bluten

bluten

von
Hardcover
3.813

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Beschreibung

Wir bluten, und sie lassen uns „Girls support girls“ – aber Grenzen gibt es immer, vor allem, wenn Lügen und Details verschwimmen. Alle schreien – du aber nur innerlich, weil du es einfach nicht mehr ertragen kannst, aber musst. Sie kommt – 28 Tage – länger oder kürzer, aber sie muss kommen – sie kommt immer: (diesmal) nicht. Und danach? Wird die blutige Hose mitsamt Was-wäre-wenn-Gedanken ganz hinten in den Schrank gehängt. Es ist Alltag, Liebe, Schmerz und Widerstand. Frauen bluten. Bluten jeden Tag, ob wortwörtlich oder im übertragenen Sinn, als „Working Mums“, in der Care-Arbeit, weil es der Zyklus abverlangt, als Opfer von Gewalt oder schlicht als Personen, die gesellschaftlichen Normen nicht entsprechen. Das Blut fließt: wenn wir wieder nicht oder zum Glück nicht schwanger sind, wenn wir abgetrieben oder frisch entbunden haben, wenn wir zuhause zu laut oder nachts auf dem Heimweg nicht schnell genug waren, wenn sich die Menopause ankündigt oder wir keinen Kinderwunsch spüren und damit anecken ... Ein literarischer Blutrausch 15 Autorinnen erzählen in ihren Texten von Kämpfen und Widerständigkeit, lehnen sich auf, schreiben manchmal sanft, manchmal verstörend, witzig und anders von der Alltäglichkeit des Blutens: über Altersarmut, Gewalt, das (Nicht-)Muttersein, Menstruation, Menopause, den Kampf um Existenzberechtigung und faire Behandlung in der Arbeitswelt. Das ist unser täglich Blut. Diese Anthologie ist ein Ausbruch, ein Atemzug, harte Realität und grenzenlose Fantasie. • Mit literarischen Beiträgen von: Elif Duygu, Milena Michiko Flašar, Yasmin Hafedh, Lydia Haider, Gertraud Klemm, Johanna Linimayr, Lydia Mittermayr, Jacinta Nandi, Lisa-Viktoria Niederberger, Romina Pleschko, Julya Rabinowich, Barbara Rieger, Chantal-Fleur Sandjon, Margit Schreiner und Magdalena Stammler

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
248
Preis
24.90 €

Beiträge

5
Alle
4

Vorab ist es mir wichtig, alle Autorinnen zu erwähnen, deren literarische Beiträge in diesem Buch veröffentlicht wurden. Die insgesamt 15 verschiedenen Storys stammen von: Elif Duygu, Milena Michiko Flašar, Yasmin Hafedh, Lydia Haider, Gertraud Klemm, Johanna Linimayr, Lydia Mittermayr, Jacinta Nandi, Lisa-Viktoria Niederberger, Romina Pleschko, Julya Rabinowich, Barbara Rieger, Chantal-Fleur Sandjon, Margit Schreiner und Magdalena Stammler. Alle haben ohne genaue Vorgaben Werke geschrieben zum Thema "bluten" und es ist interessant und spannend zu lesen, wie verschieden die Gedanken hierzu ausgefallen sind. Ich selbst als Frau mit "Menstruationshintergrund" habe natürlich direkt erstmal an das monatliche Blüten, die Periode, gedacht und fertig. Doch so einfach ist es nicht. Kommt sie? Kommt sie nicht? Wann kommt sie? Warum kommt sie nicht? Schwanger? Krankheit? Menopause? Kinderwunsch? Ängste und Sorgen! Über Schmerzen. Über Sichtbarkeit. Über Unsichtbarkeit. Unsicherheit. Aufklärung. Verhütung. Periodenprodukte. Patriarchat. Zerrissen zwischen all den (unvollständigen) Gedanken, gleichzeitig noch Beruf und Care Arbeit stemmend. Bluten ist allgegenwärtig, immer und überall. Und nicht nur die rote Flüssigkeit. Die Autorinnen der Anthologie haben es geschafft, völlig unterschiedlich aufzuzeigen, was es bedeutet zu bluten und wo eben jenes überall stattfindet - vielfältig und direkt vor unser aller Augen. Äußerst spannend und zu empfehlen, für jede Person, nicht nur für Frauen.

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4

Der Rede wert

436 Wochen habe ich in meinem Leben geblutet. Mal abgesehen davon, dass ich sehr wenige Schrammen, sehr selten Nasenbluten und noch nie eine Platzwunde (toi toi toi) und nur ab und an eine Schnittwunde hatte, waren die 436 Wochen kalkulierbar, absehbar, pünktlich und tatsächlich meist schmerzfrei. Und dann von heute auf morgen nichts mehr. Bilderbuchblutungen würde ich sagen. Viel Aufmerksamkeit habe ich dem nie beigemessen. War halt so, ist halt so und irgendwie muss man sich damit arrangieren. In diesem Buch schauen wir nicht nur auf das Menstruationsblut, auch andere Herzblut-Angelegenheiten korrespondieren mit dem Titel. 15 verschiedene Autorinnen, von denen mir einige schon bekannt waren haben in dieser Anthologie dem Zyklus auch im übertragenen Sinne Raum gegeben. Herausgekommen sind dabei sehr unterschiedliche Geschichten. Von poetisch bis pragmatisch, von flüssig bis fest. Die einen leiden. Die anderen feiern es. Den meisten Geschichten ist eins gemeinsam: Die Erzählerinnen machen vieles mit sich aus. Verstecken es vielleicht sogar. Es wird deutlich, dass etwas sehr normales, immer einen anrüchigen Beigeschmack bekommt, nur weil Männer keine Ahnung davon haben. „Das Leben der Frauen ist ein Leben zweiter Klasse, das Blut der Frauen ist ein Blut zweiter Klasse. Das Blut, dass uns interessiert, fließt auf Schlachtfeldern und aus den Schürfwunden von Fußballer Knien… Wir schreiben eure Minderwertigkeit in euch ein, mit eurem eigenen Blut. In eure Leistungsfähigkeit, in euren Marktwert, in euer Selbstbild.“ dieses Zitat aus dem Beitrag von Gertraud Klemm, hat mich sehr zur Reflexion angeregt. Das ist aber nicht die einzige Textstelle, die mich gepackt hat. Das Werk ist so abwechslungsreich und bereichernd, dass ich es euch gerne empfehle. Wünschenswert wäre natürlich, wenn auch heteronormative Männer dieses Buch lesen, wobei das sicherlich selten der Fall sein wird. Mich hat vor allem die stilistische Vielfalt sehr angesprochen – jedes Kapitel eine neue Überraschung.

4.5

Fühl mich sehr verbunden jetzt.

Was wirklich lustig ist, weil sonst bereitet mir mein bluten ja wenig Freude. Aber dass jede Frau eine Geschichte zu erzählen hat, die teilweise dramatisch, teilweise unterhaltsam ist, gibt mir schon ein ordentliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich liebe auch die Diversität der Autorinnen, sowohl im Background als auch im Alter.

Fühl mich sehr verbunden jetzt.

Die Anthologie „bluten“ versammelt fünfzehn Stimmen, die sich dem Thema „Bluten“ auf sehr unterschiedliche Weise nähern. Herausgegeben von Stefanie Jakisch und Magdalena Stammler, vereint der Band literarische Texte von Milena Michiko Flašar, Lisa-Viktoria Niederberger, Margit Schreiner, Chantal-Fleur Sandjon, Lydia Mittermayr, Barbara Rieger, Yasmin Hafedh a.k.a. YASMO, Magdalena Stammler, Gertraud Klemm, Jacinta Nandi, Elif Duygu, Johanna Linimayr, Julya Rabinowich, Lydia Haider und Romina Pleschko. „bluten“ hat mich direkt gepackt, weil es ein Thema aufgreift, das so alltäglich und gleichzeitig so unsichtbar ist. 15 Autorinnen schreiben darüber, was es heißt zu bluten – körperlich, seelisch, gesellschaftlich. Schon beim Aufschlagen wird deutlich: „bluten“ ist nicht auf die Menstruation zu reduzieren. Blut wird hier als Metapher und Realität verhandelt – es geht um das zyklische Warten und Erleichtert-Sein, um Kinderwunsch, um Schwangerschaft und Geburt, um Abtreibung, Gewalt, Krankheit, Menopause und um die alltäglichen Verletzungen, die Frauen und queere Personen in einer patriarchalen Gesellschaft erfahren. Das „Bluten“ ist körperlich und existenziell, privat und politisch. Was mich so bewegt hat, ist die Vielfalt der Stimmen. Manche Texte sind zart und poetisch, andere wütend, sperrig oder ironisch. Ich habe beim Lesen gelächelt, geschluckt, manchmal sogar Sätze zweimal gelesen, weil sie so tief getroffen haben. Nicht jede Geschichte war „meine“, aber genau das macht die Anthologie so spannend: sie zeigt, dass Bluten viele Gesichter hat und keine Erfahrung universell ist. Für mich ist „bluten“ keine Anthologie, die man „mal eben“ durchliest. Es ist ein Buch, in das man eintaucht, wieder herauskommt, nachdenkt und später erneut aufschlägt. Manche Texte brennen sofort, andere entfalten ihre Wirkung erst mit der Zeit. Aber alle zusammen schaffen sie etwas Seltenes: Sie zeigen, wie sehr das Thema Blut – und alles, was daran hängt – im Alltag präsent ist, und wie selten es offen literarisch oder gesellschaftlich verhandelt wird. Sie geben dem Unsagbaren Sprache, machen Tabus sichtbar und eröffnen Räume für Reflexion und Diskussion. „bluten“ ist roh, ehrlich, unbequem und gleichzeitig verbindend. Es hat mich wütend gemacht, traurig, manchmal auch erleichtert – und mir das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Ein Buch, das ich nicht einfach gelesen, sondern verarbeitet habe. Eine ganz klare Leseempfehlung!

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3

„Mädchen zu sein heißt, Frau zu werden. Frau zu sein heißt, all das zu ertragen.“

—————————————————————————— Dieses Buch fällt mir so schwer zu beurteilen, vielleicht sind Kurzgeschichten auch einfach nicht mein Ding? Die Autorinnen hatten keine Vorgaben außer dem Titel des Buches. Herausgekommen sind 15 Kurzgeschichten, die auf unterschiedliche Weise das Thema „bluten“ als Frau aufgreifen und interpretieren, sodass trotzdem ein zusammenpassendes Werk entsteht. Einige der Texte fand ich unglaublich gut, da hätte ich am liebsten ein ganzes Buch zu gelesen, bei anderen war ich wiederum froh, dass es sich um eine Kurzgeschichte handelt. Insgesamt aber eine spannende Sammlung, die definitiv lesenswert für Fans von Kurzgeschichten ist, für mich persönlich jedoch kein must read.

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