Idee mit der ersten Avon Beraterin in Deutschland hätte gerne noch etwas weiter ausgeschmückt werden können.
Make-Up, Familie und die weibliche Unabhängigkeit
⭐ 5/5 🌶️ 0/5 💘 2,5/5 Die junge Mutter Anne Jensen hat in ihrem Ehemann damals Liebe auf den ersten Blick gefunden. Mitten im Grauen des Krieges durfte sie erfahren, was wirkliche Liebe ist. Und als Benno dann auch noch aus dem Krieg zurückkam, wurde gleich geheiratet und ein Zwillingspaar ging aus der Ehe hervor. Doch bleibt niemals alles, wie es ist. Benno verändert sich, wird unzugänglicher für Anne und sie verliert sich wieder in ihrer Unsichtbarkeit bis ihre Schwiegermutter ihr das Selbstbewusstsein gibt, selber arbeiten zu gehen und für ihre Unabhängigkeit gegenüber dem Ehemann zu kämpfen. "Ein Koffer voller Schönheit" von Kristina Engel ist ein Wohlfühlroman, ganz klar. Und obwohl diese Geschichte so harmlos wirkt, birgt sie doch so viel Unterhaltungswert. Man wird regelrecht in das Familienleben der Jensens hineingezogen und möchte unbedingt alle Höhen und Tiefen miterleben, wissen wie es denn ausgeht. Engel schafft hier ganz klar und auf leichte Weise ein kleines, realistisches Familienuniversum in der direkten Nachkriegszeit. Viele Themen, die damals Wichtigkeit hatten, wie z.B. 'das große Schweigen', werden behandelt, ohne dass es dröge oder abgekanzelt wirkt. Ein schöner Pageturner, der für mich nicht eine Flaute hatte - ich habe von Anfang bis Ende flüssig lesen können 😌

Sehr gerne gelesen
Worum geht's? Anne Jensen ist Hausfrau und Mutter von Zwillingen. Ihre Schwiegermutter, die einen Friseursalon betreibt, macht sie mit den Produkten von Avon bekannt und unterstützt sie dabei, als Beraterin Fuß zu fassen. Der Roman spielt zwischen 1959 und 1961. Das Lebensgefühl und die Lebensart jener Zeit werden hervorragend eingefangen. Mir gefiel, dass auch die schweren Themen angesprochen wurden, wie die Kriegstraumata. Natürlich ist viel Fiktion dabei und manche Dinge wenden sich überraschend zum Guten, aber das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Einziger Kritikpunkt: ich fand die Emotionen teilweise sehr drüber, daher "nur" 4 Sterne.
Ich habe vor einigen Tagen "Ein Koffer voller Schönheit" beendet - ein für mich eher untypisches Genre, welches mich trotzdem überzeugen konnte. Wir begleiten hier die erste deutsche Avon Beraterin Anne auf ihrem Weg zwischen Familien- und Berufsleben und dem Wunsch nach Unabhängigkeit und Emanzipation. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn es meiner Meinung nach ein paar Längen hatte - der Schreibstil hat es wieder raus geholt und die sympathische Protagonistin Anne sowieso. Eine starke Geschichte über eine starke Frau, die ihren eigenen Weg geht. Besonders mochte ich die Verkaufsszenen, in welchen Anne mit ihrer Art alle Kundinnen in ihren Bann gezogen hat.
"Wirtschaftswunder, Frauenrechte und der Glanz der grossen weiten Welt." Anne Jensen ist die Protagonistin dieser Geschichte. Mutter zweier Kinder, Hausfrau und Ehefrau von Benno. Kennengelernt und verliebt haben sich die beiden noch während des 2. Weltkrieges. Ihre Liebe musste schon einige schwere Zeiten überstehen, doch nun stehen Anne und Benno erneut vor herausfordernden Zeiten. Ihr Ehemann verändert sich immer mehr und Anne wünscht sich mehr Freiheit und Selbstständigkeit für ihr eigenes Leben. Sie entdeckt eine Jobanzeige der Kosmetikfirma 'Avon', die nach Beraterinnen für ihre Produkte sucht. Doch der Arbeitsstelle zustimmen muss zur damaligen Zeit natürlich erst noch ihr Ehemann. Wird sie ihre jahrelange Liebe riskieren und den hohen Preis bezahlen, um ihre Freiheit und Eigenständigkeit zu erlangen? Die Geschichte von und um Anne Jensen beschreibt sehr gut das Leben der (Ehe-)Frauen in den 50er-Jahren. Als Leser:in wird man mit Themen konfrontiert, die man in der heutigen Zeit gar nicht mehr "auf dem Schirm hat". Wie beispielsweise der Tatsache, dass Frauen damals nur einer Arbeit nachgehen durften, wenn der Ehemann dies erlaubt hatte. Auch erlebt man die Schrecken und Traumata der (Nach-)Kriegszeit mit, die noch immer tief in den Herzen der Charakteren verborgen sind, mit. Mir hat es sehr gefallen, in die Vergangenheit einzutauchen und gemeinsam mit Anne einen Hauch der 50er-Jahre zu erleben und sie in ihrem Wachstum zu begleiten.
Das war wieder ein Tipp von der lieben Gaby Siefke und tendenziell hätte ich ohne diesen Tipp eher nicht zu dem Buch gegriffen, weil Kosmetik jetzt nicht so mein Interessengebiet ist - zumindest privat nicht... Gelesen wird das Buch von einer Frau und einem Mann im Wechsel- hauptsächlich wird zwar aus der weiblichen Perspektive erzählt, aber es gibt auch einige Einschübe aus Bennos Sicht, was mir sehr gut gefallen hat, und diese Teile werden von einer männlichen Stimme gelesen. Der Avon-Koffer steht auch eher für eine sich emanzipierende Frau, die in den 1960-Jahren ohne die Zustimmung ihres Mannes nicht arbeiten durfte. Das ist ja eigentlich noch gar nicht sooo lange her, die Generation meiner Eltern resp. Großeltern und ich fand es sehr interessant zu lesen. Alles wird mit eingebaut - unverarbeitete Kriegstraumata, sowohl an der "Heimatfreont" als auch Fronterlebnisse, Aufbauarbeit im Nachkriegsdeutschland und ganz unterschiedliche Frauenfiguren - besonders beeindruckend fand ich Annes Schwiegermutter Margarethe. Trotzdem fand ich das Buch nicht überfrachtet, die zeitgeschichtlichen Ereignisse wie kalter Krieg, Mauerbau, Anti-Baby-Pille, Wirtschaftswunder usw. sind für meinen Geschmack sehr gut in das Buch eingebettet. Die Kosmetik spielt tatsächlich eher am Rande eine Rolle, wer dazu Details lesen will, sollte eher zu "Die Farben der Schönheit" von Corina Bomann greifen. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen - ich vergebe 4.5 von 5 Sternen und gucke mal, was die Autorin sonst noch geschrieben hat.
Anne Jensen könnte eigentlich zufrieden sein, sie ist verheiratet, hat Zwillinge, die recht wohlgeraten sind und ihr Mann ist als Schreiner selbstständig. Wenn da nur nicht seine Pläne mit dem Möbelhaus wären, die ihm sein ehemaliger Kumpel Karl eingeredet hat. Seitdem Benno das Möbelhaus betreibt hängt der Haussegen schief. Um selbst ein wenig unabhängiger zu werden, bewirbt sich Anne bei Avon als Kosmetikvertreterin und nach ersten Schwierigkeiten läuft ihr Geschäft mit der Schönheitsberatung gut an. Für den Haussegen ist aber auch das nicht gerade förderlich. Kristina Engel erzählt in diesem Buch die Geschichte der ersten Avon-Beraterin Deutschlands. Bzw. wie es gewesen sein könnte. Ihr gelingt es gut die damalige Zeit einzufangen, als Frauen noch ihre Männer um Erlaubnis fragen musste, wenn sie arbeiten wollten. Auch Benno ist zuerst nicht begeistert, als Anne mit dem Wunsch zu arbeiten bei ihm ankommt. Er lässt sich nur breitschlagen, weil er insgeheim hofft, dass es eh nicht klappt und Anne dann endlich wieder das brave Heimchen am Herd wird. Benno fand ich ziemlich anstrengend, wobei man vermutlich sagen muss, dass viele Männer in den 50ern wohl ähnlich dachten wie er. Seine Mutter dagegen unterstützt ihre Schwiegertochter, wo sie kann, und ermuntert sie, ruhig einmal mutig zu sein. Anne fühlt sich dabei etwas zerrissen, geht dann aber unbeirrt ihren Weg. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich am Anfang etwas Probleme hatte ins Buch zu kommen. Gegen Ende wurde es dann aber noch einmal sehr spannend, da zog das Lesetempo gewaltig an. Ich kann dieses Buch daher durchaus empfehlen.
Der Roman spielt in den Jahren 1959 bis 1961. Anna und Benno Jensen hatten sich während des Kriegs kennengelernt und mussten schwere Zeiten überstehen, aber zusammen haben sie sie gemeistert. Nun leben sie mit ihren beiden halbwüchsigen Kindern in einem Häuschen und hätten allen Grund, zufrieden zu sein, nur glücklich sind sie nicht. Anne muss zusehen, wie sich ihr Mann immer weiter von der Familie zurückzieht. Zusammen mit seinem früheren Schulkameraden Karl will Benno ein Möbelgeschäft eröffnen und groß aufziehen. Aber Anne traut dem Geschäftspartner nicht über den Weg, und immer öfter fragt sie sich, wo ihr geliebter Benno geblieben ist, den sie einst kennengelernt hatte. Trost und Rat findet die junge Frau bei ihrer Schwiegermutter Margarethe. Als Anne beschließt, als Kosmetikberaterin für Avon zu arbeiten, findet sie bei Margarethe volle Unterstützung. Benno wiederum ist alles andere als begeistert von dieser Idee seiner Frau. Ich bin selbst ein Kinder der 50er Jahre, und vieles, was die Autorin in diesem Roman beschreibt, war mir nur allzu vertraut. Aber ich habe auch Neues über diese Zeit erfahren, was mich erstaunt hat. Beispielsweise wusste ich nicht, dass Frauen zu dieser Zeit immer noch die Genehmigung ihres Ehemanns benötigten, wenn sie einen Beruf ausüben wollten. Auch ich bin damals mit Produkten von Avon aufgewachsen und kann mich noch sehr gut an die Döschen und Fläschchen und auch noch an manche Düfte erinnern, die mich als Kind und Jugendliche fasziniert haben. Während des Lesens habe ich häufig pausiert, um ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. Anna ist eine sympathische Protagonistin, und ich konnte ihre Beweggründe nur allzu gut verstehen. Wie sie und Benno mit der Ehekrise umgehen, ist hier sehr gut und einfühlsam dargestellt. Auch Bennos Sichtweise kann man verstehen, denn damals war eben vieles anders, und viele Situationen können wir heutzutage gar nicht mehr wirklich nachvollziehen, denn die Denk- und Lebensweise haben sich in den vergangenen sechzig Jahren doch gewaltig geändert. Mein heimlicher Star im Roman ist Margarethe. Sie ist eine außergewöhnliche Frau, völlig unkonventionell, und auf den ersten Blick wirkt sie ein wenig schrill, aber je mehr ich über sie erfahren habe und je besser ich sie kennengelernt habe, umso sympathischer wurde sie mir. Bisher kannte und liebte ich die historischen und auch die humorvollen Romane der Autorin, die hier unter einem neuen Pseudonym schreibt. Sie schreibt mitreißend, und sie kann auch zeitgenössisch und ernsthaft! Ihr neuer Roman ist wunderbar gelungen, lebendig, warmherzig, spannend und mit viel Zeitkolorit.
Beschreibung
Reisende in Sachen Schönheit:
Kristina Engels historischer Roman aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählt die Geschichte der ersten deutschen Avon-Beraterin zwischen Wirtschaftswunder und häuslicher Enge.
Ende der 50er Jahre ist eine Fernsehtruhe oder gar ein Auto für viele Deutsche noch ein ferner Traum. Umso begehrter sind die kleinen Dinge, die das Leben schöner machen.
Wie sehr sich gerade die Hausfrauen nach ein wenig Luxus und Leichtigkeit sehnen, weiß Anne Jensen genau. Immerhin geht es ihr selbst nicht anders, seit ihr geliebter Mann Benno sich beim Aufbau seines Geschäfts immer weiter von ihr zurückzieht. Was ist aus der großen Liebe geworden, die sie beide alle Prüfungen von Krieg und Nachkriegszeit hat überstehen lassen?
Da entdeckt Anne eine Anzeige des amerikanischen Kosmetik-Herstellers Avon: Liebend gerne würde sie als Avon-Beraterin mit Puder und Parfum den Glanz der weiten Welt in deutsche Haushalte bringen. Doch ist sie auch bereit, für diese Freiheit ihre große Liebe aufzugeben?
Frauenrechte, Wirtschaftswunder und das mondäne Flair des fernen Amerika: Der historische Roman »Ein Koffer voller Schönheit« ist ein lebendig erzähltes Stück Zeitgeschichte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Buchinformationen
Beiträge
Eine emotionale Reise durch die Wirtschaftswunderzeit.
Mir als Lüneburgerin hat es natürlich besonders gefallen, dass die Geschichte in „meiner“ Stadt spielt. Das verleiht dem Roman eine besondere Nähe und macht das Lesen zu einem persönlichen Erlebnis. Toll die Entwicklung von Anne. Lässt sich gut lesen. Die Idee mit der ersten Avon Beraterin in Deutschland hätte gerne noch etwas weiter ausgeschmückt werden können.
Make-Up, Familie und die weibliche Unabhängigkeit
⭐ 5/5 🌶️ 0/5 💘 2,5/5 Die junge Mutter Anne Jensen hat in ihrem Ehemann damals Liebe auf den ersten Blick gefunden. Mitten im Grauen des Krieges durfte sie erfahren, was wirkliche Liebe ist. Und als Benno dann auch noch aus dem Krieg zurückkam, wurde gleich geheiratet und ein Zwillingspaar ging aus der Ehe hervor. Doch bleibt niemals alles, wie es ist. Benno verändert sich, wird unzugänglicher für Anne und sie verliert sich wieder in ihrer Unsichtbarkeit bis ihre Schwiegermutter ihr das Selbstbewusstsein gibt, selber arbeiten zu gehen und für ihre Unabhängigkeit gegenüber dem Ehemann zu kämpfen. "Ein Koffer voller Schönheit" von Kristina Engel ist ein Wohlfühlroman, ganz klar. Und obwohl diese Geschichte so harmlos wirkt, birgt sie doch so viel Unterhaltungswert. Man wird regelrecht in das Familienleben der Jensens hineingezogen und möchte unbedingt alle Höhen und Tiefen miterleben, wissen wie es denn ausgeht. Engel schafft hier ganz klar und auf leichte Weise ein kleines, realistisches Familienuniversum in der direkten Nachkriegszeit. Viele Themen, die damals Wichtigkeit hatten, wie z.B. 'das große Schweigen', werden behandelt, ohne dass es dröge oder abgekanzelt wirkt. Ein schöner Pageturner, der für mich nicht eine Flaute hatte - ich habe von Anfang bis Ende flüssig lesen können 😌

Sehr gerne gelesen
Worum geht's? Anne Jensen ist Hausfrau und Mutter von Zwillingen. Ihre Schwiegermutter, die einen Friseursalon betreibt, macht sie mit den Produkten von Avon bekannt und unterstützt sie dabei, als Beraterin Fuß zu fassen. Der Roman spielt zwischen 1959 und 1961. Das Lebensgefühl und die Lebensart jener Zeit werden hervorragend eingefangen. Mir gefiel, dass auch die schweren Themen angesprochen wurden, wie die Kriegstraumata. Natürlich ist viel Fiktion dabei und manche Dinge wenden sich überraschend zum Guten, aber das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Einziger Kritikpunkt: ich fand die Emotionen teilweise sehr drüber, daher "nur" 4 Sterne.
Ich habe vor einigen Tagen "Ein Koffer voller Schönheit" beendet - ein für mich eher untypisches Genre, welches mich trotzdem überzeugen konnte. Wir begleiten hier die erste deutsche Avon Beraterin Anne auf ihrem Weg zwischen Familien- und Berufsleben und dem Wunsch nach Unabhängigkeit und Emanzipation. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn es meiner Meinung nach ein paar Längen hatte - der Schreibstil hat es wieder raus geholt und die sympathische Protagonistin Anne sowieso. Eine starke Geschichte über eine starke Frau, die ihren eigenen Weg geht. Besonders mochte ich die Verkaufsszenen, in welchen Anne mit ihrer Art alle Kundinnen in ihren Bann gezogen hat.
"Wirtschaftswunder, Frauenrechte und der Glanz der grossen weiten Welt." Anne Jensen ist die Protagonistin dieser Geschichte. Mutter zweier Kinder, Hausfrau und Ehefrau von Benno. Kennengelernt und verliebt haben sich die beiden noch während des 2. Weltkrieges. Ihre Liebe musste schon einige schwere Zeiten überstehen, doch nun stehen Anne und Benno erneut vor herausfordernden Zeiten. Ihr Ehemann verändert sich immer mehr und Anne wünscht sich mehr Freiheit und Selbstständigkeit für ihr eigenes Leben. Sie entdeckt eine Jobanzeige der Kosmetikfirma 'Avon', die nach Beraterinnen für ihre Produkte sucht. Doch der Arbeitsstelle zustimmen muss zur damaligen Zeit natürlich erst noch ihr Ehemann. Wird sie ihre jahrelange Liebe riskieren und den hohen Preis bezahlen, um ihre Freiheit und Eigenständigkeit zu erlangen? Die Geschichte von und um Anne Jensen beschreibt sehr gut das Leben der (Ehe-)Frauen in den 50er-Jahren. Als Leser:in wird man mit Themen konfrontiert, die man in der heutigen Zeit gar nicht mehr "auf dem Schirm hat". Wie beispielsweise der Tatsache, dass Frauen damals nur einer Arbeit nachgehen durften, wenn der Ehemann dies erlaubt hatte. Auch erlebt man die Schrecken und Traumata der (Nach-)Kriegszeit mit, die noch immer tief in den Herzen der Charakteren verborgen sind, mit. Mir hat es sehr gefallen, in die Vergangenheit einzutauchen und gemeinsam mit Anne einen Hauch der 50er-Jahre zu erleben und sie in ihrem Wachstum zu begleiten.
Das war wieder ein Tipp von der lieben Gaby Siefke und tendenziell hätte ich ohne diesen Tipp eher nicht zu dem Buch gegriffen, weil Kosmetik jetzt nicht so mein Interessengebiet ist - zumindest privat nicht... Gelesen wird das Buch von einer Frau und einem Mann im Wechsel- hauptsächlich wird zwar aus der weiblichen Perspektive erzählt, aber es gibt auch einige Einschübe aus Bennos Sicht, was mir sehr gut gefallen hat, und diese Teile werden von einer männlichen Stimme gelesen. Der Avon-Koffer steht auch eher für eine sich emanzipierende Frau, die in den 1960-Jahren ohne die Zustimmung ihres Mannes nicht arbeiten durfte. Das ist ja eigentlich noch gar nicht sooo lange her, die Generation meiner Eltern resp. Großeltern und ich fand es sehr interessant zu lesen. Alles wird mit eingebaut - unverarbeitete Kriegstraumata, sowohl an der "Heimatfreont" als auch Fronterlebnisse, Aufbauarbeit im Nachkriegsdeutschland und ganz unterschiedliche Frauenfiguren - besonders beeindruckend fand ich Annes Schwiegermutter Margarethe. Trotzdem fand ich das Buch nicht überfrachtet, die zeitgeschichtlichen Ereignisse wie kalter Krieg, Mauerbau, Anti-Baby-Pille, Wirtschaftswunder usw. sind für meinen Geschmack sehr gut in das Buch eingebettet. Die Kosmetik spielt tatsächlich eher am Rande eine Rolle, wer dazu Details lesen will, sollte eher zu "Die Farben der Schönheit" von Corina Bomann greifen. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen - ich vergebe 4.5 von 5 Sternen und gucke mal, was die Autorin sonst noch geschrieben hat.
Anne Jensen könnte eigentlich zufrieden sein, sie ist verheiratet, hat Zwillinge, die recht wohlgeraten sind und ihr Mann ist als Schreiner selbstständig. Wenn da nur nicht seine Pläne mit dem Möbelhaus wären, die ihm sein ehemaliger Kumpel Karl eingeredet hat. Seitdem Benno das Möbelhaus betreibt hängt der Haussegen schief. Um selbst ein wenig unabhängiger zu werden, bewirbt sich Anne bei Avon als Kosmetikvertreterin und nach ersten Schwierigkeiten läuft ihr Geschäft mit der Schönheitsberatung gut an. Für den Haussegen ist aber auch das nicht gerade förderlich. Kristina Engel erzählt in diesem Buch die Geschichte der ersten Avon-Beraterin Deutschlands. Bzw. wie es gewesen sein könnte. Ihr gelingt es gut die damalige Zeit einzufangen, als Frauen noch ihre Männer um Erlaubnis fragen musste, wenn sie arbeiten wollten. Auch Benno ist zuerst nicht begeistert, als Anne mit dem Wunsch zu arbeiten bei ihm ankommt. Er lässt sich nur breitschlagen, weil er insgeheim hofft, dass es eh nicht klappt und Anne dann endlich wieder das brave Heimchen am Herd wird. Benno fand ich ziemlich anstrengend, wobei man vermutlich sagen muss, dass viele Männer in den 50ern wohl ähnlich dachten wie er. Seine Mutter dagegen unterstützt ihre Schwiegertochter, wo sie kann, und ermuntert sie, ruhig einmal mutig zu sein. Anne fühlt sich dabei etwas zerrissen, geht dann aber unbeirrt ihren Weg. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich am Anfang etwas Probleme hatte ins Buch zu kommen. Gegen Ende wurde es dann aber noch einmal sehr spannend, da zog das Lesetempo gewaltig an. Ich kann dieses Buch daher durchaus empfehlen.
Der Roman spielt in den Jahren 1959 bis 1961. Anna und Benno Jensen hatten sich während des Kriegs kennengelernt und mussten schwere Zeiten überstehen, aber zusammen haben sie sie gemeistert. Nun leben sie mit ihren beiden halbwüchsigen Kindern in einem Häuschen und hätten allen Grund, zufrieden zu sein, nur glücklich sind sie nicht. Anne muss zusehen, wie sich ihr Mann immer weiter von der Familie zurückzieht. Zusammen mit seinem früheren Schulkameraden Karl will Benno ein Möbelgeschäft eröffnen und groß aufziehen. Aber Anne traut dem Geschäftspartner nicht über den Weg, und immer öfter fragt sie sich, wo ihr geliebter Benno geblieben ist, den sie einst kennengelernt hatte. Trost und Rat findet die junge Frau bei ihrer Schwiegermutter Margarethe. Als Anne beschließt, als Kosmetikberaterin für Avon zu arbeiten, findet sie bei Margarethe volle Unterstützung. Benno wiederum ist alles andere als begeistert von dieser Idee seiner Frau. Ich bin selbst ein Kinder der 50er Jahre, und vieles, was die Autorin in diesem Roman beschreibt, war mir nur allzu vertraut. Aber ich habe auch Neues über diese Zeit erfahren, was mich erstaunt hat. Beispielsweise wusste ich nicht, dass Frauen zu dieser Zeit immer noch die Genehmigung ihres Ehemanns benötigten, wenn sie einen Beruf ausüben wollten. Auch ich bin damals mit Produkten von Avon aufgewachsen und kann mich noch sehr gut an die Döschen und Fläschchen und auch noch an manche Düfte erinnern, die mich als Kind und Jugendliche fasziniert haben. Während des Lesens habe ich häufig pausiert, um ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. Anna ist eine sympathische Protagonistin, und ich konnte ihre Beweggründe nur allzu gut verstehen. Wie sie und Benno mit der Ehekrise umgehen, ist hier sehr gut und einfühlsam dargestellt. Auch Bennos Sichtweise kann man verstehen, denn damals war eben vieles anders, und viele Situationen können wir heutzutage gar nicht mehr wirklich nachvollziehen, denn die Denk- und Lebensweise haben sich in den vergangenen sechzig Jahren doch gewaltig geändert. Mein heimlicher Star im Roman ist Margarethe. Sie ist eine außergewöhnliche Frau, völlig unkonventionell, und auf den ersten Blick wirkt sie ein wenig schrill, aber je mehr ich über sie erfahren habe und je besser ich sie kennengelernt habe, umso sympathischer wurde sie mir. Bisher kannte und liebte ich die historischen und auch die humorvollen Romane der Autorin, die hier unter einem neuen Pseudonym schreibt. Sie schreibt mitreißend, und sie kann auch zeitgenössisch und ernsthaft! Ihr neuer Roman ist wunderbar gelungen, lebendig, warmherzig, spannend und mit viel Zeitkolorit.














