Ein halber Löffel Reis

Ein halber Löffel Reis

E-Book
3.54

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Beschreibung

Wie viel kostet einmal Überleben? 1943: Deutschland, Italien und Japan sind im Dreimächtepakt verbunden. Eine kleine italienische Community in Japan weigert sich, Mussolinis Repubblica di Salò anzuerkennen. Darunter auch Fosco Maraini und seine Frau Topazia. Daraufhin wird die gesamte Familie interniert. Die siebenjährige Tochter Dacia ist der Kälte, den Parasiten und dem Sadismus der Wachen ausgesetzt, sie ernährt sich von wenigen Körnern Reis und Ameisen. Während die Mutter versucht, die bröckelnde Solidarität der Gruppe zu kitten, hackt sich der Vater in der Tradition der Samurai einen Finger ab, als Akt verzweifelter Selbstbehauptung. Jetzt wird ihnen eine einzige Ziege zugestanden, die ihr Überleben sichert. Vom Zusammenhalt in dunklen Zeiten: die verstörende Kindheit der großen europäischen Autorin.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
E-Book
Seitenzahl
240
Preis
17.99 €

Beiträge

2
Alle
4

Ein eindrücklicher Erfahrungsbericht

In diesem Buch schildert die Autorin ihre Erfahrungen in einem Internierungslager in Japan, in das alle jene Italiener*innen kamen, die das Regime von Mussolini nicht anerkannten. Das Lager war ein ehemaliger Tennisplatz in der Nähe von Nagoya. Maraini kam als Kind mit ihren Eltern und Geschwister ins Lager, in dem sie nicht nur ihrer Freiheit, ihrer Gesundheit, ihres Gemeinschaftsinnes, sondern auch ihrer Würde beraubt wurden. Ein halber Löffel Reis war die Ration, die jeder Erwachsene jedem der drei Kinder von ihrem Essen abgeben mussten, da die Wachen den Kindern keine eigene Nahrungsration zuteilten. Mit viel Feingefühl erinnert die Autorin sich ihrer traumatischen Erinnerungen. Mehr zum Buch im Lesemonat Juni auf meinem YouTube Kanal: Japan Connect. https://youtu.be/YxQyIeBDjkQ?si=P0cSoMLpkXB6k8BK

3

Dacia Maraini erzählt von ihrer Kindheit in einem japanischen Internierungslager, in welches sie gesteckt wurde, nachdem sich ihre Eltern weigerten, sich für Mussolini auszusprechen. Mit ihrer Familie kämpfte sie in diesem zwei Jahre ums Überleben. Unmenschlich und unvorstellbar, wie man Menschen so behandeln konnte. Maraini erzählt eindrücklich, „verlässt“ zwischendurch das Lager und berichtet auch von aktuelleren Erfahrungen und Begegnungen. Dieser Switch irritierte mich anfangs ein wenig, gefiel mir dann aber ganz gut. Man merkt, wie intensiv sie sich mit Konzentrationslagern auseinandergesetzt hat, und ich staune, wie ruhig sie die Geschichte schildert, ohne Wut und Hass in den Vordergrund zu stellen. Es hat mich nicht völlig gepackt, aber es war eine spannende und persönliche Lektüre.

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