Der Traum von Olympia

Der Traum von Olympia

Hardcover
3.826
BiografieReportagecomicAsylpolitikAl Shabaab

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Dass Reinhard Kleist in der Lage ist, schwierigste historische Themen in einer Graphic Novel umzusetzen, hat er mit "Der Boxer" bewiesen. Jetzt nimmt er ein aktuelles Thema anhand einer wahren Geschichte auf: Die Sprinterin Samia Yusuf Omar vertrat Somalia bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In ihrer Heimat wurde sie jedoch von islamistischen Extremisten bedroht, die ablehnen, dass Frauen Sport treiben. In der Hoffnung, an der Olympiade in London teilnehmen zu können, versuchte sie die Flucht nach Europa. Samia Yusuf Omar ertrank 2012 im Alter von 21 Jahren vor der Küste Maltas im Mittelmeer.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Comics
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
152
Preis
18.40 €

Autorenbeschreibung

Reinhard Kleist, geboren 1970 in Hürth bei Köln, studierte Grafik und Design in Münster. Seit 1996 lebt und arbeitet er in Berlin. Reinhard Kleist veröffentlichte zahlreiche Comics, unter anderem bei den Verlagen Ehapa, Landpresse, Reprodukt, Edition 52 und Carlsen. Neben seinen Comicarbeiten schuf der Berliner Künstler Illustrationen für Bücher und Plattencover. Reinhard Kleist wurde für seine Comics bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Max und Moritz-Preis für "Lovecraft" (Ehapa) und für "Cash – I see a darkness". Mit "Der Boxer" gewann er den Deutschen Jugendliteraturpreis. Vor der Biografie des jüdischen Boxers schuf Reinhard Kleist die Comic-Biografie "Castro" und brachte im Vorfeld dazu das Reisetagebuch "Havanna – eine kubanische Reise" heraus. Für "Der Traum von Olympia" erhielt er den Jahres-LUCHS 2015, den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2016 und den Gustav-Heinemann Friedenspreis 2016. Seine "Berliner Mythen" veröffentlichte das Stadtmagazin zitty vorab. Nachdem er 2017 seine Comic-Biografie "Nick Cave" veröffentlichte, in der er das bewegte Leben des Musikers nacherzählte, erhielt Reinhard Kleist den Max und Moritz-Preis als Bester deutschsprachiger Künstler (2018). In "Knock Out!" setzt er sich nun zum zweiten mal mit einem außergewöhnlichen Boxerleben auseinander.

Beiträge

6
Alle
4

Als Graphic Novel natürlich sehr kurzweilig. Insgesamt eine ernste und tragische Geschichte einer jungen, mutigen und ambitionierten Sportlerin, die durch Kleist angemessen und spannend erzählt wird.

5

Samia Yusuf Omar startete 2008 bei Olympia in Peking im 200 m Lauf. Somalia hatte 2 "Wild cards", Plätze, die an Sportler*innen ohne sportliche Qualifikation vergeben werden können. Natürlich hatte Samia keine Chance und wurde im Vorlauf abgeschlagen Letzte, aber sie wurde durch ihre Ausstrahlung und ihren Willen weltweit wahrgenommen und lief persönliche Bestleistung. (Es gibt noch Videos vom Lauf auf Youtube!) Wieder zurück in Somalia wollte sie weiterkommen, unter besseren Voraussetzungen trainieren mit dem großen Ziel sich sportlich für London 2012 zu trainieren. Zunächst versuchte sie es in Äthiopien und entschied sich schließlich zur Flucht nach Europa. Dargestellt sind ihr Weg nach Libyen, wie sie dort auch eine Zeit im Gefängnis verbringt, alles verliert, nicht weiterkommt, irgendwann ihre Tante Mariam wiederfindet, die sie auf dem Weg verloren hatte. Samia und ihre Tante ertrinken auf dem Mittelmeer auf dem Weg nach Italien auf einem Schlauchboot. Der Comic wurde in Abstimmung mit Samias Schwester durch Reinhard Kleist umgesetzt. Ihre Ziele und Träume sind intensiv und packend und mit ausreichend Empathie dargestellt. 2024 ist auch ein Kinofilm über Samia Yusuf Omar herausgekommen.

5

Eine unglaubliche Geschichte des Kampfes und der Flucht!

Dieses Buch hat mich nachhaltig beeindruckt. Es erzählt eine Geschichte ohne Beschönigungen und ist zeitweise der Thematik wegen schwer zu verdauen. Ein schweres und trauriges Schicksal wird hier vielen Menschen näher gebracht, die zuvor nichts davon wussten. Es geht nicht um eine große Person. Es geht um eine Sportlerin, welche versucht einer Welt zu entfliehen, welche sie immer weiter einschränkt

5

Der Traum von Olympia hat mich emotional absolut zerstört. Und das liegt nicht nur an der Geschichte selbst, sondern auch daran, dass sie auf einer echten Person basiert: Samia Yusuf Omar, die als junge Läuferin bei den Olympischen Spielen angetreten ist – und später auf der Flucht gestorben ist. Das macht das Ganze nochmal viel härter. Man liest das Buch nicht einfach, man begleitet ein echtes Leben und einen echten Traum, der langsam zerbricht. Was ich besonders stark fand, war die Erzählweise. Die Geschichte wird über Facebook-Posts und Nachrichten erzählt, was sie unglaublich nahbar macht. Es fühlt sich fast so an, als würde man direkt mitlesen, als wäre man selbst Teil davon. Dadurch trifft einen das Ganze nochmal ganz anders. Gleichzeitig zeigt das Buch sehr klar, wie viele Hürden sie überwinden musste – nicht nur im Sport, sondern im ganzen Leben. Und genau das macht die Geschichte so schwer auszuhalten. Was mich am meisten getroffen hat: Es gibt kein Happy End. Und genau deshalb wirkt es so ehrlich. Nichts wird beschönigt, nichts weichgezeichnet. Fazit: Ein unglaublich intensives und bewegendes Buch, das lange nachwirkt. Kein leichtes Lesen – aber definitiv eines, das man gelesen haben sollte.

4

Von Richard Kleist habe ich bereits eine Graphic Novel vorgestellt und war bereits da tief beeindruckt vom Können dieses Künstlers. Als dann "Der Traum von Olympia" den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2016 gewann, wusste ich sofort, welches Werk Kleists ich mir als nächstes zu Gemüte führen würde. Der Zeichnungsstil ist derselbe wie bereits gewohnt und liebgewonnen. Etwas düster, strichig, aber dabei mit einem Auge für die kleinen Details. Kleist legt sehr viel Gefühl in seine Bilder und das überträgt sich auf den Leser und natürlich die Geschichte. Hier wird wiederum eine wahre Begebenheit erzählt und zwar jene der jungen Samia Yusuf Omar, die nur eins will: Laufen. Nach Olympia 2008 träumt sie davon, 2012 an den Spielen in London teilzunehmen. Doch in ihrer Heimat fehlt es an Trainingsmöglichkeiten und die Extremisten sehen es sowieso nicht gern, wenn Frauen irgendwas machen. Rennen schon gar nicht. Deshalb beschliesst Samia, wie viele andere auch, nach Europa zu gehen. Leider wird ihr, wie vielen anderen auch, die gefährliche Reise zum Verhängnis. Kleist erzählt Samias Geschichte ohne Pathos. Er versetzt sich gekonnt in das junge Mädchen, das nur ein Ziel vor Augen hat und alles dafür opfert. Der Autor zeigt uns, unter welchen Umständen die Menschen in Afrika leben, wie sie tagtäglich um ihr Leben fürchten müssen, wie sie in Europa das glorreiche Land sehen, das es leider nicht ist. Es gibt zu viele Vorurteile, zu viele leere Versprechungen und dafür lassen diese Menschen dann ihr Leben. Dieser Comic trägt seinen Teil dazu bei, nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren und mal genauer hinzuschauen. Es ist ein schwieriges Thema, aber Kleist nimmt sich dessen, wie bereits gesagt, auf eine sehr gute Art und Weise an. Nur das Vor- und Schlusswort waren mir zu viel des Guten, zu viel des blauäugigen Akademikertums. Aber diese Texte muss man ja auch nicht lesen, was zählt ist rein Samias Geschichte.

3

Man hat angefangen zu lesen - und schon war das Buch vorbei. Dennoch toll gezeichnet und eine tragische Geschichte.

Beitrag erstellen