Die Klassenkameradin
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Beschreibung
Buchinformationen
Beiträge
Spannend, bis zum Schluss
Ich wohne in einer Großstadt, einer der kleinsten in Deutschland aber immerhin. Trotzdem ist mir das Leben in ländlichem Gebiet nicht fremd. In meiner Jugend habe ich die allermeisten meiner Freunde in den angrenzenden Kleinststädtchen und Dörfern gefunden und habe recht viel Zeit in ihren Häusern verbracht.. Deswegen ist mir die Atmosphäre mit all ihren Vor-, aber auch ihren Nachteilen sehr bekannt. Ich weiß also, was es bedeutet wenn der Bus nur alle 2 Stunden kommt, Einkäufe geplant werden müssen und die Nachbarn alles von einem Wissen. Not my Cup of Tea und auch die Protagonistin in diesem Buch hadert mit dem vermeintlichen Idyll. Evas Leben nahm eine Wendung in festgelegte Bahnen, als sie mit 19 ungewollt schwanger wird. Jetzt geht ihre Tochter Charly eigene Wege, und sie lebt mit ihrem Mann Alexander in einem Haus, ohne Ausbildung und Aufgabe. Ab und an kellnert sie im Dorfgasthof, doch mehr Aufregung als die neugierigen Nachbarn oder aufdringlichen Gäste hat sie nicht zu erwarten. Ihr Mann kontrolliert sie trotzdem überproportional häufig und engt sie mehr und mehr ein. Als sie auf einem Klassentreffen eine Verbindung mit Agnès eingeht bekommt ihr Leben aufregende Züge. Die beiden Frauen ähneln sich in ihrer Vergangenheit, haben aber unterschiedliche Abzweigungen genommen. Und so ist Agnès genau das Gegenteil von Eva: Unabhängig, frei, wohlhabend und mit sich im Reinen. Oder doch nicht? Von Anfang an scheint klar, dass sie ein Geheimnis verbirgt, und in dieses zieht sie Eva hinein. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihrem Bann geschlagen. Spannend erschafft Martina Berscheid zwei unterschiedliche Frauenfiguren die so vieles gemein haben. Doch während die Eine verbissen darum kämpft, mit allen Mitteln ihre Autonomie zu erhalten, und sei es auf Kosten anderer, so hat sich die Andere angepasst und glaubt, dass sie der Langeweile in der sie ihr Leben verbringt, nicht entfliehen zu kann. Zwischen Beiden entsteht eine Freundschaft, von der man nicht genau weiß, wohin sie führen wird. Opfer- und Täterkonstellationen spielen ebenfalls eine Rolle, und man fragt sich nachher was ist unvermeidbar und was ist selbst verschuldet? Die Figur des Alexander hat mir von Anfang an sehr zugesetzt. Die zwanghafte Kontrolle seiner Ehefrau war für mich körperlich spürbar. Wie sich herausstellt, gibt es auch dafür Gründe, die ich zwar erahnt habe, die mich aber trotzdem fesselten. Auch die kleinen Ausflüge in die Vergangenheit beider Protagonistinnen fand ich interessant und sie machten die Charaktere fassbarer. Alle Figuren, die nach und nach auftauchen haben einen Platz. Und wenn ich auch mit dem Namen manchmal in Durcheinander kam und überlegen musste, wer denn jetzt Harry war oder Gerda, so hatte ich nicht den Eindruck, dass hier zu viel Personal unterwegs war. Ich finde das provinzielle Setting gut arrangiert. Genau so ist es in den kleinen Dörfern und jedes Mal, wenn ich auf eine meiner Wanderungen in der Umgebung des bergischen Landes durch ähnliche Ortschaften spaziere, die auf den ersten Blick pittoresk anmuten, überkommt mich immer das Gefühl von Enge. Ich weiß, dass ich definitiv nicht für dieses Leben geschaffen bin. So konnte ich mich sowohl in Eva als auch in Agnès gut rein fühlen. Das Ende fand ich besonders für Eva richtig gewählt, und wenn ich auch gerne noch mehr über Agnes erfahren hätte, so bin ich sehr zufrieden damit, dass ihr Werdegang am Ende nicht so ausführlich beschrieben wird. Was Eva betrifft, so wusste ich bis zu den letzten Seiten nicht welchen Pfad sie einschlagen wird. Sehr spannend und atmosphärisch geschrieben, man ist den Personen sehr nah und der Schreibstil von Berscheid macht neugierig aufs nächste Kapitel. Also auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
Spannend und einmalig, ein Jahreshighlight
**** Worum geht es? **** Eva ist unglücklich mit ihrem Leben. Aus einem Bauchgefühl heraus besucht sie ihr Klassentreffen und verbringt eine lebhafte Zeit mit Agnès, ihr Mann scheint dafür allerdings kein Verständnis zu haben. Mit Agnès fühlt sie sich endlich wieder lebendig und als sie nach und nach Dinge über ihre Vergangenheit erfährt scheint das leichte Leben immer verlockender. Doch dann verreist Agnès und Eva bleibt als Homesitterin in ihrer Wohnung zurück. Plötzlich ist ihre neu gewonnene Freundin nicht mehr erreichbar und so manch andere seltsame Dinge ereignen sich. Wer ist Agnès eigentlich und wer möchte Eva sein? **** Mein Eindruck **** Ich habe es außerordentlich genossen wie sich die einzelnen Charaktere in der Geschichte entfalten können, neue Charaktere haben ihren Raum und ihre Facetten erhalten und sich nahtlos in die Geschichte eingefügt. Die beiden Protagonistinnen waren unglaublich vielfältig und auf ihre ganz eigene Art Persönlichkeiten in die ich mich als Leserin vertiefen wollte. Begeisternd, mitfühlend, schockierend und unsagbar spannend entfaltet sich sie Geschichte hinter Agnès und beeinflusst die Eva, die diese gerne werden möchte. Manchmal muss man sich zunächst verlieren um sich wiederzufinden und dabei darf Eva schwach und stark zugleich erscheinen, ein Mensch der viele andere Menschen mitten im Leben widerspiegelt. Die Geschichte war stehts dynamisch und hatte immer den Hauch eines Kribbelns im Hintergrund. Man wusste irgendwie immer, dass noch was passieren muss, aber was da tappte ich völlig im Dunkeln, was hier absolut perfekt war. Der Schreibstil der Autorin war erfrischend und lies Räume für die Entwicklung ohne an irgendeiner Stelle gehetzt zu wirken. **** Empfehlung? **** Für mich eine absolut runde Angelegenheit und eine Geschichte die von Seite 1 an durchweg begeisterte. Vielfältig und vielschichtig, ein Jahreshighlight, dass ich einfach nur jedem weiter empfehlen kann.
Beschreibung
Buchinformationen
Beiträge
Spannend, bis zum Schluss
Ich wohne in einer Großstadt, einer der kleinsten in Deutschland aber immerhin. Trotzdem ist mir das Leben in ländlichem Gebiet nicht fremd. In meiner Jugend habe ich die allermeisten meiner Freunde in den angrenzenden Kleinststädtchen und Dörfern gefunden und habe recht viel Zeit in ihren Häusern verbracht.. Deswegen ist mir die Atmosphäre mit all ihren Vor-, aber auch ihren Nachteilen sehr bekannt. Ich weiß also, was es bedeutet wenn der Bus nur alle 2 Stunden kommt, Einkäufe geplant werden müssen und die Nachbarn alles von einem Wissen. Not my Cup of Tea und auch die Protagonistin in diesem Buch hadert mit dem vermeintlichen Idyll. Evas Leben nahm eine Wendung in festgelegte Bahnen, als sie mit 19 ungewollt schwanger wird. Jetzt geht ihre Tochter Charly eigene Wege, und sie lebt mit ihrem Mann Alexander in einem Haus, ohne Ausbildung und Aufgabe. Ab und an kellnert sie im Dorfgasthof, doch mehr Aufregung als die neugierigen Nachbarn oder aufdringlichen Gäste hat sie nicht zu erwarten. Ihr Mann kontrolliert sie trotzdem überproportional häufig und engt sie mehr und mehr ein. Als sie auf einem Klassentreffen eine Verbindung mit Agnès eingeht bekommt ihr Leben aufregende Züge. Die beiden Frauen ähneln sich in ihrer Vergangenheit, haben aber unterschiedliche Abzweigungen genommen. Und so ist Agnès genau das Gegenteil von Eva: Unabhängig, frei, wohlhabend und mit sich im Reinen. Oder doch nicht? Von Anfang an scheint klar, dass sie ein Geheimnis verbirgt, und in dieses zieht sie Eva hinein. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihrem Bann geschlagen. Spannend erschafft Martina Berscheid zwei unterschiedliche Frauenfiguren die so vieles gemein haben. Doch während die Eine verbissen darum kämpft, mit allen Mitteln ihre Autonomie zu erhalten, und sei es auf Kosten anderer, so hat sich die Andere angepasst und glaubt, dass sie der Langeweile in der sie ihr Leben verbringt, nicht entfliehen zu kann. Zwischen Beiden entsteht eine Freundschaft, von der man nicht genau weiß, wohin sie führen wird. Opfer- und Täterkonstellationen spielen ebenfalls eine Rolle, und man fragt sich nachher was ist unvermeidbar und was ist selbst verschuldet? Die Figur des Alexander hat mir von Anfang an sehr zugesetzt. Die zwanghafte Kontrolle seiner Ehefrau war für mich körperlich spürbar. Wie sich herausstellt, gibt es auch dafür Gründe, die ich zwar erahnt habe, die mich aber trotzdem fesselten. Auch die kleinen Ausflüge in die Vergangenheit beider Protagonistinnen fand ich interessant und sie machten die Charaktere fassbarer. Alle Figuren, die nach und nach auftauchen haben einen Platz. Und wenn ich auch mit dem Namen manchmal in Durcheinander kam und überlegen musste, wer denn jetzt Harry war oder Gerda, so hatte ich nicht den Eindruck, dass hier zu viel Personal unterwegs war. Ich finde das provinzielle Setting gut arrangiert. Genau so ist es in den kleinen Dörfern und jedes Mal, wenn ich auf eine meiner Wanderungen in der Umgebung des bergischen Landes durch ähnliche Ortschaften spaziere, die auf den ersten Blick pittoresk anmuten, überkommt mich immer das Gefühl von Enge. Ich weiß, dass ich definitiv nicht für dieses Leben geschaffen bin. So konnte ich mich sowohl in Eva als auch in Agnès gut rein fühlen. Das Ende fand ich besonders für Eva richtig gewählt, und wenn ich auch gerne noch mehr über Agnes erfahren hätte, so bin ich sehr zufrieden damit, dass ihr Werdegang am Ende nicht so ausführlich beschrieben wird. Was Eva betrifft, so wusste ich bis zu den letzten Seiten nicht welchen Pfad sie einschlagen wird. Sehr spannend und atmosphärisch geschrieben, man ist den Personen sehr nah und der Schreibstil von Berscheid macht neugierig aufs nächste Kapitel. Also auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
Spannend und einmalig, ein Jahreshighlight
**** Worum geht es? **** Eva ist unglücklich mit ihrem Leben. Aus einem Bauchgefühl heraus besucht sie ihr Klassentreffen und verbringt eine lebhafte Zeit mit Agnès, ihr Mann scheint dafür allerdings kein Verständnis zu haben. Mit Agnès fühlt sie sich endlich wieder lebendig und als sie nach und nach Dinge über ihre Vergangenheit erfährt scheint das leichte Leben immer verlockender. Doch dann verreist Agnès und Eva bleibt als Homesitterin in ihrer Wohnung zurück. Plötzlich ist ihre neu gewonnene Freundin nicht mehr erreichbar und so manch andere seltsame Dinge ereignen sich. Wer ist Agnès eigentlich und wer möchte Eva sein? **** Mein Eindruck **** Ich habe es außerordentlich genossen wie sich die einzelnen Charaktere in der Geschichte entfalten können, neue Charaktere haben ihren Raum und ihre Facetten erhalten und sich nahtlos in die Geschichte eingefügt. Die beiden Protagonistinnen waren unglaublich vielfältig und auf ihre ganz eigene Art Persönlichkeiten in die ich mich als Leserin vertiefen wollte. Begeisternd, mitfühlend, schockierend und unsagbar spannend entfaltet sich sie Geschichte hinter Agnès und beeinflusst die Eva, die diese gerne werden möchte. Manchmal muss man sich zunächst verlieren um sich wiederzufinden und dabei darf Eva schwach und stark zugleich erscheinen, ein Mensch der viele andere Menschen mitten im Leben widerspiegelt. Die Geschichte war stehts dynamisch und hatte immer den Hauch eines Kribbelns im Hintergrund. Man wusste irgendwie immer, dass noch was passieren muss, aber was da tappte ich völlig im Dunkeln, was hier absolut perfekt war. Der Schreibstil der Autorin war erfrischend und lies Räume für die Entwicklung ohne an irgendeiner Stelle gehetzt zu wirken. **** Empfehlung? **** Für mich eine absolut runde Angelegenheit und eine Geschichte die von Seite 1 an durchweg begeisterte. Vielfältig und vielschichtig, ein Jahreshighlight, dass ich einfach nur jedem weiter empfehlen kann.






