Der Fall Miriam Behrmann

Der Fall Miriam Behrmann

Hardcover
3.64

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Beschreibung

Miriam Behrmann, anerkannte Professorin und Leiterin eines Instituts an der Universität Wien, wird angeklagt wegen eines angeblichen psychischen Missbrauchs gegenüber ihrer Doktorandin – sogar die Medien berichten darüber. Denn der Fall hat Wellen geschlagen, seit ihrer Gründung hat die Universität Wien noch nie einen Professor oder eine Professorin entlassen. In atemlosen Gedankenketten rekapituliert Miriam Behrmann, wie dieser Vorwurf bei Selina Aksoy, ihrer jungen, türkischstämmigen Doktorandin hat entstehen können. Temporeich und in aller Gedankenschärfe entfaltet sich der Roman, wenn es um Universitätspolitik und um Miriams Universitätslaufbahn geht, atmosphärisch dicht und von einer wehmütigen Schönheit, wenn sich Erinnerungen an Himbeerfelder und endlose Sommer ihrer Kindheit in Polen auftun, verwoben mit der allumfassenden Liebe und Wärme der Mutter, genussvoll und geistreich wird es, wenn Miriam Gespräche mit ihrem Mann Tom bei Rotwein und selbstgekochter Pasta führt. Der Fall Miriam Behrmann ist mehr als ein intelligent und spannend geschriebenes Universitätsdrama, es ist ein hochaktueller, moderner, temporeicher Text, der kollidierende Selbstverständnisse der Generationen vorführt und dabei existenzielle Fragen berührt. Der Konflikt zwischen Miriam Behrmann und Selina Aksoy beschreibt einen Clash of Cultures, einen aktuellen Generationenkonflikt, bei dem über den gesamten Verlauf des Romans hinweg in der Schwebe gehalten wird, wer im Recht und wer im Unrecht ist: die junge, charismatische, auf politische Aktivitäten und Privatleben bedachte Selina Aksoy oder die ambitionierte Professorin mit ihrem eigenen unerbittlichen Arbeitsethos.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
Hardcover
Seitenzahl
256
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Lydia Lewitsch wurde in Polen geboren. Unter dem zunehmenden Druck des kommunistischen Systems migrierten ihre Eltern mit ihr 1979 in die damalige Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Philosophie. Unter anderem Namen schreibt sie Essays zu literarischen und gesellschaftspolitischen Themen sowie wissenschaftliche Aufsätze für verschiedene nationale und internationale Zeitschriften. Der Fall Miriam Behrmann ist ihr erster Roman.

Beiträge

3
Alle
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Ein lesenswert anderes Buch über den Vorwurf eines psychischen Missbrauchs an einer Universität. Ein tiefer Einblick in die Gedanken derjenigen, die der Vorwurf trifft. Dennoch stellt sich das Buch nicht auf eine Seite. Die gesamte Rezension findest Du auf Instagram seelich_buchliebe Folge mir dort gerne. Ich freue mich auf Dich!

4

Intelligentes und packendes Drama, mit tiefen Einblicken in die Gedankenwelt der Protagonistin. Brisantes Thema und sprachlich gelungen geschrieben.

Miriam Behrmann, renommierte Professorin an der Universität Wien, kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Sie pflegt ein gutes Verhältnis zu ihren Kolleg*innen, führt eine glückliche Ehe mit Tom und geht in ihrer Mutterrolle auf. Doch als ihre Doktorandin Selina Aksoy ihr eines Tages psychischen Missbrauch vorwirft, gerät Miriam unter massiven Druck. Obwohl sie diesen schwerwiegenden Vorwurf für absurd hält, wird die Situation immer ernster und die Universität sieht sich gezwungen zu handeln. In ihrem Roman "Der Fall Miriam Behrmann" setzt sich Lydia Lewitsch mit den komplexen Themen Arbeit, Leistung, Generationenkonflikt und Migration auseinander. In rasanten Gedankenfolgen und einer eindringlichen Sprache entfaltet sich eine Geschichte, die sowohl die Hochschulpolitik als auch Miriams persönliche Lebensgeschichte umspannt. Dabei gelingt es Lewitsch auf beeindruckende Weise, die feinen Nuancen der Charaktere und ihre unterschiedlichen Blickwinkel und Lebensanschauungen zu erforschen, ohne eindeutige Schuld oder Unschuld zuzuweisen. Stattdessen führt sie den Leser*innen subtil vor Augen, wie individuelle Biografien und Arbeitsauffassungen aufeinanderprallen können. Ein klug geschriebener, vielschichtiger und vor allem hochaktueller Roman, der die Spannungen und Herausforderungen unserer Zeit reflektiert und die Leserinnen und Leser zum Nachdenken über Selbstverständnisse und Moral anregt.

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