Die Roma

Die Roma

Hardcover
4.52

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Beschreibung

Ein faszinierender Einblick in die Geschichte und das Leben der Roma

»Auf jedem Schritt meiner Reise bin ich den kraftvollen Geschichten derjenigen begegnet, die sich ihrer Ausgrenzung widersetzten und deren Leben uns bis heute inspirieren.« Madeline Potter verwebt ihre eigene Biografie als Romni mit Recherchen in Archiven zu einer mitreißenden Erzählung. Dem alten Klischee vom „fahrenden Volk“ setzt sie konkrete Schicksale entgegen: etwa das des Boxers Johann Rukeli Trollmann, dem deutschen Meister im Halbschwergewicht, dem die Nazis seinen Titel aberkannten. Oder das von Carmen Amaya, einer spanischen Romni, die Mitte des 20. Jahrhunderts als beste Flamencotänzerin der Welt bekannt war.

Vom England der Tudorzeit bis ins Rumänien der Gegenwart, vom NS-Deutschland bis ins Frankreich des 21. Jahrhunderts lernen wir die Roma-Gemeinschaften und ihre Kämpfe kennen. Madeline Potter zeigt, wie der tief verwurzelte Hass auf die Minderheit jahrhundertelang überdauern konnte. Vor allem aber feiert sie die Stärke und Ausdauer der Roma, ihre Fähigkeit zum Widerstand und zum Überleben.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Memoiren
Format
Hardcover
Seitenzahl
352
Preis
28.80 €

Autorenbeschreibung

Madeline Potter, geboren 1989, wuchs als Romni im postkommunistischen Rumänien der 1990er-Jahre auf. Anstatt in einem von Pferden gezogenen »Vardo«, der von Lager zu Lager reiste, verbrachte sie ihre Kindheit in einem hoch aufragenden Hochhaus im sowjetischen Stil. Später zog sie zum Studium nach Großbritannien, wo sie in englischer Literatur promovierte. Sie lebt in Edinburgh und lehrt an der dortigen Universität.

Beiträge

1
Alle
5

»Rassismus war und ist Teil der Erfahrung von Roma, und wir müssen ihn genau verstehen, um ihn zu bekämpfen.«

»Rassismus war und ist Teil der Erfahrung von Roma, und wir müssen ihn genau verstehen, um ihn zu bekämpfen.« Die Kultur der Roma ist so spannend und vielfältig, sodass dieses Buch sie nur ansatzweise anreißen kann. Madeline Potter schildert aber nicht nur die Kultur, sondern überwiegend die Ausgrenzung und Herabwürdigung der Roma. Sie begibt sich auf eine Reise ihrer eigenen Identität, um einerseits ihr Trauma zu überwinden und andererseits die Geschichte der Roma in verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Zeitpunkt zu beleuchten. Dabei kritisiert die Autorin auch – und zwar mehr als umstrittene Praktiken wie arrangierte Ehen, die in traditionellen Roma-Familien immer noch Bestand haben. Roma wurden versklavt, zwangssterilisiert und in Lager gesperrt. Ihnen würden sämtliche Rechte entzogen und zugleich ihre Würde genommen. All diese Herabwürdigungen sowie stereotype Schilderungen finden sich auch in der Literatur, so z.B. in Märchen oder auch in Victor Hugos „Der Glöckner von Notre-Dame“. Das betrifft auch unsere deutsche Geschichte, denn Sinti und Roma galten zur Zeit des Nationalsozialismus als „asozial“ und das „Zigeunerproblem“ sollte endgültig beseitigt werden. Dabei fand ein Genozid an Sinti und Roma – Samudaripen (Massenmord) genannt – statt. Diesem wird jedoch im Gegensatz zu anderen Opfern, oftmals bis heute kaum Stellenwert beigemessen, sogar geleugnet und wurde erst 1982 von Kanzler Helmut Schmidt anerkannt. Wer glaubt, dass diese Diskriminierungen überwunden sind, irrt sich gewaltig. Eindrücklich und schmerzhaft sind die Erlebnisse, die andere oder sie selbst erfahren mussten. Diese stigmatisierte Abwertung, Herabwürdigung und fehlende Auseinandersetzung mit den Menschen dahinter – ja selbst das Menschsein wurde in Frage gestellt – macht wütend, selbst ohne betroffen zu sein. Ich wünsche mir, dass die viel zu unbekannte und wenig beachtete Geschichte der Roma mehr in den Vordergrund rückt und dadurch endlich die rassistischen Bezeichnungen und Stereotype der Vergangenheit angehören.

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