Das Kapital sind wir

Das Kapital sind wir

Taschenbuch
4.01
Digitaler KapitalismusKarl MarxZukunft DigitalDatensammlung

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Beschreibung

Ausgezeichnet mit dem Preis »Das Politische Buch 2018« der Friedrich-Ebert-Stiftung! Was passiert, wenn sich Unternehmen Menschheitsaufgaben zum Ziel setzen? Wie sieht eine Gesellschaft aus, in der das Internet zur Meta-Struktur einer neuartigen, digitalen Ökonomie wird? Internet-Monopole sind allgegenwärtig, deren Ziel nicht mehr die fabrikmäßige Herstellung von Waren und deren Verkauf ist, sondern die Organisation des Zugangs zu Wissen und Information selbst. Ob es darum geht, die ganze Erde zu kartieren oder alle Freundschaften der Welt zu organisieren – im digitalen Kapitalismus werden Algorithmen zur wichtigsten Maschine, Daten zum essenziellen Rohstoff und Informationen zur Ware Nummer eins. Der digitale Kapitalismus beutet immer weniger lebendige Arbeit direkt aus. Stattdessen halten wir, die User, ihn mit unserer Aktivität auf den digitalen Plattformen am Leben: User Generated Capitalism. Ein Heer von Mikro-Entrepreneuren, befreit von Festanstellungsverträgen und gesetzlichen Regelungen, versucht in den Prärien des digitalen Wilden Westens sein Glück: Jeder kann für fünfzehn Minuten ein Unternehmer sein! Und hält sich vielleicht zukünftig mit dem bedingungslosen Grundeinkommen über Wasser – dem mit Deregulierung und Vereinzelung bestens kompatiblen »Sozial«-System des digitalen Kapitalismus. Kritik, die auf Datensammelwut oder Zersplitterung von Arbeitsverhältnissen fokussiert ist, greift zu kurz. Oft wird der digitale Kapitalismus vom Standpunkt des Vor-Digitalen aus kritisiert und entweder verleugnet oder verharmlost: der Informations-Kapitalismus scheitere an sich selbst. Der Kapitalismus ist aber nicht in der Krise, er wird auch nicht zum Post-Kapitalismus, im Gegenteil: er macht das Kyoto-Protokoll zu seiner Agenda und tritt an, eine postfossile kapitalistische Ära zu begründen. Und mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos etwa fordert der digitale Kapitalismus den Fordismus auf dessen ureigenem Terrain heraus, wenn er sein iconic product – das Automobil – umdefiniert zu Mobilität als IT-Service.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
272
Preis
20.60 €

Autorenbeschreibung

Timo Daum ist Universitätsdozent und Autor. Bis 2025 lehrte er am Fachbereich Politikwissenschaft der Universität Wien »Politische Ökonomie der Daten«. Er ist Dissertationsstipendiat der Rosa Luxemburg Stiftung. Sein Buch »Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie« erhielt den Preis Das politische Buch 2018 der Friedrich-Ebert-Stiftung. 2019 und 2020 erschienen »Die künstliche Intelligenz des Kapitals und Agiler Kapitalismus«, zuletzt »Big Data China. Technologie – Politik – Regulierung« (Mandelbaum 2023). Timo Daum lebt in Wien und Berlin.

Beiträge

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Das Problem an Büchern über die digitale Gesellschaft ist, dass die Beispiele extrem schnell altern und damit die daraus gezogenen Argumente auch ein bisschen an Energie verlieren. Trotz dessen ist das Buch ein guter Einstieg, um über die Zukunft des Kapitalismus und seine Alternativen nachzudenken. Wer schon ein bis zwei Artikel zu dem Thema gelesen hat, wird wahrscheinlich in dem hier häufig zitierten „Wem gehört die Zukunft“ von Jaron Lanier mehr neue Eindrücke finden. Als Anschlussliteratur empfehle ich „Player Piano“ von Kurt Vonnegut, welches einige der Probleme und Lösungsansätze schon in den 1920ern in Roman-Form weiter gedacht hat.

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