Blöße
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Elvira Steppacher schreibt Romane, Lyrik und Essays. Blöße ist ihr zweiter Roman und wurde vom Deutschen Literaturfonds mit einem Jahresstipendium gefördert. Ihr Debüt Von Fall zu Fall. Ein Stundenheft erschien 2022 im Braumüller Verlag. Ein Auszug ihres Stundenheftes gewann den internationalen Literaturpreis der Ärztekammer Wien (2021). Elvira Steppacher lebt und arbeitet in München.
Beiträge
"Haut: innerster Teil der Seele an ihrem äußersten Rand? " Nicht zufällig beginnt der Künstlerinnen-Roman am 3. März 2033, dem Welttag des Artenschutzes. Überhaupt ist nichts in diesem Buch zufällig, auch nicht der Name der Hauptprotagonistin Sibylle Kinning, S. Kinning, skinning - Häutung. Ein Roman gegen Tierleid und Artenschwund. Und ich weiß nicht, ob ich mit meiner Rezension diesem Roman auch nur ansatzweise gerecht werden kann, denn er ist unglaublich komplex, intellektuell, lyrisch, poetisch, politisch, futuristisch und er legt den Finger in so viele Wunden. Ein Buch über Taxidermie, was ist das? Die Kunst der Tierpräparation, ein Künstlerinnenbuch. "Tag eins: Das Rupfen der Federn beginnt bei Nacht. Tag zwei: Auf der Einstreu wogt smaragdgrün die See. Tag drei: Ein Gast nimmt ein Bad, es ist der Tod." Geschrieben ist das Buch in Form von Briefen an die Kunstfreundin und bereichert durch Tagebucheinträge die die Geschichte tragen. Wie funktioniert Taxidermie und was ist so faszinierend daran. Wir erfahren unglaublich viel geschichtliches zu diesem Thema. Wahre Berichte, die ich, samt Fotos, im Internet wiederfinden konnte. Z. B. die unglaublich traurige Geschichte von Bobby, dem Gorilla, der 1928 im Alter von 2 Jahren in den Berliner Zoo kam und nur 7 Jahre später starb. Verschiedene Interpretationen seiner Autopsie können eines nicht verbergen, er war völlig übergewichtig in Folge seiner Käfighaltung und ist auch daran verendet. Gilt die Daseinsberechtigung im Namen der Arterhaltung von Zoos heutzutage noch ung galt sie jemals? Ich habe zu viele unglückliche Tiere im Zoo gesehen um daran wirklich zu glauben. Sibylle kämpft zusammen mit Moira gegen ein weiteres dunkles Kapitel der Menschheit, den Tierversuchen. Diese hatten zweifellos partiell ihren Nutzen, aber in diesem Ausmaß? Sibylle präpariert getötete Versuchstiere um gemeinsam mit Moira eine wandernde Ausstellung in einem Truck zu machen und zu mahnen. "Viel zu leichtfertig tragen wir wehrlosen Geschöpfen Qualen auf. Dabei bleibt der Erkenntnistransfer oft genug fraglich. " Ich glaube, wer sich bis hierher durch meinen Beitrag gelesen hat, wird nicht umhin kommen, das Buch selbst zu lesen, denn es steckt noch so unglaublich viel mehr darin.

»Immer, wenn Menschen sich der Tiere annehmen, ginge das für die Tiere übel aus.«
Am 03. März 2033 beginnt die Protagonistin Sibylle einen Brief an eine Galeristin und ehemalige Unterstützerin, indem sie Rechenschaft über ihr bisheriges Leben als Präparatorin und Künstlerin ablegt. Dieser Brief erstreckt sich passagenweise über das gesamt Buch hinweg und wird durch Tagebucheinträge, insbesondere von Betrachtungen besonderer Exponate, erweitert. Als Sibylle 1983 beginnt, die Kunst der Tierpräparation zu erlernen, ist sie fasziniert und als Leser*in wird man schnell in den Bann dieses außergewöhnlichen Handwerks zwischen Tod, Kunst, Natur und Faszination gezogen. Kurze Zeit später begegnet sie Bea, von ihr Moira genannt, die sich als Aktivistin für das Leid der Tiere einsetzt und darauf öffentlich aufmerksam machen will. Auch wenn beide andere Ansichten haben, denkt Sibylle ständig an Moira und beide nähern sich an. Insbesondere ein Erlebnis schweißt sie ganz früh zusammen: Sibylle muss für ihren Unterricht eigenständig ein Tier töten und ausgerechnet Moira ist ihr dabei behilflich. Eine explosive Kombi, die dennoch harmoniert, bis ein Geheimnis zwischen sie gerät… Letztlich besteht der Roman aus vielschichtigen Ebenen – lyrisch, erzählend und informierend – und grenzt sich deutlich von populäreren Romanen ab. Allen, die sich darauf einlassen, wird eine ganz besondere, einzigartige Lektüre geschenkt, welche die Grenzen des moralisch-ethischen Umgangs mit Tieren auslotet und zugleich eine denkwürdige Hommage an die Kunst der Tierpräparation, ausgerottete Tierarten sowie naturkundlichen Museen ist. Ganz nebenbei streut die Autorin Wissen über dieses Berufsfeld, sodass man nicht nur einen tollen Roman liest, sondern dabei auch einiges mitnimmt. Dieses Buch ist ganz gleich wie die Tierpräparation – ein komplexes und einzigartiges Kunstwerk für sich! Im Hintergrund sieht man übrigens das Naturkundemuseum Bamberg, welches u.a. in dem Buch mit einigen Exponate Erwähnung findet.

Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Elvira Steppacher schreibt Romane, Lyrik und Essays. Blöße ist ihr zweiter Roman und wurde vom Deutschen Literaturfonds mit einem Jahresstipendium gefördert. Ihr Debüt Von Fall zu Fall. Ein Stundenheft erschien 2022 im Braumüller Verlag. Ein Auszug ihres Stundenheftes gewann den internationalen Literaturpreis der Ärztekammer Wien (2021). Elvira Steppacher lebt und arbeitet in München.
Beiträge
"Haut: innerster Teil der Seele an ihrem äußersten Rand? " Nicht zufällig beginnt der Künstlerinnen-Roman am 3. März 2033, dem Welttag des Artenschutzes. Überhaupt ist nichts in diesem Buch zufällig, auch nicht der Name der Hauptprotagonistin Sibylle Kinning, S. Kinning, skinning - Häutung. Ein Roman gegen Tierleid und Artenschwund. Und ich weiß nicht, ob ich mit meiner Rezension diesem Roman auch nur ansatzweise gerecht werden kann, denn er ist unglaublich komplex, intellektuell, lyrisch, poetisch, politisch, futuristisch und er legt den Finger in so viele Wunden. Ein Buch über Taxidermie, was ist das? Die Kunst der Tierpräparation, ein Künstlerinnenbuch. "Tag eins: Das Rupfen der Federn beginnt bei Nacht. Tag zwei: Auf der Einstreu wogt smaragdgrün die See. Tag drei: Ein Gast nimmt ein Bad, es ist der Tod." Geschrieben ist das Buch in Form von Briefen an die Kunstfreundin und bereichert durch Tagebucheinträge die die Geschichte tragen. Wie funktioniert Taxidermie und was ist so faszinierend daran. Wir erfahren unglaublich viel geschichtliches zu diesem Thema. Wahre Berichte, die ich, samt Fotos, im Internet wiederfinden konnte. Z. B. die unglaublich traurige Geschichte von Bobby, dem Gorilla, der 1928 im Alter von 2 Jahren in den Berliner Zoo kam und nur 7 Jahre später starb. Verschiedene Interpretationen seiner Autopsie können eines nicht verbergen, er war völlig übergewichtig in Folge seiner Käfighaltung und ist auch daran verendet. Gilt die Daseinsberechtigung im Namen der Arterhaltung von Zoos heutzutage noch ung galt sie jemals? Ich habe zu viele unglückliche Tiere im Zoo gesehen um daran wirklich zu glauben. Sibylle kämpft zusammen mit Moira gegen ein weiteres dunkles Kapitel der Menschheit, den Tierversuchen. Diese hatten zweifellos partiell ihren Nutzen, aber in diesem Ausmaß? Sibylle präpariert getötete Versuchstiere um gemeinsam mit Moira eine wandernde Ausstellung in einem Truck zu machen und zu mahnen. "Viel zu leichtfertig tragen wir wehrlosen Geschöpfen Qualen auf. Dabei bleibt der Erkenntnistransfer oft genug fraglich. " Ich glaube, wer sich bis hierher durch meinen Beitrag gelesen hat, wird nicht umhin kommen, das Buch selbst zu lesen, denn es steckt noch so unglaublich viel mehr darin.

»Immer, wenn Menschen sich der Tiere annehmen, ginge das für die Tiere übel aus.«
Am 03. März 2033 beginnt die Protagonistin Sibylle einen Brief an eine Galeristin und ehemalige Unterstützerin, indem sie Rechenschaft über ihr bisheriges Leben als Präparatorin und Künstlerin ablegt. Dieser Brief erstreckt sich passagenweise über das gesamt Buch hinweg und wird durch Tagebucheinträge, insbesondere von Betrachtungen besonderer Exponate, erweitert. Als Sibylle 1983 beginnt, die Kunst der Tierpräparation zu erlernen, ist sie fasziniert und als Leser*in wird man schnell in den Bann dieses außergewöhnlichen Handwerks zwischen Tod, Kunst, Natur und Faszination gezogen. Kurze Zeit später begegnet sie Bea, von ihr Moira genannt, die sich als Aktivistin für das Leid der Tiere einsetzt und darauf öffentlich aufmerksam machen will. Auch wenn beide andere Ansichten haben, denkt Sibylle ständig an Moira und beide nähern sich an. Insbesondere ein Erlebnis schweißt sie ganz früh zusammen: Sibylle muss für ihren Unterricht eigenständig ein Tier töten und ausgerechnet Moira ist ihr dabei behilflich. Eine explosive Kombi, die dennoch harmoniert, bis ein Geheimnis zwischen sie gerät… Letztlich besteht der Roman aus vielschichtigen Ebenen – lyrisch, erzählend und informierend – und grenzt sich deutlich von populäreren Romanen ab. Allen, die sich darauf einlassen, wird eine ganz besondere, einzigartige Lektüre geschenkt, welche die Grenzen des moralisch-ethischen Umgangs mit Tieren auslotet und zugleich eine denkwürdige Hommage an die Kunst der Tierpräparation, ausgerottete Tierarten sowie naturkundlichen Museen ist. Ganz nebenbei streut die Autorin Wissen über dieses Berufsfeld, sodass man nicht nur einen tollen Roman liest, sondern dabei auch einiges mitnimmt. Dieses Buch ist ganz gleich wie die Tierpräparation – ein komplexes und einzigartiges Kunstwerk für sich! Im Hintergrund sieht man übrigens das Naturkundemuseum Bamberg, welches u.a. in dem Buch mit einigen Exponate Erwähnung findet.







