Capitana

Capitana

Taschenbuch
3.44
BandenchefinDrogenladyKillerDrogen

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Beschreibung

Lola Vasquez ist leicht zu unterschätzen: Sie ist zierlich, eher unscheinbar, kümmert sich liebevoll um ihre Pflegetochter Lucy und hilft ihren bedürftigen Nachbarn oft mit Lebensmitteln oder der Miete aus. Das ist allerdings nur ihre eine Seite: Denn sie ist auch eine rücksichtslose Drogenlady, eine brillante Gang-Leaderin mit einem hohen body count . Das bekamen auch ihre Rivalen zu spüren und ihr Bruder Hector, den sie aus strategischen Gründen in den Knast geschickt hatte. Seit sie ein Bündnis mit der Staatsanwältin Andrea geschlossen hat, die hinter ihrer makellosen Fassade selbst mit Drogen handelt, herrscht Lola über ihr eigenes Gebiet.

Es könnte also alles gut sein. Als aber eine schwangere Frau sie bittet, dafür zu sorgen, dass ihr fieser Ehemann weiter hinter Gittern bleibt, ahnt Lola nicht, dass dieser kleine Gefallen sie in einen weiteren Drogenkrieg führen wird. Und bald muss sie feststellen, dass die größte Gefahr nicht von der konkurrierenden Rivera-Gang ausgeht, sondern in ihrer unmittelbaren Nähe lauert: Hector wurde aus dem Gefängnis entlassen, aber kann sie ihm vertrauen? Und auch Andrea hat anscheinend ihre ganz eigene Agenda ... Bald brennt es an allen Ecken und Fronten, und Lola muss all ihre tödlichen Managerqualitäten einsetzen, um das Allerschlimmste zu verhindern und ihre Lieben zu schützen. Koste es, was es wolle.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Thriller
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
333
Preis
16.50 €

Autorenbeschreibung

Melissa Scrivner Love ist die Tochter eines Polizisten und einer Gerichtsstenographin. Sie studierte Englische Literatur an der New York University und zog danach nach Los Angeles. Sie arbeitete für eine Reihe von Fernsehserien, darunter Life und CSI Miami. Für eine Episode von Person of Interest wurde sie mit einem Edgar ausgezeichnet. Für ihren ersten Roman, Lola, erhielt sie den Dagger Award 2018. Sie lebt in Los Angeles.

Beiträge

3
Alle
4

Weiblich, brutal und zeitgleich sensibel... Capitana Lola Vasquez.

Auch der zweite Teil “Capitana” hat es wieder geschafft mich mit Protagonistin Lola zu begeistern. Ich mochte ihre Weiterentwicklung so die, der verschiedenen Charaktere und dessen Verbindungen. Aber vor allem mochte ich eben “Lola Vasquez” als Gangboss. Ich finde es klasse in so einer Rolle eine weibliche Protagonistin verfolgen zu können, die dazu weder perfekt noch unfehlbar ist. Sie ist authentisch und nicht zu übertrieben. Die Geschichte dabei ist brutal, sensibel, und bearbeitet nicht nur die “Straßengesetze” sondern setzt sich auch mit Diskriminierung und Rassismus auseinander. Der springende Schreibstil der Autorin, hat mich manchmal ein wenig zurückrudern lassen, um zu verstehen wo, wie und was jetzt eigentlich noch mal Phase ist. Trotzdem wird in “Capitana” meiner Meinung viel mehr auf die Charaktere und dessen Verbindung, oder Vergangenheit eingegangen, und verleiht damit der Geschichte viel Tiefe.

Weiblich, brutal und zeitgleich sensibel... Capitana Lola Vasquez.

Absolut fesselnd und überraschend, aber dennoch minimal schwächer als Band 1

Welches Buch habt ihr zuletzt gekauft? Durch Zufall hab ich dieses Buch entdeckt und beim Lesen des Klappentextes gemerkt, dass es eine Fortsetzung zu "Lola" ist, einem meiner Jahreshighlights 2020. In Teil 1 ist Lola Vasquez auch offiziell zur Capitana der Crenshaw Six geworden, der mächtigsten Gang im Süden von Los Angeles. Aufgrund einer Intrige befiehlt Lola einen Insassen im Gefängnis beseitigen zu lassen, der sich als Boss des Rivera-Kartells herausstellt. Nun muss sie also einerseits den Krieg beenden und andererseits herausfinden, wer sie in diesen Krieg gedrängt hat. Und gleichzeitig ihre Tochter vor den Gefahren der Westside und den Querschlägern der Eastside schützen. Auch dieser Band war wieder wirklich spannend und fesselte an die Seiten. Das Gangleben kam diesmal etwas kürzer, da Lola die Drecksarbeit hier meist selbst erledigt. Tatsächlich büßte sie auch etwas von ihrer Stärke und Kaltblütigkeit ein, agiert teilweise weniger durchdacht und benötigt sogar Rettung. Das macht sie zwar realer, aber dennoch gefiel mir die Lola aus Band 1 etwas besser. An der Handlung habe ich allerdings absolut gar nichts auszusetzen, die Plottwists sind perfekt gewählt und bis zur letzten Seite fiebert man mit. Ein Thriller ganz nach meinem Geschmack! Die Übersetzung mit einigen spanischen Einflüssen ist Andrea Stumpf und Sven Koch wunderbar gelungen. Kennt ihr noch mehr Thriller mit Drogenkartell-/Gang-Setting?

Absolut fesselnd und überraschend, aber dennoch minimal schwächer als Band 1
4

Eine Frau ist die Herrscherin über ein Drogen-Kartell in L.A. – diese, allen typischen Geschlechter-Stereotypen zuwiderlaufende, Ausgangssituation beherrscht den als Thriller eingestuften Roman Capitana von Melissa Scrivner Love. Die Hauptfigur Lola Vasquez ist dabei nicht nur Drogenboss, harte Geschäftsfrau, Killer und Ermittlerin, sondern auch Mutter, Tochter, Schwester, Freundin, Geliebte und eben Frau. Der Roman ist eine positive Überraschung, denn statt einer einseitig harten und brutalen Thrillerhandlung, die einen mit atemloser Bedrohlichkeit und der ständigen Aussicht auf Gewalt bei der Stange hält (diese Elemente sind natürlich auch vorhanden), wartet der Roman vor allem mit der Studie einer jungen Frau in einer ungewöhnlichen Position auf, gefangen im Spannungsfeld von sozialen Erwartungen, gesellschaftlichen Geschlechternormen, kulturellen Traditionen und den Ansprüchen ihres kriminellen Tagwerks. So gerät der Text über weite Strecken zu einer Persönlichkeits- und Gesellschaftsstudie, die ein Licht auf die Situation der Latino-Gemeinde in Los Angeles und das belastete Verhältnis zwischen dem weißen Amerika und den US-Bürgern mit mexikanischen Wurzeln wirft und dabei besonderes Augenmerk auf die stereotype Wahrnehmung der Frauen richtet. Das ist sehr gut gemacht und gesellschaftskritisch aussagekräftig, allerdings werden zur Entlarvung der Klischees leider auch immer wieder Klischees bedient, so dass sich Roman quasi selbst auch wieder seine Kraft nimmt. Hier wäre eine deutlichere Ablösung von erwartbaren Mustern sehr wünschenswert gewesen. Die eigentliche Thrillerhandlung wartet mit einigen Überraschungsmomenten auf, aber der Thrill bleibt in Capitana eher Unterfütterung und Nebenhandlung für die Charakterdarstellung und Entwicklung Lolas. So wirken die Überfallszenen, Schießereien und Entführungen meist recht bemüht und künstlich, wenn nicht gar sehr unrealistisch – so als ob das Herz der Autorin eigentlich für die anderen Passagen schlägt, in denen Lola mit ihrer Rolle als Mutter, Schwester und Freundin hadert. Lolas leichte Orientierungslosigkeit in ihren sozialen Funktionen wird sehr gut durch den dosierten und zurückhaltenden Schreibstil gestützt, der allerdings etwas zu deutlich dazu neigt, Lolas Überforderung mit und vielleicht sogar Abneigung gegenüber ihren Positionen zu unterstreichen. Da der Roman aber gerade in diesen Teilen einen sehr guten Spannungsaufbau hat und hier sehr interessante Einblicke in ein zutiefst geteiltes L.A. offenbart, lohnt sich der Roman. Er bietet ein unterhaltsames, interessantes und fesselndes Leseerlebnis für alle, die eher eine komplexere Figurenentwicklung als rasanter und packender Nervenkitzel reizt.

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