Chor der Pilze
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Hiromi Goto, geboren 1966 in Japan (Präfektur Chiba); kam 1969 mit der Familie nach Kanada. Für Chor der Pilze (OT: A Chorus of Mushrooms, The NeWest Press 1994 und 2014) erhielt sie 1995 den Commonwealth Writersʼ Prize Best First Book (Canada and Caribbean Region), außerdem den Canada-Japan Book Award. Das Buch wurde ins Japanische, Koreanische, Italienische und Hebräische übersetzt. Goto schreibt auch Kinder- und Jugendbücher, zuletzt Darkest Light. Sie lebt in Vancouver.
Beiträge
„Es gibt Zeiten der Stille und Zeiten des Tosens. …
„… Als ich jung und schön war, waren meine Lippen eine Verzierung in meinem Gesicht. Jetzt ist mein Gesicht knittrig von der Fürsorge, und Fugen zieren meine Wangen. Mein Mund bricht weit auf, und die Wörter stürzen heraus, eine Flut aus Rauschen und Geräusch. Eine alte Frau auf einem hölzernen Stuhl mag nach nichts aussehen, aber betritt ihren Lautkreis, und du fällst in einen Wirbelsturm.“ Eine alte Dame ist vor zwanzig Jahren aus Japan nach Kanada ausgewandert, sitzt unverrückbar im Flur ihres Hauses und beobachtet alles. Als sie ins Heim soll, macht sie sich mitten im Schneesturm davon, geht mit einem Trucker, der sie aufliest, auf einen Roadtrip. Niemand weiß, wo sie sich aufhält, außer ihre Enkelin Muriel, die schon im neuen Land geboren wurde und mit ihrer Großmutter in telepathischer Verbindung steht. Es werden drei Leben erzählt: ein altes, ein neues und ein mögliches, gespiegelt durch erfundene Geschichten. Das Buch war für mich amüsant, nachdenklich , teilweise verstörend - es ist dadurch für mich aber auch irgendwie typisch japanisch. Es hat mich an Bücher von Haruki Murakami erinnert, die auch faszinierend und verstören gleichzeitig sind. Ich fand es sehr eindrucksvoll, wie die Erfahrungen als asiatische Ausländer, das Leben der Protagonisten beeinflusst haben und wie es traurigerweise auch dafür gesorgt hat, das Aspekte der eigenen Persönichkeit dadurch vernachlässigt wurden.
Märchenhafte, sehr auf die Sprache fokussierte Familiengeschichte japanischer Auswanderer in Kanada
„Komisch, wie Eltern lehrreiche Geschichten erzählen, sich aber nie die Mühe machen, die Wörter zu schmecken, die sie von sich geben. Wie die Wörter mit Honig und Nektar überzogen sind, aber das Fleisch darin ist ohne Saft und Kraft. Lass mich eine andere Geschichte erzählen.“ Mir fiel es schwer, der Story zu folgen. Sie wird aus drei verschiedenen Ich-Perspektiven erzählt (Tochter, Mutter, Großmutter) ohne dass sich klar abgrenzt, wann gewechselt wird. Zusätzlich werden japanische Sagen oder ausgedachte Geschichten mit eingeflochten, da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten.
Das bereits 1994 erschienene Buch „Chor der Pilze“ von Hiromi Goto erzählt die Geschichte von drei Frauen, aus drei Generationen: Großmutter Naoe, ihre Tochter Keiko und die Enkelin Murasaki auch Muriel genannt. Nachdem Naoe mit ihrer Tochter von Japan nach Kanada auswandert stellt sich ihnen die Frage - Wie mit Herkunft und Identität umgehen. Die drei Frauen gehen Wege, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Während die Großmutter an der alten Heimat festhält und sich im häuslichen Umfeld nur auf Japanisch mitteilt, verheimlicht Keiko ihre japanischen Wurzeln und assimiliert sich komplett in Bezug auf die kanadische Kultur. Dazwischen steht Murasaki, die Erzählerin des Romans. Sie ist in Kanada geboren, doch durch das enge Band zur Großmutter stark mit japanischen Traditionen konfrontiert. Meinung: Inzwischen habe ich das Buch ein paar Tage ausgelesen und es beschäftigt mich noch immer. Nachdem ich es beendet hatte, blicke ich nun zurück auf eine emotionale Achterbahnfahrt und entschuldige mich für die wohl länger ausfallende Rezension. Dieses Buch ist zwar eine aktuelle Erstauflage, jedoch bereits 1994 erstmalig erschienen. Trotzdem behandelt es aktuelle Themen wie (Alltags-)Rassismus und Feminismus und ist durch die Art des Erzählens zeitlos. Genau diese Art der Erzählung ist einfach genial, aber stellenweise auch verwirrend. Murasaki erzählt in zwei Strängen. Der erste Erzählstrang bildet die Gegenwart in Ich-Form. Hier beschreibt Goto unglaublich einfühlsam, die intime Situation von Murasaki und einer weiteren Person. „Ich möchte nur die Ruhe von Haut auf Haut genießen. Das Murmeln unseres Blutes unter unserer Berührung an der Oberfläche“ (S. 9). Zusammen liegen die beiden auf einem Futon und Murasaki beginnt eine wahre Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte bildet den zweiten Erzählstrang. Hier beschreibt die Autorin Alltagssituationen der drei Frauen und ihren individuellen Umgang damit. Dabei legt Goto den Fokus auf Herkunft und Identität. „Ich [Naoe] hätte nie erwartet, Japan zu verlassen. Ich wusste nie, dass ich heiraten und mich dann scheiden lassen würde. Ich hätte nie gedacht, ich würde ein Tochter [Keiko] austragen, die eine andere Sprache spricht. Man denkt nie. Man erwartet nie. Man weiß nie. Aber Dinge geschehen trotzdem“ (S. 179). Sprachlich holt mich dieses Buch ab. Ich kann mich direkt einfühlen und bin ab der ersten Seite an schockverliebt in die sprachliche Kunst, die Goto abliefert. Die Autorin versteht es, an den passenden Ecken und Enden mit einer Ernsthaftigkeit zu schreiben, um im nächsten Moment tiefe Emotionen in der Leserschaft hervorzurufen. Im Teil von Naoe nutzt die Autorin für meinen Geschmack etwas zu viel japanisch (ganze Sätze bzw. Abschnitte). Das hat den Lesefluss gebremst, da das Buch leider keinen Glossar beinhaltet. Fazit: Ein sehr zu empfehlendes Buch über drei Frauen, aus drei Generationen die ihre Geschichte von Identität und Herkunft erzählen (4/5).
In diesem Jahr, zum aller ersten Mal, wurde der BücherFrauen-Literaturpreis vergeben und der Roman von Hirmoi Goto schaffte es auf die Shortlist. Der Preis ist neu, ich erwarte nicht, dass er euch sofort was sagt, daher gibt es einen Auszug seiner Bedeutung: "Im 30. Jahr ihres Bestehens loben die BücherFrauen einen neuen Preis für Belletristik aus. Mit dem BücherFrauen-Literaturpreis wollen wir Autorinnen auszeichnen, die mit ihrem Schreiben zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung von Frauen und Mädchen beitragen. Der Preis wird erstmals im November 2021 und danach alle zwei Jahre vergeben." https://www.buecherfrauen.de/buecherfrauen-literaturpreis Die Autorin schreibt über drei Frauen, drei Generationen aus dem Mund der jüngsten Person, Murasaki. Die Großmutter Nao, bereits 85 Jahre alt, kam vor über 20 Jahren nach Kanada und lebt mit ihrer Familie in einem Haus. Ihre Tochter Keiko, ist soweit integriert in der neuen Kultur, dass sie allem japanischen mit Abneigung gegenüber steht. So verbringt die alte Dame viel Zeit auf der Terrasse. Redet mit sich selbst auf japanisch und erinnert sich zurück, an den Krieg, ihren Ehemann und das Leben, dass sie einst geführt hat. Einzig allein ihre Enkelin Murasaki, eigentlich Muriel, steht ihre Nahe und interessiert sich für die alte Heimat, wie auch für die alten Geschichten der Oma. Als ihre Tochter und deren Ehemann beschließen, dass Nao in ein Heim muss, flieht die alte Dame, während ein Schneesturm tobt und landet bei einem jungen Trucker, der sie mitnimmt. Der Roadtrip beginnt. Und Murasaki, die in telepathischer Verbindung zur Großmutter steht, fängt an zu erzählen… Nachdem ich mich das erste Mal über das Buch informiert hatte, war mir klar, dass es gelesen werden muss. Aber am Ende hatte es doch länger gedauert es zu beenden, als gedacht. Es gab ein paar Momente, wo ich den Faden im Buch verloren hatte. Der Roman erfordert oftmals ein konzentriertes Lesen, es gibt immer wieder Perspektiven- und Zeitenwechsel, als auch japanischen Passagen. Zu Beginn war es weniger ein Problem, es tauchte eher nach der Hälfte auf, als die Geschichte anfing an Fahrt zu gewinnen und man bereits drin war in den verschiedenen Schicksalen. Sonst kann ich nur gutes über den philosophischen Roman von Hiromi Goto sagen. Angefangen mit ihrem Schreibstil, der poetisch ist in seiner Fülle und mit Metaphern versetzt. Sie schafft es den Dinge mit wenigen Worten eine gewisse magische Atmosphäre zu geben. "Aber wir hielten einmal Händchen, als ich in der sechsten und er in der siebten Klasse war. Im Juni, wenn die Wolken dick und schwarz von Westen wabern und sich durch das Hügelvorland quetschen." Chor der Pilze, Goto – S. 154 f Die japanisch-kanadische Autorin, selbst immigriert nach Kanada, erzählt über das Leben zwischen zwei Kulturen, dem Leben in einem neuen Land und zeigt, wie unterschiedlich sich das auf eine Person auswirken kann. Wie sich eine kulturelle Identität entwickeln kann. Die drei Frauen, aus einer Familie, aber unterschiedliche Generationen, sind ihr Beispiel dafür. Sie sind so verschieden und sich doch eigentlich so nah. Ihre Beziehung ist ein weiterer Kernpunkt in dem Buch. Ich mochte es sehr, wie die Autorin über all die Dinge redet und viele Weisheiten weitergibt durch Obachan (Großmutter). Wenn ihr gerne Romane aus dem “magischen Realismus” liest, zwischen Traum und Realität, mehr wissen wollt zu Immigrantenschicksal und wie eine Familie damit umgeht, kann ich es euch wärmstens ans Herz legen. Es ist ein Roadtrip mit Überraschungen, den es sich lohnt anzutreten!
First of all, I had to read this book for class - I wouldn't have picked it up otherwise. Although it's nothing I'd usually read it definitely was interesting. The switching narrators and inner dialogues can be quite confusing imo, but with this book it's less about the actual story than the context. This novel makes you question the truth, not only this narrative but also in regard to your own everyday situations. If this doesn't put you off, and if you like reading about intercultural problems across generations, I'd suggest giving Chorus of Mushrooms a try.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Hiromi Goto, geboren 1966 in Japan (Präfektur Chiba); kam 1969 mit der Familie nach Kanada. Für Chor der Pilze (OT: A Chorus of Mushrooms, The NeWest Press 1994 und 2014) erhielt sie 1995 den Commonwealth Writersʼ Prize Best First Book (Canada and Caribbean Region), außerdem den Canada-Japan Book Award. Das Buch wurde ins Japanische, Koreanische, Italienische und Hebräische übersetzt. Goto schreibt auch Kinder- und Jugendbücher, zuletzt Darkest Light. Sie lebt in Vancouver.
Beiträge
„Es gibt Zeiten der Stille und Zeiten des Tosens. …
„… Als ich jung und schön war, waren meine Lippen eine Verzierung in meinem Gesicht. Jetzt ist mein Gesicht knittrig von der Fürsorge, und Fugen zieren meine Wangen. Mein Mund bricht weit auf, und die Wörter stürzen heraus, eine Flut aus Rauschen und Geräusch. Eine alte Frau auf einem hölzernen Stuhl mag nach nichts aussehen, aber betritt ihren Lautkreis, und du fällst in einen Wirbelsturm.“ Eine alte Dame ist vor zwanzig Jahren aus Japan nach Kanada ausgewandert, sitzt unverrückbar im Flur ihres Hauses und beobachtet alles. Als sie ins Heim soll, macht sie sich mitten im Schneesturm davon, geht mit einem Trucker, der sie aufliest, auf einen Roadtrip. Niemand weiß, wo sie sich aufhält, außer ihre Enkelin Muriel, die schon im neuen Land geboren wurde und mit ihrer Großmutter in telepathischer Verbindung steht. Es werden drei Leben erzählt: ein altes, ein neues und ein mögliches, gespiegelt durch erfundene Geschichten. Das Buch war für mich amüsant, nachdenklich , teilweise verstörend - es ist dadurch für mich aber auch irgendwie typisch japanisch. Es hat mich an Bücher von Haruki Murakami erinnert, die auch faszinierend und verstören gleichzeitig sind. Ich fand es sehr eindrucksvoll, wie die Erfahrungen als asiatische Ausländer, das Leben der Protagonisten beeinflusst haben und wie es traurigerweise auch dafür gesorgt hat, das Aspekte der eigenen Persönichkeit dadurch vernachlässigt wurden.
Märchenhafte, sehr auf die Sprache fokussierte Familiengeschichte japanischer Auswanderer in Kanada
„Komisch, wie Eltern lehrreiche Geschichten erzählen, sich aber nie die Mühe machen, die Wörter zu schmecken, die sie von sich geben. Wie die Wörter mit Honig und Nektar überzogen sind, aber das Fleisch darin ist ohne Saft und Kraft. Lass mich eine andere Geschichte erzählen.“ Mir fiel es schwer, der Story zu folgen. Sie wird aus drei verschiedenen Ich-Perspektiven erzählt (Tochter, Mutter, Großmutter) ohne dass sich klar abgrenzt, wann gewechselt wird. Zusätzlich werden japanische Sagen oder ausgedachte Geschichten mit eingeflochten, da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten.
Das bereits 1994 erschienene Buch „Chor der Pilze“ von Hiromi Goto erzählt die Geschichte von drei Frauen, aus drei Generationen: Großmutter Naoe, ihre Tochter Keiko und die Enkelin Murasaki auch Muriel genannt. Nachdem Naoe mit ihrer Tochter von Japan nach Kanada auswandert stellt sich ihnen die Frage - Wie mit Herkunft und Identität umgehen. Die drei Frauen gehen Wege, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Während die Großmutter an der alten Heimat festhält und sich im häuslichen Umfeld nur auf Japanisch mitteilt, verheimlicht Keiko ihre japanischen Wurzeln und assimiliert sich komplett in Bezug auf die kanadische Kultur. Dazwischen steht Murasaki, die Erzählerin des Romans. Sie ist in Kanada geboren, doch durch das enge Band zur Großmutter stark mit japanischen Traditionen konfrontiert. Meinung: Inzwischen habe ich das Buch ein paar Tage ausgelesen und es beschäftigt mich noch immer. Nachdem ich es beendet hatte, blicke ich nun zurück auf eine emotionale Achterbahnfahrt und entschuldige mich für die wohl länger ausfallende Rezension. Dieses Buch ist zwar eine aktuelle Erstauflage, jedoch bereits 1994 erstmalig erschienen. Trotzdem behandelt es aktuelle Themen wie (Alltags-)Rassismus und Feminismus und ist durch die Art des Erzählens zeitlos. Genau diese Art der Erzählung ist einfach genial, aber stellenweise auch verwirrend. Murasaki erzählt in zwei Strängen. Der erste Erzählstrang bildet die Gegenwart in Ich-Form. Hier beschreibt Goto unglaublich einfühlsam, die intime Situation von Murasaki und einer weiteren Person. „Ich möchte nur die Ruhe von Haut auf Haut genießen. Das Murmeln unseres Blutes unter unserer Berührung an der Oberfläche“ (S. 9). Zusammen liegen die beiden auf einem Futon und Murasaki beginnt eine wahre Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte bildet den zweiten Erzählstrang. Hier beschreibt die Autorin Alltagssituationen der drei Frauen und ihren individuellen Umgang damit. Dabei legt Goto den Fokus auf Herkunft und Identität. „Ich [Naoe] hätte nie erwartet, Japan zu verlassen. Ich wusste nie, dass ich heiraten und mich dann scheiden lassen würde. Ich hätte nie gedacht, ich würde ein Tochter [Keiko] austragen, die eine andere Sprache spricht. Man denkt nie. Man erwartet nie. Man weiß nie. Aber Dinge geschehen trotzdem“ (S. 179). Sprachlich holt mich dieses Buch ab. Ich kann mich direkt einfühlen und bin ab der ersten Seite an schockverliebt in die sprachliche Kunst, die Goto abliefert. Die Autorin versteht es, an den passenden Ecken und Enden mit einer Ernsthaftigkeit zu schreiben, um im nächsten Moment tiefe Emotionen in der Leserschaft hervorzurufen. Im Teil von Naoe nutzt die Autorin für meinen Geschmack etwas zu viel japanisch (ganze Sätze bzw. Abschnitte). Das hat den Lesefluss gebremst, da das Buch leider keinen Glossar beinhaltet. Fazit: Ein sehr zu empfehlendes Buch über drei Frauen, aus drei Generationen die ihre Geschichte von Identität und Herkunft erzählen (4/5).
In diesem Jahr, zum aller ersten Mal, wurde der BücherFrauen-Literaturpreis vergeben und der Roman von Hirmoi Goto schaffte es auf die Shortlist. Der Preis ist neu, ich erwarte nicht, dass er euch sofort was sagt, daher gibt es einen Auszug seiner Bedeutung: "Im 30. Jahr ihres Bestehens loben die BücherFrauen einen neuen Preis für Belletristik aus. Mit dem BücherFrauen-Literaturpreis wollen wir Autorinnen auszeichnen, die mit ihrem Schreiben zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung von Frauen und Mädchen beitragen. Der Preis wird erstmals im November 2021 und danach alle zwei Jahre vergeben." https://www.buecherfrauen.de/buecherfrauen-literaturpreis Die Autorin schreibt über drei Frauen, drei Generationen aus dem Mund der jüngsten Person, Murasaki. Die Großmutter Nao, bereits 85 Jahre alt, kam vor über 20 Jahren nach Kanada und lebt mit ihrer Familie in einem Haus. Ihre Tochter Keiko, ist soweit integriert in der neuen Kultur, dass sie allem japanischen mit Abneigung gegenüber steht. So verbringt die alte Dame viel Zeit auf der Terrasse. Redet mit sich selbst auf japanisch und erinnert sich zurück, an den Krieg, ihren Ehemann und das Leben, dass sie einst geführt hat. Einzig allein ihre Enkelin Murasaki, eigentlich Muriel, steht ihre Nahe und interessiert sich für die alte Heimat, wie auch für die alten Geschichten der Oma. Als ihre Tochter und deren Ehemann beschließen, dass Nao in ein Heim muss, flieht die alte Dame, während ein Schneesturm tobt und landet bei einem jungen Trucker, der sie mitnimmt. Der Roadtrip beginnt. Und Murasaki, die in telepathischer Verbindung zur Großmutter steht, fängt an zu erzählen… Nachdem ich mich das erste Mal über das Buch informiert hatte, war mir klar, dass es gelesen werden muss. Aber am Ende hatte es doch länger gedauert es zu beenden, als gedacht. Es gab ein paar Momente, wo ich den Faden im Buch verloren hatte. Der Roman erfordert oftmals ein konzentriertes Lesen, es gibt immer wieder Perspektiven- und Zeitenwechsel, als auch japanischen Passagen. Zu Beginn war es weniger ein Problem, es tauchte eher nach der Hälfte auf, als die Geschichte anfing an Fahrt zu gewinnen und man bereits drin war in den verschiedenen Schicksalen. Sonst kann ich nur gutes über den philosophischen Roman von Hiromi Goto sagen. Angefangen mit ihrem Schreibstil, der poetisch ist in seiner Fülle und mit Metaphern versetzt. Sie schafft es den Dinge mit wenigen Worten eine gewisse magische Atmosphäre zu geben. "Aber wir hielten einmal Händchen, als ich in der sechsten und er in der siebten Klasse war. Im Juni, wenn die Wolken dick und schwarz von Westen wabern und sich durch das Hügelvorland quetschen." Chor der Pilze, Goto – S. 154 f Die japanisch-kanadische Autorin, selbst immigriert nach Kanada, erzählt über das Leben zwischen zwei Kulturen, dem Leben in einem neuen Land und zeigt, wie unterschiedlich sich das auf eine Person auswirken kann. Wie sich eine kulturelle Identität entwickeln kann. Die drei Frauen, aus einer Familie, aber unterschiedliche Generationen, sind ihr Beispiel dafür. Sie sind so verschieden und sich doch eigentlich so nah. Ihre Beziehung ist ein weiterer Kernpunkt in dem Buch. Ich mochte es sehr, wie die Autorin über all die Dinge redet und viele Weisheiten weitergibt durch Obachan (Großmutter). Wenn ihr gerne Romane aus dem “magischen Realismus” liest, zwischen Traum und Realität, mehr wissen wollt zu Immigrantenschicksal und wie eine Familie damit umgeht, kann ich es euch wärmstens ans Herz legen. Es ist ein Roadtrip mit Überraschungen, den es sich lohnt anzutreten!
First of all, I had to read this book for class - I wouldn't have picked it up otherwise. Although it's nothing I'd usually read it definitely was interesting. The switching narrators and inner dialogues can be quite confusing imo, but with this book it's less about the actual story than the context. This novel makes you question the truth, not only this narrative but also in regard to your own everyday situations. If this doesn't put you off, and if you like reading about intercultural problems across generations, I'd suggest giving Chorus of Mushrooms a try.








