Die goldene Ananas
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Dennis Kornblum, geboren am 03. November 1980 in Frechen, studierte ein paar Semester Psychologie, bevor er 2005 aufgrund depressiver Verstimmung in die Uni-Klinik in Bonn kam, kurz darauf in ein Übergangswohnheim für psychisch Kranke. Mit der Diagnose Asperger-Syndrom im Jahr 2007 wurden in ihm selber und in seiner Familie die Weichen für ein besseres Verständnis seiner Probleme im Alltag gestellt. Dennoch kam er im selben Jahr in ein Langzeitwohnheim, in dem er fast neun Jahre blieb. Im März 2016 zog er in eine eigene Wohnung in Bonn-Bad Godesberg. Nachdem er sich bis zu seinem 22. Lebensjahr intensiv mit Literatur und dem eigenen Schreiben beschäftigt hatte, folgte eine lange Zeit, die von gänzlich anderen Spezialinteressen dominiert war. Im Frühjahr 2019 besann er sich schließlich wieder auf seine schriftstellerischen Wurzeln zurück und begann mit der Arbeit an dem Roman "Die goldene Ananas", der am 9.12.2020 bei Tredition erschien und in dem er seine Schwierigkeiten im sozialen Kontakt und seiner praktischen Lebensführung literarisch verarbeitete. "Martin Hais – Generation Z" ist sein zweiter Roman. Auch hier übernimmt wieder ein Asperger-Autist die Rolle des Protagonisten, und es werden einige Einblicke in eine autistische Lebens- und Denkweise gegeben, diesmal eingebettet in eine Kriminal- bzw. Thriller-Handlung.
Beiträge
*Inhalt* Elias lebt in einem Wohnheim für psychisch Erkrankte und soll nun in seine eigene Wohnung ziehen. Da Elias das Asperger-Syndrom hat, sind Veränderungen für ihn schwierig und wollen gut überlegt werden - und doch fasst er den Mut und setzt das Vorhaben der eigenen Wohnung in die Tat um. Dort setzt er seinen Tagesablauf so fort, wie er es aus dem Wohnheim gewohnt ist, doch nach und nach knüpft er Kontakte zu den Mitbewohnern aus dem Mietshaus und sein Leben besteht plötzlich aus vielen neuen Herausforderungen, die erstmal gemeistert werden wollen... *Erster Satz des Buches* "Es war ein überwiegend sonniger Tag Anfang Juni; nur vereinzelt durchzogen Wolken den ansonsten blauen Himmel." - D. KORNBLUM, 2020, DIE GOLDENE ANANAS - *Meine Meinung* „Die goldene Ananas“ ist das Erstlingswerk von Dennis Kornblum, welches im Dezember 2020 veröffentlicht wurde. Im Buch begleiten wir Elias Bach, der gerade dabei ist umzuziehen - von einem Wohnheim für psychisch Erkrankte in eine eigene Wohnung. Dieser Schritt stellt für Elias einen gewaltigen Schritt dar, denn er hat das Asperger Syndrom, was unter anderem dazu führt, dass er sich mit Veränderungen und Ausbrüchen aus dem Gewohnten äußerst schwer tut. Auch soziale Kontakte stellen für Elias eine Herausforderung dar, was uns durch seine Handlungen und Gedankengänge im Buch immer wieder eindrücklich geschildert wird. Auch wenn ich beruflich eher mit Frühkindlichem Autismus zu tun habe, fand ich den Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Menschen mit Asperger Syndrom unglaublich spannend und auch lehrreich. Der Autor bezeichnet in seinem Roman das Asperger-Syndrom als "Autismus-light“, was mir eine ungefähre Vorstellung davon geben konnte - oder zumindest eine vage Idee dessen - was so manches Mal in Kindern mit frühkindlichem Autismus vorgeht. Gerade weil Dennis Kornblum im Jahre 2007 selbst die Diagnose Asperger-Syndrom bekam, kann wohl niemand besser als er beschreiben, wie man die Welt als Mensch mit Asperger-Syndrom sieht. Doch nicht nur deshalb fesselte mich das Buch, sondern auch wegen des besonderen Schreibstils. Der Autor beschreibt vieles sehr detailliert, was einem als Leser einen hervorragenden Einblick in die verschiedensten Gebiete liefert - sei es das Gitarrenspiel oder Elias’ Kaffe-/Rauchpausen inkl. seines Lüftverhaltens. Dies empfand ich als sehr angenehm, gerade weil es wenig ausschmückend, vielmehr einfach sachlich nüchtern beschrieben wurde. Gerade Elias’ Problematik bezüglich der zwischenmenschlichen Interaktion und seine Veränderung innerhalb des Romanes gefiel mir unglaublich gut. Jedes Mal, wenn er sich zu etwas neuem motivieren wollte, fieberte ich mit und überlegte außerdem, welchen Ratschlag ich ihm geben würde, wenn auch ich mit ihm in einem Haus wohnen würde. Toll fand ich, wie viel Kontakt Elias nach und nach nicht nur zu seinen Hausmitbewohnern hat, sondern auch zu Nachbar Willis Sohn Tobi und Willis Kumpel Mike, außerdem, wie er immer mehr aus sich herausgeht und versucht, aus seinen Gewohnheiten auszubrechen. „Die goldene Ananas“ ist ein wirklich tolles Buch, welches mich mit seinen Charakteren begeisterte - ich mochte nicht nur Elias, Willi und Betti sehr, sondern hätte auch gerne Sandrine und Konstantin noch etwas besser kennengelernt. Auch die Entwicklung die Elias durchmacht (und vermutlich auf selbstgemachten Erfahrungen des Autors beruhen?) machte mich stellenweise wirklich etwas stolz - auch wenn ich Elias nur auf dem Papier „kennengelernt“ habe. Der Schreibstil ist anders als gewohntes, aber ebenfalls sehr angenehm zu lesen und so flogen die über 500 Seiten Lektüre nur so dahin. *Infos zum Buch* Seitenzahl: 580 Seiten Verlag: Tredition Verlag ISBN: 978-3-347-12211-6 (Hardcover) / 978-3-347-12210-9 (Paperback) / 978-3-347-12212-3 (Ebook) Preis: 27,99€ (Hardcover) / 17,99 € (Paperback) / 6,99 € (Ebook) *Infos zum Buch* "Dennis Kornblum, geboren am 03. November 1980 in Frechen, hat schon in seiner Kindheit und Jugend an Romanen geschrieben und schließlich 2001 den ersten fertiggestellt. Nach dem Studium von ein paar Semestern Psychologie kam er 2005 aufgrund depressiver Verstimmung in die Uni-Klinik in Bonn, kurz darauf in ein Übergangswohnheim für psychisch Kranke. Mit der Diagnose Asperger-Syndrom im Jahr 2007 wurden in ihm selber und in seiner Familie die Weichen für ein besseres Verständnis seiner Probleme im Alltag gestellt. Dennoch kam er im selben Jahr in ein Langzeitwohnheim, in dem er fast neun Jahre blieb. Im März 2016 zog er in eine eigene Wohnung in Bonn-Bad Godesberg. Nachdem er sich bis zum 22. Lebensjahr intensiv mit Literatur und dem eigenen Schreiben beschäftigt hatte, folgte eine lange Zeit, die von gänzlich anderen Spezialinteressen dominiert war. So übte er einige Jahre lang exzessiv das Spielen von E-Gitarre. Diese Leidenschaft wurde später von einem extremen Interesse an Krafttraining und Ernährung abgelöst, bis er im Frühjahr 2019 schließlich, sich wieder auf seine schriftstellerischen Wurzeln besinnend, mit der Arbeit an dem Roman "Die goldene Ananas" begann, in dem er seine Schwierigkeiten im sozialen Kontakt und seiner praktischen Lebensführung literarisch verarbeitet. Seit zwei Jahren hat er eine Lebensgefährtin, Aysen Bayar, die ihn wieder zum Schreiben ermutigt und dabei geduldig unterstützt hat." (Quelle: Verlagshomepage) *Fazit* Ein tolles Werk, welches mich absolut begeistert hat! Wertung: 5 von 5 Sterne!
Mit diesem Roman hatte ich leider meine Probleme. Das finde ich schade, immerhin habe ich das Buch ja in meine Rezensionsplanung aufgenommen, weil ich davon ausging, dass es mir gefallen würde. Asperger/Autismus Spektrum Störungen sind ein interessantes Thema und ich habe mich darauf gefreut, Elias durch seinen Alltag zu begleiten. Ich denke auch weiterhin, dass in diesem Buch Potenzial schlummert - das allerdings erst noch geweckt werden muss. Beginnen wir mit den positiven Seiten des Romans. Kornblum ist selbst betroffen von Autismus und konnte die Besonderheiten dadurch auch gut darstellen. Vor allem der Wunsch nach Routine und die sozialen Schwierigkeiten werden sichtbar. Und ich finde es auch schön, dass man hier den Wachstum des Protagonisten beobachten kann. Er entwickelt sich stark weiter und wächst über sich hinaus. Doch gerade in der Darstellung der Routine und der Wiederholungen liegt auch eine große Gefahr. Irgendwann war es für mich einfach schon vorhersehbar, was passieren wird. Gerade die Gespräche zwischen Elias und anderen Figuren liefen oft sehr ähnlich ab. Die Beschreibungen gehen sehr ins Detail und sind unglaublich ausführlich. Für mich persönlich zu ausführlich. Vielleicht wäre es eine gute Idee, nochmal eine:n Lektor:in an den Text zu lassen. Ich denke, dass es gut wäre, dem Stil so nochmal einen Feinschliff zu verpassen. Auch bezüglich der Rechtschreibung gab es einige Patzer, die noch ausgebessert werden sollten. Und mir ist auch ein faktischer Fehler aufgefallen, der mir sauer aufgestoßen ist, da ich selbst in diesem Feld tätig bin: "Ich bin Literaturwissenschaftler, Literaturkritiker genau genommen." Ja, was denn jetzt? Ist diese Figur Wissenschaftler oder Kritiker? Das sind zwei unterschiedliche Berufe! Klar, es kann Menschen geben, die beides sind, das wird in der Zukunft vielleicht sogar irgendwann auf mich zutreffen. Aber Literaturkritik kann man nicht pauschal als Unterkategorie der Literaturwissenschaft darstellen. Das eine ist ein Wissenschaftler, das andere geht eher in Richtung Journalismus, wie der Autor ja auch selbst beschrieben hat. Mein Fazit? Eine interessante Idee mit Potenzial, doch leider gibt es meiner Meinung nach noch einige Baustellen.
Als der 1980 geborene Autor Dennis Kornblum mich anschrieb und fragte, ob ich mir denken könnte, seinen Roman zu lesen und vorzustellen, war ich gleich interessiert. Denn der Roman handelt von dem 26jährigen Gitarristen Elias, der unter dem Asperger-Syndrom leidet und setzt zu dem Zeitpunkt ein, an dem dieser nach fünfeinhalb Jahren in Wohnheimen für gemeindenahe Psychiatrie in seine erste eigene Wohnung zieht. Dort steht er bald vor ganz neuen Herausforderungen, mit denen er umzugehen lernen muss. Da Dennis Kornblum selbst von dem Asperger-Syndrom betroffen ist, hat er in dem Roman Autobiografisches mit Fiktionalem vermengt, um einen authentischen Einblick in diese ungewöhnliche Welt zu gewähren. Und das ist ihm wirklich gelungen. Sein Protagonist Elias steht jeglichen Veränderungen ängstlich und grundsätzlich ablehnend gegenüber. Daher erfüllt es ihn eher mit Widerwillen, dass er nun in eine eigene Wohnung ziehen soll, in das Dachgeschoss eines Fünfparteienhauses. Hier geht es ihm anfänglich nur darum, möglichst seine Ruhe zu haben und seinen streng strukturierten Tagesablauf einzuhalten, der aus einer sechsstündigen E-Gitarren-Einheit, dem Konsum von Death-Metal-Alben, dem Schauen von Filmen und genau getimten Mahlzeiten, Kaffee- und Zigarettenpausen besteht. Nach und nach werden jedoch die übrigen Hausbewohner auf ihn aufmerksam, und er kommt immer mehr in Kontakt, vor allem mit dem extrovertierten Endfünfziger Willi. Und plötzlich steht er vor ganz neuen Herausforderungen: Soll er es wagen, einer richtigen Band vorzuspielen? Und dann gibt es da noch die hübsche Kellnerin vom Café Auberge, die ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf geht… Obwohl dieser Roman in der personalen Erzählweise verfasst ist, kommt man Elias beim Lesen sehr nah. Und doch bleibt eine Distanz bestehen, die nur ganz allmählich überwunden wird, weil man in seine Welt und Art der Wahrnehmung langsam hineinwächst. Die Gründe für seine teilweise recht eigenartige Handlungsweise werden nachvollziehbar, wenngleich es auch manchmal zu kuriosen Situationen kommt. Die Sprache ist sehr einfach und schnörkellos, was die Geschichte überaus authentisch und stimmig sein lässt. Elias ist dabei ein Charakter mit Ecken und Kanten, der einem mit der Zeit immer sympathischer wird und dessen positive Entwicklungsgeschichte man gerne weiter liest. Doch dorthin ist auch ein weiter Weg. Denn dem Protagonisten hilft eine streng durchgetaktete Tagesstruktur, die man auch als Leser durchläuft. So notwendig dies ist, um ein Verständnis für die dahinter liegende Problematik zu entwickeln, so ermüdend wird dies jedoch irgendwann beim Lesen. Allerdings bezweifle ich, ob eine komprimiertere Darstellungsweise dem Roman wirklich gut getan hätte. Doch schließlich ist bei Elias ein Punkt erreicht, an dem er für sich wichtige Erkenntnisse gewinnt und Bewegung in sein Leben kommt. Eine Entwicklung, die man zwar kommen sieht, aber eine, die man dem Protagonisten gönnt und über die man sich mit ihm freuen kann. Insgesamt war dies für mich ein aufschlussreicher Ausflug in die Welt eines jungen Menschen mit Asperger-Syndrom, den ich Lesern empfehlen kann, die sich auf unterhaltsame Weise mit der Thematik beschäftigen möchten.
Als Dennis Kornblum mich gefragt hat, ob ich "Die goldene Ananas" lesen möchte, war ich recht schnell interessiert. Der Autor hat in diesem Buch nämlich sein Asperger-Syndrom eingearbeitet. Natürlich hatte ich schon davon gehört, kenne aber Niemanden, der aus erster Hand darüber berichten kann. Hier passiert dies in Form von Elias Bach. Er hat einen strukturierten Tagesablauf und man erfährt, was Einfluss auf einen guten Tag hat und was ihn aus dem Tritt bringt. Elias hat seinen Tag minutiös vom Aufstehen bis zum zu Bett gehen geplant. Abweichungen davon bringen für ihn Alles durcheinander, egal wie minimal sie sein mögen, und fallen ihm wahnsinnig schwer. Die Struktur gibt ihm Halt und Stabilität. Das war echt krass zu lesen, aber irgendwo halt auch absolut nachvollziehbar. Im Laufe der Story lernt Elias aber lockerer damit umzugehen, wenn er mal etwas aus seinem Rhythmus tritt. Er trifft sich mit anderen, bricht auch mal aus seinem Alltag aus und knüpft neue Kontakte. Auch wenn ihn das eine wahnsinnige Überwindung kostet. Für Jemand dem es nicht selbst so geht, sind gewisse Sachen nur schwer nachvollziehbar. Das merkt man auch an den neuen Freunden von Elias. Die sind allesamt nett und sympathisch, aber sie verstehen halt nicht so ganz, wie er tickt und wie sehr seine Routinen ihm Halt geben. Manchmal fand ich das Gegängel von Willi schon etwas penetrant. Es ist nicht jeder ein Draufgänger und ich fand die Ängste, welche Elias in gewissen Situationen hatte, durchaus nachvollziehbar. Da waren mit Konstantin und Betti schon lieber. Was zu Beginn wie eine immer wieder daher kommende Wiederholung scheint, zeigt noch einmal deutlich, wie das Leben von Elias aussieht. Als er dann in die erste eigene Wohnung zieht, seine Nachbarn in sein Leben treten und ihn auch mit versuchen einzubeziehen, sieht man, wie sich diese starre Struktur etwas löst, aber eben auch was das für Elias' Gefühlswelt und Wohlbefinden bedeutet. Man merkt Elias die inneren Konflikte an, aber ich fand es bewundernswert, wie oft er sich dann doch überwunden und nachgegeben hat. Eben aus seiner Routine ausgebrochen ist. Es gibt hier kein Highlife oder Action, dass wird auch gar nicht passen, sondern es ist einfach nur ein dabei Zusehen, wie ein junger Mann über sich hinauswächst. Ich fand das schon ziemlich spannend. Ich empfand Elias als auch wahnsinnigsympathischen Charakter. Er war absolut authentisch und der Autor hat mir Hilfe von Elias das Asperger-Syndrom nachvollziehbar dargestellt. Fazit Wer einen Einblick in das Leben mit Asperger erleben möchte, ist hier genau richtig. Dennis Kornblum erzählt in diesem Buch wahnsinnig interessant über ein Leben mit der Krankheit. Schon allein auch dadurch authentisch, da der Autor selbst diese Diagnose erhalten hat. Für mich ein tolles Buch, dass sich zu lesen lohnt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Dennis Kornblum, geboren am 03. November 1980 in Frechen, studierte ein paar Semester Psychologie, bevor er 2005 aufgrund depressiver Verstimmung in die Uni-Klinik in Bonn kam, kurz darauf in ein Übergangswohnheim für psychisch Kranke. Mit der Diagnose Asperger-Syndrom im Jahr 2007 wurden in ihm selber und in seiner Familie die Weichen für ein besseres Verständnis seiner Probleme im Alltag gestellt. Dennoch kam er im selben Jahr in ein Langzeitwohnheim, in dem er fast neun Jahre blieb. Im März 2016 zog er in eine eigene Wohnung in Bonn-Bad Godesberg. Nachdem er sich bis zu seinem 22. Lebensjahr intensiv mit Literatur und dem eigenen Schreiben beschäftigt hatte, folgte eine lange Zeit, die von gänzlich anderen Spezialinteressen dominiert war. Im Frühjahr 2019 besann er sich schließlich wieder auf seine schriftstellerischen Wurzeln zurück und begann mit der Arbeit an dem Roman "Die goldene Ananas", der am 9.12.2020 bei Tredition erschien und in dem er seine Schwierigkeiten im sozialen Kontakt und seiner praktischen Lebensführung literarisch verarbeitete. "Martin Hais – Generation Z" ist sein zweiter Roman. Auch hier übernimmt wieder ein Asperger-Autist die Rolle des Protagonisten, und es werden einige Einblicke in eine autistische Lebens- und Denkweise gegeben, diesmal eingebettet in eine Kriminal- bzw. Thriller-Handlung.
Beiträge
*Inhalt* Elias lebt in einem Wohnheim für psychisch Erkrankte und soll nun in seine eigene Wohnung ziehen. Da Elias das Asperger-Syndrom hat, sind Veränderungen für ihn schwierig und wollen gut überlegt werden - und doch fasst er den Mut und setzt das Vorhaben der eigenen Wohnung in die Tat um. Dort setzt er seinen Tagesablauf so fort, wie er es aus dem Wohnheim gewohnt ist, doch nach und nach knüpft er Kontakte zu den Mitbewohnern aus dem Mietshaus und sein Leben besteht plötzlich aus vielen neuen Herausforderungen, die erstmal gemeistert werden wollen... *Erster Satz des Buches* "Es war ein überwiegend sonniger Tag Anfang Juni; nur vereinzelt durchzogen Wolken den ansonsten blauen Himmel." - D. KORNBLUM, 2020, DIE GOLDENE ANANAS - *Meine Meinung* „Die goldene Ananas“ ist das Erstlingswerk von Dennis Kornblum, welches im Dezember 2020 veröffentlicht wurde. Im Buch begleiten wir Elias Bach, der gerade dabei ist umzuziehen - von einem Wohnheim für psychisch Erkrankte in eine eigene Wohnung. Dieser Schritt stellt für Elias einen gewaltigen Schritt dar, denn er hat das Asperger Syndrom, was unter anderem dazu führt, dass er sich mit Veränderungen und Ausbrüchen aus dem Gewohnten äußerst schwer tut. Auch soziale Kontakte stellen für Elias eine Herausforderung dar, was uns durch seine Handlungen und Gedankengänge im Buch immer wieder eindrücklich geschildert wird. Auch wenn ich beruflich eher mit Frühkindlichem Autismus zu tun habe, fand ich den Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Menschen mit Asperger Syndrom unglaublich spannend und auch lehrreich. Der Autor bezeichnet in seinem Roman das Asperger-Syndrom als "Autismus-light“, was mir eine ungefähre Vorstellung davon geben konnte - oder zumindest eine vage Idee dessen - was so manches Mal in Kindern mit frühkindlichem Autismus vorgeht. Gerade weil Dennis Kornblum im Jahre 2007 selbst die Diagnose Asperger-Syndrom bekam, kann wohl niemand besser als er beschreiben, wie man die Welt als Mensch mit Asperger-Syndrom sieht. Doch nicht nur deshalb fesselte mich das Buch, sondern auch wegen des besonderen Schreibstils. Der Autor beschreibt vieles sehr detailliert, was einem als Leser einen hervorragenden Einblick in die verschiedensten Gebiete liefert - sei es das Gitarrenspiel oder Elias’ Kaffe-/Rauchpausen inkl. seines Lüftverhaltens. Dies empfand ich als sehr angenehm, gerade weil es wenig ausschmückend, vielmehr einfach sachlich nüchtern beschrieben wurde. Gerade Elias’ Problematik bezüglich der zwischenmenschlichen Interaktion und seine Veränderung innerhalb des Romanes gefiel mir unglaublich gut. Jedes Mal, wenn er sich zu etwas neuem motivieren wollte, fieberte ich mit und überlegte außerdem, welchen Ratschlag ich ihm geben würde, wenn auch ich mit ihm in einem Haus wohnen würde. Toll fand ich, wie viel Kontakt Elias nach und nach nicht nur zu seinen Hausmitbewohnern hat, sondern auch zu Nachbar Willis Sohn Tobi und Willis Kumpel Mike, außerdem, wie er immer mehr aus sich herausgeht und versucht, aus seinen Gewohnheiten auszubrechen. „Die goldene Ananas“ ist ein wirklich tolles Buch, welches mich mit seinen Charakteren begeisterte - ich mochte nicht nur Elias, Willi und Betti sehr, sondern hätte auch gerne Sandrine und Konstantin noch etwas besser kennengelernt. Auch die Entwicklung die Elias durchmacht (und vermutlich auf selbstgemachten Erfahrungen des Autors beruhen?) machte mich stellenweise wirklich etwas stolz - auch wenn ich Elias nur auf dem Papier „kennengelernt“ habe. Der Schreibstil ist anders als gewohntes, aber ebenfalls sehr angenehm zu lesen und so flogen die über 500 Seiten Lektüre nur so dahin. *Infos zum Buch* Seitenzahl: 580 Seiten Verlag: Tredition Verlag ISBN: 978-3-347-12211-6 (Hardcover) / 978-3-347-12210-9 (Paperback) / 978-3-347-12212-3 (Ebook) Preis: 27,99€ (Hardcover) / 17,99 € (Paperback) / 6,99 € (Ebook) *Infos zum Buch* "Dennis Kornblum, geboren am 03. November 1980 in Frechen, hat schon in seiner Kindheit und Jugend an Romanen geschrieben und schließlich 2001 den ersten fertiggestellt. Nach dem Studium von ein paar Semestern Psychologie kam er 2005 aufgrund depressiver Verstimmung in die Uni-Klinik in Bonn, kurz darauf in ein Übergangswohnheim für psychisch Kranke. Mit der Diagnose Asperger-Syndrom im Jahr 2007 wurden in ihm selber und in seiner Familie die Weichen für ein besseres Verständnis seiner Probleme im Alltag gestellt. Dennoch kam er im selben Jahr in ein Langzeitwohnheim, in dem er fast neun Jahre blieb. Im März 2016 zog er in eine eigene Wohnung in Bonn-Bad Godesberg. Nachdem er sich bis zum 22. Lebensjahr intensiv mit Literatur und dem eigenen Schreiben beschäftigt hatte, folgte eine lange Zeit, die von gänzlich anderen Spezialinteressen dominiert war. So übte er einige Jahre lang exzessiv das Spielen von E-Gitarre. Diese Leidenschaft wurde später von einem extremen Interesse an Krafttraining und Ernährung abgelöst, bis er im Frühjahr 2019 schließlich, sich wieder auf seine schriftstellerischen Wurzeln besinnend, mit der Arbeit an dem Roman "Die goldene Ananas" begann, in dem er seine Schwierigkeiten im sozialen Kontakt und seiner praktischen Lebensführung literarisch verarbeitet. Seit zwei Jahren hat er eine Lebensgefährtin, Aysen Bayar, die ihn wieder zum Schreiben ermutigt und dabei geduldig unterstützt hat." (Quelle: Verlagshomepage) *Fazit* Ein tolles Werk, welches mich absolut begeistert hat! Wertung: 5 von 5 Sterne!
Mit diesem Roman hatte ich leider meine Probleme. Das finde ich schade, immerhin habe ich das Buch ja in meine Rezensionsplanung aufgenommen, weil ich davon ausging, dass es mir gefallen würde. Asperger/Autismus Spektrum Störungen sind ein interessantes Thema und ich habe mich darauf gefreut, Elias durch seinen Alltag zu begleiten. Ich denke auch weiterhin, dass in diesem Buch Potenzial schlummert - das allerdings erst noch geweckt werden muss. Beginnen wir mit den positiven Seiten des Romans. Kornblum ist selbst betroffen von Autismus und konnte die Besonderheiten dadurch auch gut darstellen. Vor allem der Wunsch nach Routine und die sozialen Schwierigkeiten werden sichtbar. Und ich finde es auch schön, dass man hier den Wachstum des Protagonisten beobachten kann. Er entwickelt sich stark weiter und wächst über sich hinaus. Doch gerade in der Darstellung der Routine und der Wiederholungen liegt auch eine große Gefahr. Irgendwann war es für mich einfach schon vorhersehbar, was passieren wird. Gerade die Gespräche zwischen Elias und anderen Figuren liefen oft sehr ähnlich ab. Die Beschreibungen gehen sehr ins Detail und sind unglaublich ausführlich. Für mich persönlich zu ausführlich. Vielleicht wäre es eine gute Idee, nochmal eine:n Lektor:in an den Text zu lassen. Ich denke, dass es gut wäre, dem Stil so nochmal einen Feinschliff zu verpassen. Auch bezüglich der Rechtschreibung gab es einige Patzer, die noch ausgebessert werden sollten. Und mir ist auch ein faktischer Fehler aufgefallen, der mir sauer aufgestoßen ist, da ich selbst in diesem Feld tätig bin: "Ich bin Literaturwissenschaftler, Literaturkritiker genau genommen." Ja, was denn jetzt? Ist diese Figur Wissenschaftler oder Kritiker? Das sind zwei unterschiedliche Berufe! Klar, es kann Menschen geben, die beides sind, das wird in der Zukunft vielleicht sogar irgendwann auf mich zutreffen. Aber Literaturkritik kann man nicht pauschal als Unterkategorie der Literaturwissenschaft darstellen. Das eine ist ein Wissenschaftler, das andere geht eher in Richtung Journalismus, wie der Autor ja auch selbst beschrieben hat. Mein Fazit? Eine interessante Idee mit Potenzial, doch leider gibt es meiner Meinung nach noch einige Baustellen.
Als der 1980 geborene Autor Dennis Kornblum mich anschrieb und fragte, ob ich mir denken könnte, seinen Roman zu lesen und vorzustellen, war ich gleich interessiert. Denn der Roman handelt von dem 26jährigen Gitarristen Elias, der unter dem Asperger-Syndrom leidet und setzt zu dem Zeitpunkt ein, an dem dieser nach fünfeinhalb Jahren in Wohnheimen für gemeindenahe Psychiatrie in seine erste eigene Wohnung zieht. Dort steht er bald vor ganz neuen Herausforderungen, mit denen er umzugehen lernen muss. Da Dennis Kornblum selbst von dem Asperger-Syndrom betroffen ist, hat er in dem Roman Autobiografisches mit Fiktionalem vermengt, um einen authentischen Einblick in diese ungewöhnliche Welt zu gewähren. Und das ist ihm wirklich gelungen. Sein Protagonist Elias steht jeglichen Veränderungen ängstlich und grundsätzlich ablehnend gegenüber. Daher erfüllt es ihn eher mit Widerwillen, dass er nun in eine eigene Wohnung ziehen soll, in das Dachgeschoss eines Fünfparteienhauses. Hier geht es ihm anfänglich nur darum, möglichst seine Ruhe zu haben und seinen streng strukturierten Tagesablauf einzuhalten, der aus einer sechsstündigen E-Gitarren-Einheit, dem Konsum von Death-Metal-Alben, dem Schauen von Filmen und genau getimten Mahlzeiten, Kaffee- und Zigarettenpausen besteht. Nach und nach werden jedoch die übrigen Hausbewohner auf ihn aufmerksam, und er kommt immer mehr in Kontakt, vor allem mit dem extrovertierten Endfünfziger Willi. Und plötzlich steht er vor ganz neuen Herausforderungen: Soll er es wagen, einer richtigen Band vorzuspielen? Und dann gibt es da noch die hübsche Kellnerin vom Café Auberge, die ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf geht… Obwohl dieser Roman in der personalen Erzählweise verfasst ist, kommt man Elias beim Lesen sehr nah. Und doch bleibt eine Distanz bestehen, die nur ganz allmählich überwunden wird, weil man in seine Welt und Art der Wahrnehmung langsam hineinwächst. Die Gründe für seine teilweise recht eigenartige Handlungsweise werden nachvollziehbar, wenngleich es auch manchmal zu kuriosen Situationen kommt. Die Sprache ist sehr einfach und schnörkellos, was die Geschichte überaus authentisch und stimmig sein lässt. Elias ist dabei ein Charakter mit Ecken und Kanten, der einem mit der Zeit immer sympathischer wird und dessen positive Entwicklungsgeschichte man gerne weiter liest. Doch dorthin ist auch ein weiter Weg. Denn dem Protagonisten hilft eine streng durchgetaktete Tagesstruktur, die man auch als Leser durchläuft. So notwendig dies ist, um ein Verständnis für die dahinter liegende Problematik zu entwickeln, so ermüdend wird dies jedoch irgendwann beim Lesen. Allerdings bezweifle ich, ob eine komprimiertere Darstellungsweise dem Roman wirklich gut getan hätte. Doch schließlich ist bei Elias ein Punkt erreicht, an dem er für sich wichtige Erkenntnisse gewinnt und Bewegung in sein Leben kommt. Eine Entwicklung, die man zwar kommen sieht, aber eine, die man dem Protagonisten gönnt und über die man sich mit ihm freuen kann. Insgesamt war dies für mich ein aufschlussreicher Ausflug in die Welt eines jungen Menschen mit Asperger-Syndrom, den ich Lesern empfehlen kann, die sich auf unterhaltsame Weise mit der Thematik beschäftigen möchten.
Als Dennis Kornblum mich gefragt hat, ob ich "Die goldene Ananas" lesen möchte, war ich recht schnell interessiert. Der Autor hat in diesem Buch nämlich sein Asperger-Syndrom eingearbeitet. Natürlich hatte ich schon davon gehört, kenne aber Niemanden, der aus erster Hand darüber berichten kann. Hier passiert dies in Form von Elias Bach. Er hat einen strukturierten Tagesablauf und man erfährt, was Einfluss auf einen guten Tag hat und was ihn aus dem Tritt bringt. Elias hat seinen Tag minutiös vom Aufstehen bis zum zu Bett gehen geplant. Abweichungen davon bringen für ihn Alles durcheinander, egal wie minimal sie sein mögen, und fallen ihm wahnsinnig schwer. Die Struktur gibt ihm Halt und Stabilität. Das war echt krass zu lesen, aber irgendwo halt auch absolut nachvollziehbar. Im Laufe der Story lernt Elias aber lockerer damit umzugehen, wenn er mal etwas aus seinem Rhythmus tritt. Er trifft sich mit anderen, bricht auch mal aus seinem Alltag aus und knüpft neue Kontakte. Auch wenn ihn das eine wahnsinnige Überwindung kostet. Für Jemand dem es nicht selbst so geht, sind gewisse Sachen nur schwer nachvollziehbar. Das merkt man auch an den neuen Freunden von Elias. Die sind allesamt nett und sympathisch, aber sie verstehen halt nicht so ganz, wie er tickt und wie sehr seine Routinen ihm Halt geben. Manchmal fand ich das Gegängel von Willi schon etwas penetrant. Es ist nicht jeder ein Draufgänger und ich fand die Ängste, welche Elias in gewissen Situationen hatte, durchaus nachvollziehbar. Da waren mit Konstantin und Betti schon lieber. Was zu Beginn wie eine immer wieder daher kommende Wiederholung scheint, zeigt noch einmal deutlich, wie das Leben von Elias aussieht. Als er dann in die erste eigene Wohnung zieht, seine Nachbarn in sein Leben treten und ihn auch mit versuchen einzubeziehen, sieht man, wie sich diese starre Struktur etwas löst, aber eben auch was das für Elias' Gefühlswelt und Wohlbefinden bedeutet. Man merkt Elias die inneren Konflikte an, aber ich fand es bewundernswert, wie oft er sich dann doch überwunden und nachgegeben hat. Eben aus seiner Routine ausgebrochen ist. Es gibt hier kein Highlife oder Action, dass wird auch gar nicht passen, sondern es ist einfach nur ein dabei Zusehen, wie ein junger Mann über sich hinauswächst. Ich fand das schon ziemlich spannend. Ich empfand Elias als auch wahnsinnigsympathischen Charakter. Er war absolut authentisch und der Autor hat mir Hilfe von Elias das Asperger-Syndrom nachvollziehbar dargestellt. Fazit Wer einen Einblick in das Leben mit Asperger erleben möchte, ist hier genau richtig. Dennis Kornblum erzählt in diesem Buch wahnsinnig interessant über ein Leben mit der Krankheit. Schon allein auch dadurch authentisch, da der Autor selbst diese Diagnose erhalten hat. Für mich ein tolles Buch, dass sich zu lesen lohnt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.







