Der Mond des Vergessens
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Beschreibung
Unter den Göttern ist Streit entbrannt und zwingt den Menschen einen fürchterlichen Krieg auf. Über das Meer kommen die fanatischen Anhänger des verstoßenen Gottessohnes Raijael, um die Gläubigen der alten Laijons-Religion zu unterwerfen. Irgendwo in den Landen hält sich der Waisenjunge Nail versteckt. Auf ihm ruht die heimliche Hoffnung auf Rettung.
Jovan, der älteste Sohn des gefallenen Königs, regiert – von immer schlimmeren Wahnvorstellungen besessen – über Gul Kana. Verzweifelt versuchen seine zwei Schwestern sich ihm entgegenzustellen. Jondralyn lernt mit allen Mühen und Qualen die hohe Kunst des Schwertkampfs, während Tala ein Geheimnis lüftet, das nicht nur die Familie, sondern das ganze Land zu zerstören vermag. Kann das Königreich sowohl die Gefahren von innen als auch die Bedrohung durch die neue Religion Raijaels überstehen? Und hat das Schicksal des jungen Nail etwas mit einer uralten Prophezeiung zu tun?
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Brian Lee Durfee ist ein Künstler und Schriftsteller, der in Alaska und Utah aufwuchs. Er hat unter anderem Illustrationen für Tolkien Enterprises und Wizards of the Coast geschaffen. »DerMond des Vergessens« ist sein erstes großes High-Fantasywerk.
Beiträge
Solider Einstieg in eine High- Fantasy- Geschichte mit nicht unbedingt neuen Ideen, aber man muss mMn nicht immer das Rad neu erfinden. Im ersten Band finden sich noch sehr wenig magische Elemente wieder, dafür vermehrt politische Intrigen, kämpferische Handlungen und kriegerische Auseinandersetzungen. Es gibt noch keinen eindeutigen Held oder die Hauptperson der Handlung. Jede Figur hat ihre Makel, Schwächen und Ängste. Die gesammte Handlung entfaltet sich noch, vieles bleibt im ungewissen und man geht mit mehr Fragen und Theorien raus, als zu Beginn. Mir hat es dennoch gut gefallen und ich freue mich auf Band 2, welches hoffentlich Ende 2019 im Deutschen erscheint.
Brian Lee Durfee ist bis jetzt eher bekannt wegen seinen Illustrationen für Tolkien Enterprises, Dungeons & Dragons und vielen anderen. Als Autor kannten ihn wenige, aber mit dem Start seiner neuen Trilogie wird es sich bestimmt ändern. Die Geschichte wird erzählt aus unterschiedlichen Sichtweisen, bzw. Personen und dadurch wurde die Fülle an Handlung sehr spannend geschildert, aber so, dass man nie den Faden verliert. Einmal habe ich eine Woche Pause von dem Buch gemacht, notgedrungen, und konnte ohne Problem wieder in die üppige Welt einsteigen. Das man so gut in das Buch eintauchen kann, liegt definitiv an der Schreibweise des Autors. Seinen Stil würde ich als treffend, geradlinig und deutlich beschreiben. Er kann seine Welt und seine Gedanken mühelos dem Leser beschreiben und ich hatte immer ein genaues Bild von allem im Kopf gehabt, sei es Charaktere, Landschaften oder schnelle Kämpfe. An sich ist es eine bekannte Geschichte in der wir landen, eine alte Prophezeiung, ein Retter, magische Artefakte und und und – aber die Götter und deren Religion wurden so passend und spannend eingefädelt, dass es alles einen frischen Touch hat und es ist alles nicht vorhersehbar. Angefangen mit den kleinen Ausschnitten zu Beginn jedes Kapitels. Die Zitate stammen aus verschiedenen Büchern, die man als Bibeln der unterschiedlichen Religionen ansehen kann. Wenn man die Ausschnitte verfolgt, lernt man mehr über die Jahrhundert alte Geschichte der Länder und man liest Dinge, die unterschiedliches behaupten und man liest Dinge, die sich stark ähneln. Da stellt sich die Frage, wer lügt, wer sagt die Wahrheit? Und gibt es eine Wahrheit oder ist alles erlogen? Unsere Protagonisten wissen nichts davon, leben nach ihrem Glauben und wir verfolgen ihren Weg in eine große Schlacht, durch Intrigen, Lügen und auf der Suche nach den Artefakten aus längst vergessener Zeit. Mich hat es beeindruckt, wie viel Story einfach verpackt wurde und auch an den Charakteren merkt man stark, sie haben eine Tiefe an sich, werden authentisch dargestellt und sind unvorhersehbar (der meiste Spaß daran). Einen Lieblingscharakter hatte ich nun nicht, mich hat jeder Personenwechsel gefreut und am Ende des Buches war ich überrascht gewesen, dass die 800 Seiten so schnell fertig waren. Auch wenn der Autor gerne erzählt, seine Landschaften beschreibt und die Kleider der Charaktere, war es nie langatmig, an machen Stellen wurde es langsamer, aber das war es schon. In der Welt der fünf Kriegerengel, die eine sehr üppige Fantasywelt ist, gibt es nicht nur Menschen, sondern auch Oghule, eine Mischung aus Orks und Ghule, dann Vallé mit spitzen Ohren und beeindrucken Aussehen, Zwerge und ein Meervolk, dass als stark aggressiv bis jetzt nur gezeigt wurde. Die schlimmsten Geschöpfe der fünf Inseln aber entstammen dem Meervolk – wunderschön und schrecklich zugleich anzusehen und gefährlich über alle Maßen. Sie peinigen und fressen dich – denn unter ihnen sind die abscheulichsten Lebewesen. Für alle, die sich davor scheuen Romane mit vielen Personen und Beziehungen zu lesen, gerne mal den Überblick verlieren, bittet das Buch ein Personenverzeichnis gegliedert nach den Ländern, knappe Informationen, zB. über die Religionen, ein zeitlicher Abriss des Landes und eine Karte, die leider nicht bunt war, aber dafür auf zwei Seiten kommt (ich liebe Karten in Büchern…). Bei Der Mond des Vergessens: Die fünf Kriegerengel 1 von Brian Lee Durfee handelt es sich um einen Fantasyroman in den man vollkommen eintauchen kann und dessen Geschichte einem nicht so schnell aus dem Kopf geht. Erschreckt euch nicht von den Seiten, es geht rasant und gefährlich zu und es ist eine ganz klare Empfehlung von mir! (Der erste Band ist benannt nach einer der fünf Waffen, daher hoffe ich, ich liege mit meiner Vermutung richtig und die Reihe wird fünf Bände umfassen.)
Der junge Nail hat genug von seinem Leben. Er träumt von Abenteuern und Selbstbestimmung, nicht vom endlosen Schürfen ohne wirklichen Erfolg gemeinsam mit seinem Meister im Nirgendwo. Währenddessen regiert der von Wahnvorstellungen besessene Jovan über Gul Kana. Seine beiden Schwestern Jon und Tala versuchen verzweifelt, seine Herrschaft zu beenden. Zudem rückt die feindliche Armee immer näher … Ich hatte nicht viele Erwartungen in Brian Lee Durfees Auftaktband gesetzt, doch meine Neugier siegte schlussendlich, was für eine Geschichte Klett-Cotta diesmal an Land gezogen hat. Und ich wurde überrascht. Doch fangen wir von vorn an. Der Prolog schaffte es schon mal, meine Aufmerksamkeit zu fesseln, rettet dort doch ein geheimnisvoller Ritter das Leben eines Kindes. Shawcroft nimmt sich Liam an - und nach einem zeitlichen Sprung von einigen Jahren setzt dann die Handlung ein. Nial ist inzwischen erwachsen geworden und begehrt gegen seinen Meister auf, der seine Identität noch immer geheim hält. Die Geschicht wird aus mehreren Perspektiven zählt, beginnend mit Nial, dann folgen nach und nach die Angehörigen der Königsfamilie. Ich finde, die einzelnen Perspektiven sind Durfee ausnehmend gut gelungen. Er stürzt den Leser nicht gleich in einen Informationsstrudel, sondern lässt Zeit, sich zunächst erst mal mit einer Perspektive auseinander zu setzen, um dann eine neue Figur einzuführen. So handhabt er es mit jedem neuen Perspektivstrang, so wie ein Jongleur auch nicht gleich beginnt, mit zehn Kugeln jongliert.Das fand ich recht angenehm. Nial ist ein typischer Jugendlicher, mit all seinen kleinen Rebellionen. Er verstößt gegen Shawcrofts Weisungen, verliebt sich in das falsche Mädchen - ich muss zugeben, ich habe ein wenig gebraucht, um mit ihm warm zu werden, aber er hat sein Herz auf dem rechten Fleck. Tala, die kleine Schwester des König, hat nichts besseres zu tun, als in den Geheimgängen des Schlosses umherzustreunen und Geheimnisse zu belauschen. Zunächst erscheint sie wie ein verwöhntes Gör, doch auch das sollte sich bald ändern. Generell stellte sich die charakterliche Entwicklung der einzelnen Protagonisten für mich glaubhaft und mit der ein oder anderen überraschenden Wendung dar. Auch die Altersverteilung ist meiner Meinung nach gut gelungen - es sind nicht nur Jugendliche am Start, sondern auch genug reifere Persönlichkeiten, die die nötige Würze in die Geschichte bringen. Der Spannungsbogen baut sich langsam aber stetig aus. Krieg überschwemmt das Land, an anderen Orten gilt es Geheimnisse aufzudecken. Trotz allem hatte ich nicht das Gefühl, dass an irgendeiner Stelle Langeweile aufgekommen wäre. Ganz im Gegenteil - ich habe das Buch recht schnell für den Umfang der Geschichte gelesen. Der Autor schafft den Spagat zwischen grausigen Beschreibungen und atmosphärischer Darstellung ziemlich gut. Wenn ständig nur Blut spritzt, ohne, dass das Gemetzel etwas zur Handlung beiträgt, stumpfe ich für meinen Teil recht schnell ab. Bei diesem Buch war es jedoch nicht der Fall. Das einzige, was mir persönlich kritisch aufgefallen ist, war, dass der Autor dazu neigt, jede auftauchende Person zu Anfang minutiös zu beschreiben. Das kann auf die Dauer auch etwas ermüdend werden. Zum Glück hat er es gegen Ende gelassen. Alles in allem bin ich sehr gespannt auf den nächsten Teil. Es war nicht das martialische Gemetzel, wie ich eingangs befürchtet hatte, sondern ein schönes High-Fantasy Buch im Mittelalterlichen Setting mit Charakteren, mit denen man mitfiebern und die man lieben oder hassen kann. Ich für meinen Teil hatte mit diesem Buch viele schöne Lesestunden und empfehle mit 4,5 Sternen weiter.
Beschreibung
Unter den Göttern ist Streit entbrannt und zwingt den Menschen einen fürchterlichen Krieg auf. Über das Meer kommen die fanatischen Anhänger des verstoßenen Gottessohnes Raijael, um die Gläubigen der alten Laijons-Religion zu unterwerfen. Irgendwo in den Landen hält sich der Waisenjunge Nail versteckt. Auf ihm ruht die heimliche Hoffnung auf Rettung.
Jovan, der älteste Sohn des gefallenen Königs, regiert – von immer schlimmeren Wahnvorstellungen besessen – über Gul Kana. Verzweifelt versuchen seine zwei Schwestern sich ihm entgegenzustellen. Jondralyn lernt mit allen Mühen und Qualen die hohe Kunst des Schwertkampfs, während Tala ein Geheimnis lüftet, das nicht nur die Familie, sondern das ganze Land zu zerstören vermag. Kann das Königreich sowohl die Gefahren von innen als auch die Bedrohung durch die neue Religion Raijaels überstehen? Und hat das Schicksal des jungen Nail etwas mit einer uralten Prophezeiung zu tun?
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Brian Lee Durfee ist ein Künstler und Schriftsteller, der in Alaska und Utah aufwuchs. Er hat unter anderem Illustrationen für Tolkien Enterprises und Wizards of the Coast geschaffen. »DerMond des Vergessens« ist sein erstes großes High-Fantasywerk.
Beiträge
Solider Einstieg in eine High- Fantasy- Geschichte mit nicht unbedingt neuen Ideen, aber man muss mMn nicht immer das Rad neu erfinden. Im ersten Band finden sich noch sehr wenig magische Elemente wieder, dafür vermehrt politische Intrigen, kämpferische Handlungen und kriegerische Auseinandersetzungen. Es gibt noch keinen eindeutigen Held oder die Hauptperson der Handlung. Jede Figur hat ihre Makel, Schwächen und Ängste. Die gesammte Handlung entfaltet sich noch, vieles bleibt im ungewissen und man geht mit mehr Fragen und Theorien raus, als zu Beginn. Mir hat es dennoch gut gefallen und ich freue mich auf Band 2, welches hoffentlich Ende 2019 im Deutschen erscheint.
Brian Lee Durfee ist bis jetzt eher bekannt wegen seinen Illustrationen für Tolkien Enterprises, Dungeons & Dragons und vielen anderen. Als Autor kannten ihn wenige, aber mit dem Start seiner neuen Trilogie wird es sich bestimmt ändern. Die Geschichte wird erzählt aus unterschiedlichen Sichtweisen, bzw. Personen und dadurch wurde die Fülle an Handlung sehr spannend geschildert, aber so, dass man nie den Faden verliert. Einmal habe ich eine Woche Pause von dem Buch gemacht, notgedrungen, und konnte ohne Problem wieder in die üppige Welt einsteigen. Das man so gut in das Buch eintauchen kann, liegt definitiv an der Schreibweise des Autors. Seinen Stil würde ich als treffend, geradlinig und deutlich beschreiben. Er kann seine Welt und seine Gedanken mühelos dem Leser beschreiben und ich hatte immer ein genaues Bild von allem im Kopf gehabt, sei es Charaktere, Landschaften oder schnelle Kämpfe. An sich ist es eine bekannte Geschichte in der wir landen, eine alte Prophezeiung, ein Retter, magische Artefakte und und und – aber die Götter und deren Religion wurden so passend und spannend eingefädelt, dass es alles einen frischen Touch hat und es ist alles nicht vorhersehbar. Angefangen mit den kleinen Ausschnitten zu Beginn jedes Kapitels. Die Zitate stammen aus verschiedenen Büchern, die man als Bibeln der unterschiedlichen Religionen ansehen kann. Wenn man die Ausschnitte verfolgt, lernt man mehr über die Jahrhundert alte Geschichte der Länder und man liest Dinge, die unterschiedliches behaupten und man liest Dinge, die sich stark ähneln. Da stellt sich die Frage, wer lügt, wer sagt die Wahrheit? Und gibt es eine Wahrheit oder ist alles erlogen? Unsere Protagonisten wissen nichts davon, leben nach ihrem Glauben und wir verfolgen ihren Weg in eine große Schlacht, durch Intrigen, Lügen und auf der Suche nach den Artefakten aus längst vergessener Zeit. Mich hat es beeindruckt, wie viel Story einfach verpackt wurde und auch an den Charakteren merkt man stark, sie haben eine Tiefe an sich, werden authentisch dargestellt und sind unvorhersehbar (der meiste Spaß daran). Einen Lieblingscharakter hatte ich nun nicht, mich hat jeder Personenwechsel gefreut und am Ende des Buches war ich überrascht gewesen, dass die 800 Seiten so schnell fertig waren. Auch wenn der Autor gerne erzählt, seine Landschaften beschreibt und die Kleider der Charaktere, war es nie langatmig, an machen Stellen wurde es langsamer, aber das war es schon. In der Welt der fünf Kriegerengel, die eine sehr üppige Fantasywelt ist, gibt es nicht nur Menschen, sondern auch Oghule, eine Mischung aus Orks und Ghule, dann Vallé mit spitzen Ohren und beeindrucken Aussehen, Zwerge und ein Meervolk, dass als stark aggressiv bis jetzt nur gezeigt wurde. Die schlimmsten Geschöpfe der fünf Inseln aber entstammen dem Meervolk – wunderschön und schrecklich zugleich anzusehen und gefährlich über alle Maßen. Sie peinigen und fressen dich – denn unter ihnen sind die abscheulichsten Lebewesen. Für alle, die sich davor scheuen Romane mit vielen Personen und Beziehungen zu lesen, gerne mal den Überblick verlieren, bittet das Buch ein Personenverzeichnis gegliedert nach den Ländern, knappe Informationen, zB. über die Religionen, ein zeitlicher Abriss des Landes und eine Karte, die leider nicht bunt war, aber dafür auf zwei Seiten kommt (ich liebe Karten in Büchern…). Bei Der Mond des Vergessens: Die fünf Kriegerengel 1 von Brian Lee Durfee handelt es sich um einen Fantasyroman in den man vollkommen eintauchen kann und dessen Geschichte einem nicht so schnell aus dem Kopf geht. Erschreckt euch nicht von den Seiten, es geht rasant und gefährlich zu und es ist eine ganz klare Empfehlung von mir! (Der erste Band ist benannt nach einer der fünf Waffen, daher hoffe ich, ich liege mit meiner Vermutung richtig und die Reihe wird fünf Bände umfassen.)
Der junge Nail hat genug von seinem Leben. Er träumt von Abenteuern und Selbstbestimmung, nicht vom endlosen Schürfen ohne wirklichen Erfolg gemeinsam mit seinem Meister im Nirgendwo. Währenddessen regiert der von Wahnvorstellungen besessene Jovan über Gul Kana. Seine beiden Schwestern Jon und Tala versuchen verzweifelt, seine Herrschaft zu beenden. Zudem rückt die feindliche Armee immer näher … Ich hatte nicht viele Erwartungen in Brian Lee Durfees Auftaktband gesetzt, doch meine Neugier siegte schlussendlich, was für eine Geschichte Klett-Cotta diesmal an Land gezogen hat. Und ich wurde überrascht. Doch fangen wir von vorn an. Der Prolog schaffte es schon mal, meine Aufmerksamkeit zu fesseln, rettet dort doch ein geheimnisvoller Ritter das Leben eines Kindes. Shawcroft nimmt sich Liam an - und nach einem zeitlichen Sprung von einigen Jahren setzt dann die Handlung ein. Nial ist inzwischen erwachsen geworden und begehrt gegen seinen Meister auf, der seine Identität noch immer geheim hält. Die Geschicht wird aus mehreren Perspektiven zählt, beginnend mit Nial, dann folgen nach und nach die Angehörigen der Königsfamilie. Ich finde, die einzelnen Perspektiven sind Durfee ausnehmend gut gelungen. Er stürzt den Leser nicht gleich in einen Informationsstrudel, sondern lässt Zeit, sich zunächst erst mal mit einer Perspektive auseinander zu setzen, um dann eine neue Figur einzuführen. So handhabt er es mit jedem neuen Perspektivstrang, so wie ein Jongleur auch nicht gleich beginnt, mit zehn Kugeln jongliert.Das fand ich recht angenehm. Nial ist ein typischer Jugendlicher, mit all seinen kleinen Rebellionen. Er verstößt gegen Shawcrofts Weisungen, verliebt sich in das falsche Mädchen - ich muss zugeben, ich habe ein wenig gebraucht, um mit ihm warm zu werden, aber er hat sein Herz auf dem rechten Fleck. Tala, die kleine Schwester des König, hat nichts besseres zu tun, als in den Geheimgängen des Schlosses umherzustreunen und Geheimnisse zu belauschen. Zunächst erscheint sie wie ein verwöhntes Gör, doch auch das sollte sich bald ändern. Generell stellte sich die charakterliche Entwicklung der einzelnen Protagonisten für mich glaubhaft und mit der ein oder anderen überraschenden Wendung dar. Auch die Altersverteilung ist meiner Meinung nach gut gelungen - es sind nicht nur Jugendliche am Start, sondern auch genug reifere Persönlichkeiten, die die nötige Würze in die Geschichte bringen. Der Spannungsbogen baut sich langsam aber stetig aus. Krieg überschwemmt das Land, an anderen Orten gilt es Geheimnisse aufzudecken. Trotz allem hatte ich nicht das Gefühl, dass an irgendeiner Stelle Langeweile aufgekommen wäre. Ganz im Gegenteil - ich habe das Buch recht schnell für den Umfang der Geschichte gelesen. Der Autor schafft den Spagat zwischen grausigen Beschreibungen und atmosphärischer Darstellung ziemlich gut. Wenn ständig nur Blut spritzt, ohne, dass das Gemetzel etwas zur Handlung beiträgt, stumpfe ich für meinen Teil recht schnell ab. Bei diesem Buch war es jedoch nicht der Fall. Das einzige, was mir persönlich kritisch aufgefallen ist, war, dass der Autor dazu neigt, jede auftauchende Person zu Anfang minutiös zu beschreiben. Das kann auf die Dauer auch etwas ermüdend werden. Zum Glück hat er es gegen Ende gelassen. Alles in allem bin ich sehr gespannt auf den nächsten Teil. Es war nicht das martialische Gemetzel, wie ich eingangs befürchtet hatte, sondern ein schönes High-Fantasy Buch im Mittelalterlichen Setting mit Charakteren, mit denen man mitfiebern und die man lieben oder hassen kann. Ich für meinen Teil hatte mit diesem Buch viele schöne Lesestunden und empfehle mit 4,5 Sternen weiter.








