Der Aufbruch

Der Aufbruch

Hardcover
3.59

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Beschreibung

Nordfinnland, 1859: Brita Caisa wird nach einer Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann von der Kirche verstoßen und muss ihren Heimatort verlassen. Sie setzt ihre beiden Söhne auf einen Rentierschlitten, nimmt ihre Skier und bricht in einem Tross auf zum norwegischen Eismeer. Dort, so heißt es, soll das Meer vor Fischen brodeln und es ausreichend Arbeit und Essen geben. Als sie unterwegs den Hofbesitzer Mikko kennen lernt und eine vorläufige Anstellung findet, spürt sie, dass sie sich mit ihm eine Zukunft vorstellen könnte. Doch die gegenseitige Zuneigung wird auf eine harte Probe gestellt. Poetisch und voller Intensität schildert Ingeborg Arvola eine junge Frau, die mit den Normen der Gesellschaft hadert und mutig ihren eigenen Weg geht. In einer Welt, geprägt von der nordisch-kargen Landschaft, der Bedeutung des Fischfangs, Gottesgläubigkeit und einer tiefen, von Mystik durchzogenen Verbindung zur Natur.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
416
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Ingeborg Arvola, geboren 1974, wuchs in Pasvikdalen und Tromsø im hohen Norden Norwegens auf und hat bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 2022 mit dem Roman »Der Aufbruch«, dem ersten Buch in der historischen Eismeer-Trilogie. Der Roman, der von der Geschichte ihrer Familie inspiriert ist, wurde sofort ein Bestseller, erhielt den renommierten Brage-Literaturpreis und wurde für viele weitere Literaturpreise wie den Preis des Nordischen Rates und den Norwegischen Buchhändlerpreis nominiert. Auch international sorgte der Roman, der in 12 Länder verkauft wurde, für großes Aufsehen und erhielt überragende Kritiken.

Beiträge

5
Alle
5

Ein gut geschriebenes Buch mit Tiefgang und einem Hauch zum mystischen

Der Aufbruch ist der erste Teil einer Trilogie. Es ist Winter 1859. Brita Caisa ist eine willensstarke und eigenständige Frau. Sie hat zwei uneheliche Söhne und keinen Mann. Und sie lebt in einem Dorf, in dem sie nicht bleiben kann. Brita wurde in der Kirche vor die gesammelte Bevölkerung gerufen und angeklagt, sich mit einem verheirateten Mann eingelassen zu haben. 4 Sonntage musste sie bei der Predigt stehen und ihr klar machen, wo sie in der Gesellschaft steht. Sie fühlt sich angeklagt, gedemütigt, so wird sie niemals einen Mann finden, der gut ist. Der Aufbruch Caisa will nicht bleiben, sie macht sich, mit ihren beiden Söhnen, auf den Weg an die Eismeerküste. Es ist Winter und man kommt außerordentlich gut mit dem Schlitten voran. Gezogen von einem braven Rentier und Brita auf Skiern, werden sie aufgehalten, weil Brita "heilende Hände" hat. Sie soll hier und dort jemanden vor dem Tod retten. Meist geht es gut, bis sie auf den Hof von Gretha und Mikko treffen. Dort strandet die kleine Familie und bleibt einige Zeit. Brita muss eine sehr schöne Frau sein. Und es dauert nicht lange, da kommen sich Mikko und Brita näher. Mit ihm könnte sie sich ein Leben vorstellen. Doch das widerspricht natürlich wieder den Konventionen. Sogar ihr älterer Sohn wird sauer und wendet sich ab. Ingeborg Arvola, die Autorin Die Autorin hat einen sanften und gewaltigen Roman geschrieben. Die Sätze sind fast ein bisschen mystisch, oder märchenhaft. Katharina Martl hat den Roman übersetzt, was ich mir nicht so einfach vorstelle. Arvola ist 1974 geboren und ist im hohen Norden Norwegens aufgewachsen. Der Roman "Der Aufbruch" ist, so sagt die Autorin, von ihrer eigenen Familie inspiriert. Brita Caisa, ihre Hauptfigur, hat mich manchmal froh und sauer zurückgelassen. Aber auch die anderen "Mitspieler" waren mir nicht immer sympathisch und manchmal konnte ich die Reaktionen und Situationen nicht ganz nachvollziehen. Und doch hat der Roman mich gefesselt und ich erwarte die nächsten Teile. Spannend fand ich die Lebensumstände und die Beschreibungen der Natur, durch die Caisa und ihre Familie zum Eismeer zogen.

Ein gut geschriebenes Buch mit Tiefgang und einem Hauch zum mystischen
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Brita ist eine starke, geradezu „rebellische“, alleinerziehenden junge Frau, die sich nach einem Vater für ihre Kinder und einem Mann an ihrer Seite sehnt, und dazu noch Fähigkeiten besitzt, die sie als Figur so unfassbar faszinierend und besonders machen. Doch sie entzieht sich der christlichen Sitten und bändelt mit einem verheirateten Mann. Dafür droht ihr erneut eine Verurteilung durch das Sittengericht, wie es bereits in ihrem Heimatdorf der Fall war - der Grund für ihre „Flucht“ von Haus und Hof durch die raue Natur Norwegens, zu ihrem Bruder, der letzten Familie, die ihr noch bleibt. Und während dieser Reise merken wir als lesendes Publikum schnell, dass Brita trotz ihrer in den Augen der Gesellschaft moralischen Ecken und Kanten einen besonders wertvollen Teil zu ebenjener scharf kritisierenden, verurteilenden Gesellschaft beiträgt: sie heilt Tiere und Menschen (auch wenn sie „besser mit Tieren kann“), hat ein Gespür für Krankheit und Gebrechen, findet heilende Worte, und lässt sich nicht unterkriegen. Verbiegt sich nicht, bleibt sich treu. Und das als alleinstehende Frau mit zwei vaterlosen Kindern, ein Dorn im Auge der christlichen Gemeinde. So selbstsicher und sympathisch Brita auch sein mag, sie ist auch stur und egoistisch. Ihr älterer Sohn steht an der Schwelle zum Mannsein und sucht verzweifelt Anschluss in einer neuen Gemeinde, einen festen Platz in der Welt, und einen Vater an seiner Seite, der ihn auf dem Weg des Erwachsenwerdens begleitet. Aber Brita hat sich an ihre Selbstständigkeit gewöhnt, verdient sie doch ein wenig eigenes Geld, das gespart werden kann - für ein Haus oder ein neues Leben in Amerika. So muss Brita nicht nur die Kritik der Gemeinden, sondern auch die ihres eigenen Sprosses ertragen. Leider traf die ruhige, fast schon zäh dahinfließende Handlung nicht meinen Nerv, dafür aber die prosaische Sprache der Übersetzung. Das Buch fängt die prekäre Situation Britas gekonnt ein, gepaart mit der unverzeihlichen Wildnis Skandinaviens. Um zu überleben, ist es wichtig, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Doch wie ist das möglich, wenn man sich nicht allen Regeln beugen will? Wenn man stolz auf die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ist? Wo doch die eigene Mutter schon die Gewalt ihres Mannes ertragen musste, un die Kinder ebenso? Ich konnte mit Brita mitfühlen, ihr Begehren, ihre Motivation durchaus nachempfinden. Doch leider bin ich für solch ruhig plätschernde Generationengeschichten die falsche Empfängerin. Ich bin aber überzeugt, dass diese Geschichte ihr Publikum finden wird.

3

Zu blasse Charaktere, aber ein beeindruckendes Setting

Nordfinnland, 1859: Brita Caisa wird von der Kirche verstoßen und muss ihren Heimatort verlassen. Sie und ihre beiden Söhne schließen sich einem Tross auf zum norwegischen Eismeer an. Als sie unterwegs den Hofbesitzer Mikko kennen lernt, spürt sie, dass sie sich mit ihm eine Zukunft vorstellen könnte. Doch Mikko ist bereits verheiratet… 🌊 Es war unglaublich interessant etwas über diese andere Kultur kennenzulernen. Welcher Arbeit sind die Leute nachgegangen? Welche Werte sind ihnen wichtig? Sie halten z.B. noch am alten Glauben fest und glauben an das kleine Volk. Die Menschen der Finnmark leben mit der Natur und alles strahlt eine gewisse Mystik aus. Hinzukommt die Heilkunst von Brita, welche öfters beschrieben wird und sehr interessant ist. Außerdem kann man sich wunderbar in die raue Wildniss träumen. Die dunklen Wälder, die Fjorde, den Fischfang, die Moltebeeren, alles war sehr präsent. Leider hatte ich allerdings bis zum Schluss Probleme der Geschichte zu folgen. Man wird bereits zu Beginn mit sehr vielen, oft komplizierten, Namen konfrontiert. So tauchen manchmal Charaktere wieder auf, aber ich konnte gar keinen Bezug herstellen. Hinzukommt, dass die meisten sehr blass gezeichnet sind. Hier hätte ich mir wesentlich mehr Beschreibungen gewünscht. Lediglich Brita hatte ich klar vor Augen. Eine Frau, die ihren Weg geht, die nicht mit allen Regeln einverstanden ist und für ihre Zukunft kämpft - und die es tatsächlich gab. Es ist eine eher ruhige Geschichte mit einem oft poetischen Schreibstil, was definitiv Geschmackssache ist. Mir hat der Schreibstil gefallen, auch wenn manche Passagen schon wieder zu ruhig waren. Auch wenn es noch zwei weitere Teile gibt, für mich ist die Geschichte beendet. 🛖 Zu blasse Charaktere, aber ein beeindruckendes Setting

Zu blasse Charaktere, aber ein beeindruckendes Setting
4

Eindrucksvoll

Nordfinnland, 1859: Brita Caisa Seiparjærvi setzt ihre beiden Söhne auf einen Rentierschlitten und bricht in einem Tross auf ihre Heimat zu verlassen. Ihre Heimat und all das Schlechte, all die Scham die sie dort erleben musste. Brita Caisa macht sich auf den langen Weg zum norwegischen Eismeer. Dort soll es ausreichend Arbeit und Essen geben, dort erhofft sie sich einen Neuanfang für sich und ihre Söhne. Als sie unterwegs den Hofbesitzer Mikko kennenlernt, kommt alles anders, denn Brita Caisa verliebt sich. Eine sehr ruhige, unaufgeregte Geschichte. Eine mutige, starke Frau, die Mitte des 19. Jahrhunderts versucht ihren Weg zu gehen, ihren Platz in der Welt zu finden. Schön ist sie und versiert in der Heilkunst. Das Leben war beschwerlich in dieser Zeit, in dieser Gegend und der Autorin gelingt es unheimlich gut, dieses harte, einfache, mitunter grausame Leben mit Worten darzustellen. Die Menschen dort oben in der Finnmark sind eins mit der Natur, mit der Mystik ihrer Welt. Sie leben nach festen Regeln, nach strengen Konventionen und halten doch auch am alten Glauben fest (indem sie beispielsweise an das „kleine Volk“ glauben). Es ist trotz, oder vielleicht auch gerade wegen, seines poetischen, mit vielen, vielen ausführlichen Beschreibungen gespickten Schreibstils nicht immer so locker und fließend zu lesen, wie ich es eigentlich lieber mag. Auch die vielen, teils komplizierten Namen haben mich hin und wieder ins Stocken gebracht, aber mithilfe des ausführlichen Personenregisters konnte ich den Überblick behalten. Ich bin gern mit Brita Caisa in den Norden gereist. Eine interessante Geschichte, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass es Brita Caisa tatsächlich gab und Ingeborg Arvola uns mit „Der Aufbruch“ ein wenig ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt.

3

Der Klappentext klang sehr vielversprechend, aber leider konnte mich der Inhalt nicht recht überzeugen. Der Sprachstil ist toll und zuweilen sehr poetisch. Die Story ist ruhig und hätte für mich stellenweise durchaus etwas mehr Fahrt aufnehmen dürfen. Die Charaktere an sich blieben recht blass und lediglich über Brita erfahren wir mehr. Ich hätte gerne mehr über Ihre Heilkünste gelesen, aber das kam leider etwas zu kurz. Es handelt sich hierbei um den ersten Teil einer Trilogie, aber ich weiß noch nicht, ob ich die Reihe weiter verfolgen werde.

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