Die Gesänge des Maldoror

Die Gesänge des Maldoror

Taschenbuch
3.85
Tabus BrechenSchwarze RomantikVerführerGefallener Engel

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Beschreibung

Das verbotenste Buch des 19. Jahrhunderts – ein Klassiker der schwarzen Romantik

Maldoror ist der gefallene Engel, der satanische Verführer, der Rache nimmt und Gott für die Erschaffung des Menschengeschlechts bestrafen will. Mit seinem einzig vollendeten Werk schuf Lautréamont einen ästhetisch kühnen, alle Tabus brechenden Gesang über Schmerz und Grausamkeit, der vielen Interpreten noch heute als eines der radikalsten Bücher der abendländischen Literatur überhaupt gilt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
272
Preis
14.40 €

Autorenbeschreibung

Lautréamont (eigentlich Isidore-Lucien Ducasse), geboren am 4. April 1846 in Montevideo (Uruguay) als Sohn eines Konsulatsbeamten, wurde von seinem Vater 1859 zur Ausbildung nach Frankreich, ans Kaiserliche Gymnasium in Tarbes geschickt. 1867 ging er auf die École Polytechnique in Paris. Von 1868 an lebte er unter kümmerlichen Bedingungen als freier Schriftsteller, viel lesend und wenig schreibend, kaum bekannt und von der Zensur unterdrückt. Sein Einfluss auf die französische Literatur begann erst mit seiner Entdeckung durch die Surrealisten. Lautréamont starb am 24. November 1870 in Paris. “Das Gesamtwerk” liegt im Rowohlt Verlag vor.

Beiträge

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Alle
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Maldoror, als dunkler Katalysator, Versuchsanordner, Spiegel der Abgründe der menschlichen Seele, Spiegel der Scheinheiligkeit, das Chaos, um das komplexe Verhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft und Moral zu beleuchten. Maldoror ist oft nur Beobachter einer Situation, er phantasiert viele Situationen, ist gelegentlich Auslöser, aber meist nie direkter Täter. Der Text ist von einer traumatischen, disruptiven Natur geprägt. Die surrealistischen Elemente wirken als Verstärker. Er ist nicht in die symbolische Ordnung integrierbar. Er ist das Unaussprechliche, das normalerweise verleugnet und ignoriert wird. Maldoror ist das Reale nach Lacan. Maldoror verhandelt die Natur des Menschen nach Rousseau vs. Hobbes. Gott wird verhöhnt, auf einem Thron sitzend, aus menschlichen Exkrementen und in der Hand der Rumpf eines verwesten Menschen. „Ich habe Euch geschaffen, ich habe das Recht mit Euch zu machen was ich will.“ „Da Himmel und Erde von Gott geschaffen wurden, sei versichert, dass Du dort den gleichen Üblen begegnen wirst wie hier.“ „ Wie lange wirst Du den wurmstichen Kult dieses Gottes bewahren, der für Deine Gebete und großzügigen Gaben, die Du als Sühnopfer darbringst unempfindlich ist? Je gleichgültiger er sich zeigt, umso mehr bewunderst Du ihn.“ Für Maldoror ist die Logik ein Tröster. Die Waffe gegen den Schöpfer. Hier entfaltet sich die volle Wucht der Aufklärung – Entmystifizerung und Schaffung von Ersatzgottheiten. Maldoror verhandelt den Gerechtigkeitsbegriff aus Platos Politeia. Er bespielt die Absurdität des Lebens. Existentialismus. Nihilismus. „Meine Vernunftschlüsse stoßen zuweilen an die Schellen des Wahnsinns und an den ernsthaften Anschein dessen, was im Grunde nur komisch ist. Obwohl es nach Meinung gewisser Philosophen ziemlich schwierig ist den Narren vom Melancholiker zu unterscheiden, da das Leben ein komisches Drama oder eine dramatische Komödie ist“ Maldoror ist das Gegengift jeglicher Idealisierung, des Schönen, Guten, Platos Idee des Eros, das die dunkle Seite nicht kennt. Er pulverisiert Platos Begriff der Liebe, selbst über sich hinauszustreben. Die Liebe muss ebenso immer im Physischen verankert sein. Thanatos und Eros bedingen einander. Das Ideal ist nicht möglich. Den Beweis erbringt Hölderlin in [b:Hyperion oder Der Eremit in Griechenland|2000176|Hyperion oder Der Eremit in Griechenland|Friedrich Holderlin|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1328826748l/2000176._SY75_.jpg|2003998], der Diotima daran zerbrechen lässt. Maldoror ist die zerstörerische, ebenso reale Seite des Eros, die über die traditionelle Dichometrie von Gut und Böse hinausgeht, die ganz großartig in der letzten Geschichte über Mervyn bearbeitet wird. Das Begehren des Anderen. Mervyns Reinheit, Schönheit, Unschuldigkeit. Für Maldoror das Verbotene, das ihn zerstören könnte. Nu ja, wäre da nicht der autoritäre Vatertyrann, der jegliche Neugier und Entwicklung des Söhnchens im Keim zu ersticken und im „Gut gemeint“, den Tod des Sohnes zu verantworten weiß – hahaha. Was lernen wir jetzt daraus? Maldoror antwortet: Es muss ein Gleichwicht herrschen zwischen Idiotismus und Vernunft. 1 Stern Abzug für mich selbst, damit ich im zweiten Durchgang lerne mich vom Chaos nicht ermüden, mein Hirn nicht abstumpfen zu lassen und am Surrealismus nicht verzage.

4

Schwer zu lesen da es in altfranzösisch ist , allerdings ein Klassiker

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