Crashtest Dummies
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Beschreibung
Als Ingenieurin in der Automobilindustrie arbeitet Cleo in einer Männerdomäne – und am offenen Herzen der strauchelnden deutschen Wirtschaft. Ihr Team soll die Entwicklung eines Elektromodells vorantreiben, doch getrieben werden sie vor allem vom Speiseplan der Kantine. Cleo glaubt nicht an Konventionen oder an Arbeit am Wochenende und auch nicht daran, als Frau in der Technik irgendetwas repräsentieren zu müssen. Doch dann tritt sie in eine Konkurrenzsituation mit ihrem Kollegen Martin, aus der sich eine beidseitige Obsession entwickelt. Für Cleo geht es nicht nur um ihre berufliche Zukunft, sondern auch darum, sich nicht von einem Mann ausbooten zu lassen.
Rasant und bitterböse erzählt dieser Roman von einer jungen Frau, die sich für einen Triumph noch einmal ganz neu definieren muss.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Mercedes Spannagel, geboren 1995 in Wien, aufgewachsen in Heidelberg und Salzburg, lebt derzeit in Berlin. Sie ist Diplomingenieurin im Maschinenbau. Ihre Texte wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Förderungspreis 2017, dem 1. Platz des FM4 Wortlaut 2018 und dem Literaturpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich 2021. Ihr erster Roman »Das Palais muss brennen« war 2020 nominiert für den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debüt. »Crashtest Dummies« ist ihr zweites Buch.
Beiträge
Cleo ist Ingenieurin in der Automobilindustrie und teilt sich die Arbeit mit ihrem Kollegen Martin. Der Arbeitsalltag ist trist und langweilig, das Highlight ist die Mittagspause in der Kantine. Doch dann entsteht eine direkte Konkurrenzsituation zwischen Cleo und Martin: ihr Vorgesetzter Bernhard stellt in Aussicht, dass es in Kürze eine neue Führungsstelle in China mit einem großen, prestigeträchtigen Projekt geben wird - allerdings nur für eine:n von beiden. Obwohl Cleo vorher keinerlei Karriere-Ambitionen verspürt hat, wird nun ihr Ehrgeiz geweckt. Nicht, weil sie unbedingt nach China möchte, sondern weil sie es leid ist, dass schon wieder ein Mann gewinnt. Insbesondere, wenn dieser selbst mit unfairen Mitteln spielt und, wie viele andere im Unternehmen, ein veraltetes, klischeehaftes Frauenbild mit sich herumträgt. Der Roman kam mir etwas träge vor, was gut zu dem geschilderten Arbeitsalltag im Großraumbüro eines Automobilkonzerns passt. Keine Innovationen, keine Abwechslung, viel Mikromanagement. Vieles hat mich sehr amüsiert, wie die sehr bemühten Versuche einiger Kollegen, etwas “Stimmung” in das triste Alltagsgrau zu bekommen. Viel Witz wird dadurch kreiert, dass sehr stumpfe Gespräche geführt werden und manche Kollegen wandelnde Klischees sind, die außer der Arbeit nicht viel zu bieten haben. Leider fand ich die Erzählstruktur anstrengend, insbesondere bei Dialogen oder Gedankenströmen der Protagonistin - andauernd reden Leute durcheinander, Sätze werden nicht zu Ende geführt. Auch blieb mir die Protagonistin von Anfang bis zum Ende hin fern. Sowohlihre Motivation, ihre Emotionen als auch ihr Verhalten nach der Arbeit blieben für mich eine Blackbox, zu der ich keinen Zugang gefunden habe. Dennoch blieb ich bis zum Ende dran, immer gespannt darauf, was nun noch passieren wird, wie die nächste Eskalation aussehen könnte. Zum Schluss blieb eine Ermüdung, als hätte ich selbst einen tristen Winter im Großraumbüro verbracht und würde mich nun fragen: wofür eigentlich? CN: Bodyshaming, Drogen, Alkohol, Erbrechen
Ich tue mir schwer eine gute Rezension zu schreiben. Ich habe mit dem Buch gekämpft teilweise, die Dialoge, die parallel zum inneren Monolog der Protagonistin laufen, waren manchmal sehr anstrengend. Es war verstörend, hat mich aber doch nicht losgelassen. Manchmal schockierend, manchmal langweilig. Ich glaube aber, dass es bewusst so inszeniert wurde. Insgesamt aber auf jeden Fall eine Empfehlung!
Ein endloses Meeting
„Crashtest Dummies“ fühlt sich an wie ein besonders anstrengender Bürotag – nur ohne Feierabend. Der Roman begleitet eine Frau in der Automobilindustrie, die sich in einem internen Konkurrenzkampf gegen einen männlichen Kollegen behaupten muss. Was dabei entsteht, ist eine Art „Stromberg“ in der Industrie: überspitzt, satirisch, stellenweise bodenlos – und leider oft erschreckend real, besonders aus weiblicher Perspektive. Stark ist vor allem die Darstellung des Ungleichgewichts: kompetente Frauen voller Selbstzweifel treffen auf Männer mit fragwürdigem Können, aber umso größerem Ego. Die Dialoge wirken dabei authentisch, aber auch wirr und teilweise ermüdend – eben wie echter Büroalltag, nur dass man hier nicht einfach Feierabend machen kann. Der Roman zeigt die Hürden einer Frau in einer männerdominierten Branche treffend auf, bleibt dabei aber etwas zu zurückhaltend. Ein bisschen mehr Witz und vor allem eine wütendere, mutigere Protagonistin hätten dem Ganzen gutgetan. So bleibt ein klug beobachtendes, leicht frustrierendes Buch, das mehr schmerzt als unterhält.
Cleo ist eine faszinierende, zutiefst ambivalente Figur. Smart, lässig und ausgestattet mit Abgründen, die sie weit über das Klischee der „Frau in der Männerdomäne“ hinausheben. Spannagel gelingt es meisterhaft, Cleos Innenwelt so präzise zu sezieren, dass selbst ihre moralisch fragwürdigen Taten eine bittere Logik entwickeln. Es geht um den immensen Druck der Automobilindustrie und die Kompensationsmechanismen, die daraus entstehen. Spannagel schreibt kühl, technisch-distanziert und punktgenau. Diese Sprache ist kein Selbstzweck. Sie passt eins zu eins zu Cleo und ihrer Arbeitswelt. Die Form wird hier zur direkten Verlängerung des Charakters. Man muss sich darauf einlassen: Das Buch zieht sich an manchen Stellen. Doch wer hier einen klassischen Spannungsbogen vermisst, verkennt vielleicht die literarische Absicht. Die erzählerische Langatmigkeit fungiert als brillante Metapher für den zähen, frustrierenden Weg einer Frau in einem verkrusteten System. Die „Längen“ im Buch sind so ein schönes literarische Äquivalent zur gläsernen Decke – man spürt den Widerstand und die Trägheit des Apparates beim Lesen physisch. Die Rivalität mit Martin treibt das Ganze auf die Spitze – ein Wechselspiel aus tiefer Obsession und purer Behauptung, das in ein Ende mündet, das konsequent und absolut erwartungsgemäß (im besten Sinne der inneren Logik) einschlägt.
Beschreibung
Als Ingenieurin in der Automobilindustrie arbeitet Cleo in einer Männerdomäne – und am offenen Herzen der strauchelnden deutschen Wirtschaft. Ihr Team soll die Entwicklung eines Elektromodells vorantreiben, doch getrieben werden sie vor allem vom Speiseplan der Kantine. Cleo glaubt nicht an Konventionen oder an Arbeit am Wochenende und auch nicht daran, als Frau in der Technik irgendetwas repräsentieren zu müssen. Doch dann tritt sie in eine Konkurrenzsituation mit ihrem Kollegen Martin, aus der sich eine beidseitige Obsession entwickelt. Für Cleo geht es nicht nur um ihre berufliche Zukunft, sondern auch darum, sich nicht von einem Mann ausbooten zu lassen.
Rasant und bitterböse erzählt dieser Roman von einer jungen Frau, die sich für einen Triumph noch einmal ganz neu definieren muss.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Mercedes Spannagel, geboren 1995 in Wien, aufgewachsen in Heidelberg und Salzburg, lebt derzeit in Berlin. Sie ist Diplomingenieurin im Maschinenbau. Ihre Texte wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Förderungspreis 2017, dem 1. Platz des FM4 Wortlaut 2018 und dem Literaturpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich 2021. Ihr erster Roman »Das Palais muss brennen« war 2020 nominiert für den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debüt. »Crashtest Dummies« ist ihr zweites Buch.
Beiträge
Cleo ist Ingenieurin in der Automobilindustrie und teilt sich die Arbeit mit ihrem Kollegen Martin. Der Arbeitsalltag ist trist und langweilig, das Highlight ist die Mittagspause in der Kantine. Doch dann entsteht eine direkte Konkurrenzsituation zwischen Cleo und Martin: ihr Vorgesetzter Bernhard stellt in Aussicht, dass es in Kürze eine neue Führungsstelle in China mit einem großen, prestigeträchtigen Projekt geben wird - allerdings nur für eine:n von beiden. Obwohl Cleo vorher keinerlei Karriere-Ambitionen verspürt hat, wird nun ihr Ehrgeiz geweckt. Nicht, weil sie unbedingt nach China möchte, sondern weil sie es leid ist, dass schon wieder ein Mann gewinnt. Insbesondere, wenn dieser selbst mit unfairen Mitteln spielt und, wie viele andere im Unternehmen, ein veraltetes, klischeehaftes Frauenbild mit sich herumträgt. Der Roman kam mir etwas träge vor, was gut zu dem geschilderten Arbeitsalltag im Großraumbüro eines Automobilkonzerns passt. Keine Innovationen, keine Abwechslung, viel Mikromanagement. Vieles hat mich sehr amüsiert, wie die sehr bemühten Versuche einiger Kollegen, etwas “Stimmung” in das triste Alltagsgrau zu bekommen. Viel Witz wird dadurch kreiert, dass sehr stumpfe Gespräche geführt werden und manche Kollegen wandelnde Klischees sind, die außer der Arbeit nicht viel zu bieten haben. Leider fand ich die Erzählstruktur anstrengend, insbesondere bei Dialogen oder Gedankenströmen der Protagonistin - andauernd reden Leute durcheinander, Sätze werden nicht zu Ende geführt. Auch blieb mir die Protagonistin von Anfang bis zum Ende hin fern. Sowohlihre Motivation, ihre Emotionen als auch ihr Verhalten nach der Arbeit blieben für mich eine Blackbox, zu der ich keinen Zugang gefunden habe. Dennoch blieb ich bis zum Ende dran, immer gespannt darauf, was nun noch passieren wird, wie die nächste Eskalation aussehen könnte. Zum Schluss blieb eine Ermüdung, als hätte ich selbst einen tristen Winter im Großraumbüro verbracht und würde mich nun fragen: wofür eigentlich? CN: Bodyshaming, Drogen, Alkohol, Erbrechen
Ich tue mir schwer eine gute Rezension zu schreiben. Ich habe mit dem Buch gekämpft teilweise, die Dialoge, die parallel zum inneren Monolog der Protagonistin laufen, waren manchmal sehr anstrengend. Es war verstörend, hat mich aber doch nicht losgelassen. Manchmal schockierend, manchmal langweilig. Ich glaube aber, dass es bewusst so inszeniert wurde. Insgesamt aber auf jeden Fall eine Empfehlung!
Ein endloses Meeting
„Crashtest Dummies“ fühlt sich an wie ein besonders anstrengender Bürotag – nur ohne Feierabend. Der Roman begleitet eine Frau in der Automobilindustrie, die sich in einem internen Konkurrenzkampf gegen einen männlichen Kollegen behaupten muss. Was dabei entsteht, ist eine Art „Stromberg“ in der Industrie: überspitzt, satirisch, stellenweise bodenlos – und leider oft erschreckend real, besonders aus weiblicher Perspektive. Stark ist vor allem die Darstellung des Ungleichgewichts: kompetente Frauen voller Selbstzweifel treffen auf Männer mit fragwürdigem Können, aber umso größerem Ego. Die Dialoge wirken dabei authentisch, aber auch wirr und teilweise ermüdend – eben wie echter Büroalltag, nur dass man hier nicht einfach Feierabend machen kann. Der Roman zeigt die Hürden einer Frau in einer männerdominierten Branche treffend auf, bleibt dabei aber etwas zu zurückhaltend. Ein bisschen mehr Witz und vor allem eine wütendere, mutigere Protagonistin hätten dem Ganzen gutgetan. So bleibt ein klug beobachtendes, leicht frustrierendes Buch, das mehr schmerzt als unterhält.
Cleo ist eine faszinierende, zutiefst ambivalente Figur. Smart, lässig und ausgestattet mit Abgründen, die sie weit über das Klischee der „Frau in der Männerdomäne“ hinausheben. Spannagel gelingt es meisterhaft, Cleos Innenwelt so präzise zu sezieren, dass selbst ihre moralisch fragwürdigen Taten eine bittere Logik entwickeln. Es geht um den immensen Druck der Automobilindustrie und die Kompensationsmechanismen, die daraus entstehen. Spannagel schreibt kühl, technisch-distanziert und punktgenau. Diese Sprache ist kein Selbstzweck. Sie passt eins zu eins zu Cleo und ihrer Arbeitswelt. Die Form wird hier zur direkten Verlängerung des Charakters. Man muss sich darauf einlassen: Das Buch zieht sich an manchen Stellen. Doch wer hier einen klassischen Spannungsbogen vermisst, verkennt vielleicht die literarische Absicht. Die erzählerische Langatmigkeit fungiert als brillante Metapher für den zähen, frustrierenden Weg einer Frau in einem verkrusteten System. Die „Längen“ im Buch sind so ein schönes literarische Äquivalent zur gläsernen Decke – man spürt den Widerstand und die Trägheit des Apparates beim Lesen physisch. Die Rivalität mit Martin treibt das Ganze auf die Spitze – ein Wechselspiel aus tiefer Obsession und purer Behauptung, das in ein Ende mündet, das konsequent und absolut erwartungsgemäß (im besten Sinne der inneren Logik) einschlägt.







