Christian Voß und die Sterne

Christian Voß und die Sterne

Hardcover
5.01
Jüdisches LebenJuden In BerlinNationalsozialismusUntertauchen

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

In der Schlange eines Obst- und Gemüseladens lernen sich Christian Voß und Irene Jonas kennen. Christian Voß ist ein Apotheker aus Mecklenburg, der nach einer Verletzung von der Front nach Berlin zurückgekehrt ist. Die Berlinerin Irene Jonas ist Jüdin und arbeitet seit dem erzwungenen Abbruch ihres Studiums als Krankenschwester. Als einzige Überlebende der Familie Jonas teilt Irene die einstige elterliche Wohnung mit einer zusammengewürfelten Mischung aus jüdischen Untermieterinnen und Untermietern, die ihre eigene Wohnung verloren haben, wie die Ärztin Dr. Hanna Hirsch mit ihrem Sohn Peter, die Konzertpianistin Clara Goldsticker und Samuelsohn, ehemals Kleiderbügelfabrikant. Als sich Irene und Christian ineinander verlieben, wissen beide um die Gefährlichkeit der Situation. Dennoch wird die Beziehung enger und Christian bekommt Zutritt zu Irenes Wohnung – und damit zu einem Mikrokosmos, dessen Regeln ihm fremd sind und die seinen Blick auf die Realität verändern. Es eröffnet sich ein Panorama an Geschichten, Schicksalen und Perspektiven – doch zugleich wachsen die Konflikte auf beiden Seiten. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Zwangsgemeinschaft im Hause Jonas geraten zunehmend unter Druck. Die inzwischen täglichen Deportationen machen auch vor ihnen und ihrem Bekanntenkreis nicht Halt. Der Umgang mit der Situation ist so verschieden wie die Menschen, um die es geht. Das Spektrum reicht von Auswanderungsplänen, Versuchen des Untertauchens und Suizid bis zur Hals über Kopf geschlossenen Ehe eines jugendlichen Paares. "Den toten Freunden" widmete Hertha von Gebhardt ihren 1947 veröffentlichten und von Gabriele Tergit hochgelobten Roman.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
386
Preis
23.70 €

Beiträge

2
Alle
5

Dieser Roman, einer mir bis dato unbekannten Autorin Hertha von Gebhardt, hat mir ein eindrucksvolles, zeitgeschichtliches Panorama eröffnet, welches mich sehr bewegt zurücklies. > Christian Voß und die Sterne < erschien erstmals 1947 und gibt wertvolle Einblicke in das jüdische Leben nach dem Beginn des 2. Weltkrieges. Berlin 1942, Irene Jonas ist die einzige Überlebende ihrer Familie. Nun teilt sie sich die elterliche Wohnung mit einer bunten Mischung an ebenfalls jüdischen Untermietern. Irene lernt eines Tages in einem Obst – und Gemüseladen den mecklenburgischen Apotheker Christian Voß kennen. Der junge Mann scheint angetan von Irene, obwohl er sich bewusst ist, dass eine Beziehung beide in Gefahr bringen könnte. Irene versucht die Avancen von Christian zu boykottieren, doch Christian ist von seinem Vorhaben nicht abzubringen. So wird allmählich die Verbindung enger und Christian wird Zugang zur Wohnung gewährt. Dort taucht er in den Mikrokosmos einer ganz anderen Welt und sein Blick auf die Realität verändert sich zusehends. Die Wohngemeinschaft gerät immer mehr unter Druck, denn die Deportationen machen auch vor ihnen nicht halt. ältliches Fräulein bekommt ihren Bescheid zum Umzug ins KZ. Sie trägt es mit Haltung. Alle Mitbewohner wissen, was auf sie zukommen wird. So werden Auswanderungspläne geschmiedet, das Untertauchen in Erwägung gezogen bis hin zum Suizid. Währenddessen kommen sich Irene und Christian immer näher und trotzen der Gefahr. Jedoch werden sie mit Wahrungen und guten Ratschlägen in ihrem näheren Bekannten -und Freundeskreis immer wieder eindrücklich konfrontiert.  Das junge Glück schmiedet Pläne für ihre gemeinsame Zukunft.  Diese Alltagsskizze aus dem Jahre 1942 ist sehr eindrücklich in ihren verschiedenen Schicksalen und Hoffnungen gezeichnet. Der konstante Angstzustand geht durch Mark und Bein. Diese besondere Liebesgeschichte in einer menschenunwürdigen, einer barbarischen Zeit, empfand ich ungeheuer stark präsentiert. Auch die individuellen Emotionen aller Figuren wirkten authentisch und packend. Der Stil von Hertha von Gebhardt gehoben und mitreißend. Große Leseempfehlung! 

5

Ein sehr bewegendes Buch, dass im Gedächtnis und im Herzen bleibt.

Beitrag erstellen