Bevor ich es vergesse
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Beschreibung
»Die Reusen einholen« - das wären die Worte ihres Vaters gewesen, denkt Anne, als sie im Krankenhaus von Poissy steht und mit ihrem Bruder die Habseligkeiten des Verstorbenen zusammenpackt. Während sie sich um die Formalitäten kümmert, die Beerdigung organisiert, das Elternhaus ausräumt, muss sie sich den widersprüchlichen Gefühlen stellen, die sie mit ihrem Vater verbindet. Diesem zwiespältigen und scheinbar unbezwingbaren Mann, der aus einfachen Verhältnissen kam, ein Autodidakt war, auf seine Art ein Punk, ein leidenschaftlicher Anhänger orientalischer Philosophien, aber auch ein Alkoholiker und gewalttätiger Mann, der seine Familie in einen ständigen »Bürgerkrieg« verwickelt hat. Erst als ein Brief von einer Jugendfreundin des Vaters eintrifft, beginnt sie zu verstehen, wie zerbrechlich sein Leben in Wahrheit war.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Anne Pauly wurde 1974 geboren. Ihr Debüt »Bevor ich es vergesse« war für alle wichtigen literarischen Preise in Frankreich nominiert und wurde mit dem Prix Inter als »Bestes Buch des Jahres« ausgezeichnet. An den Münchner Kammerspielen brachte Wiebke Puls 2025/26 den Roman als Solo-Stück auf die Bühne.
Beiträge
Lernen von den Fesseln der Vergangenheit loszulassen.
„Eine warmherzige Vater-Tochter-Geschichte über das Abschiednehmen und den Versuch einer späten Versöhnung.“ Ich habe eine Weile gebraucht um mich an den Schreibstil zu gewöhnen, bin aber dennoch in einem Stück durch das ganze Buch gekommen. Das Buch beinhaltet keine Kapitel, aber nur so spürt man am besten wie die Protagonistin Stück für Stück in einem fortlaufenden Prozess ihrem Vater verzeiht & über seinen Tod hinwegkommt und mit diesem abschließt. Das Buch war jetzt nichts besonderes aber dennoch emotional & liebevoll. Ich denke, wenn man in einer Lebenssituation ist, wo man selbst trauert und lernen muss von einer Person Abschied zunehmen, kann es einem das Gefühl geben verstanden zu werden.
BEVOR ICH ES VERGESSE Anne Pauly Anne steht mit ihrem Bruder am Krankenhausbett und packt die wenigen Sachen ihres gerade verstorbenen Vaters zusammen. Dabei gehen ihr Tausende Fragen im Kopf herum. Hätte sie sich öfter oder intensiver um ihn kümmern müssen? Ihr Vater war ihr nah. Sie empfand ihn als gerecht, sensibel, als einen nachdenklichen und schweigsamen Mann. Man konnte sich bei ihm sicher fühlen - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als sich die Gewalt und der Alkohol bei ihm einschlichen. Andere sagen, dass sie sich ihren Vater schön redet, dass er es im Leben übertrieben hätte, dass er nicht immer gut war. Ja, das stimmt, aber zwischen seinen Besäufnissen nahm er sie in den Arm. Anne organisiert die Beerdigung und versucht das Haus ihres verstorbenen Vaters auszuräumen, dabei muss sie sich ihren Gefühlen stellen. Viele Dinge, die sie bereits vergessen glaubte, kommen zurück in ihr Bewusstsein. Schöne Lebenssituation, aber auch Begebenheiten, die besser verborgen geblieben wären. Es ist eine Geschichte über Trauer und deren Bewältigung. Ich durfte das Buch lesen und hören und möchte direkt vorab die ganz wunderbare und passende Stimme von Wiebke Puls erwähnen. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr, nur selten war er mir zu minutiös. Ich hatte mit Rückblicken in das Leben ihres Vaters gerechnet - einem Potpourri aus bunten Geschichten und Erinnerungen. Das ich mit Anne gemeinsam eine Beerdigung organisieren, an dem ausführlichen Gottesdienst für ihren Vater teilnehmen und im Anschluss mit ihr ein ganzes Haus entrümpeln würde, war mir vorher nicht bewusst. Mein Fehler - vielleicht sollte ich endlich beginnen, mehr als nur die ersten zwei Sätze der Buchbeschreibung zu lesen. Doch nur weil ich falsche Erwartungen hatte und der Inhalt des Buches nicht zu einhundert Prozent meins war, heißt es nicht, dass dies ein schlechtes Buch ist und deshalb gebe ich gerne eine Leseempfehlung für alle, die Trauergeschichten mögen.

"Von einer geliebten Person, die uns verlässt, bleibt eine feine, immaterielle Substanz: eine Abwesenheit, die man wie eine Anwesenheit empfinden kann, welche von nun an nichts mehr zu trüben vermag. Doch das mindert nicht den Schmerz, den man bewältigen muss, um seinen eigenen Weg weiterzugehen." Ein Abschied zwischen Tochter und Vater wird zu einer warmen und authentischen Vater-Tochter-Geschichte über Liebe, Wut, Schmerz, Schuldgefühle, Trauer und Versöhnung, die mich in ihrer Echtheit in meinen persönlichen Verbindungs- und Trauermomenten berühren konnte. Anne Pauly hat auf wunderbare Weise, zarte und echte Worte für eine Vater-Tochter-Geschichte gewählt, die Leser:innen ein Mitschwingen in den Empfindungen der Protagonistin ermöglichen. Ein schönes Werk über Eltern-Kind-Verbindungen und das Abschiednehmen.
Beschreibung
»Die Reusen einholen« - das wären die Worte ihres Vaters gewesen, denkt Anne, als sie im Krankenhaus von Poissy steht und mit ihrem Bruder die Habseligkeiten des Verstorbenen zusammenpackt. Während sie sich um die Formalitäten kümmert, die Beerdigung organisiert, das Elternhaus ausräumt, muss sie sich den widersprüchlichen Gefühlen stellen, die sie mit ihrem Vater verbindet. Diesem zwiespältigen und scheinbar unbezwingbaren Mann, der aus einfachen Verhältnissen kam, ein Autodidakt war, auf seine Art ein Punk, ein leidenschaftlicher Anhänger orientalischer Philosophien, aber auch ein Alkoholiker und gewalttätiger Mann, der seine Familie in einen ständigen »Bürgerkrieg« verwickelt hat. Erst als ein Brief von einer Jugendfreundin des Vaters eintrifft, beginnt sie zu verstehen, wie zerbrechlich sein Leben in Wahrheit war.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Anne Pauly wurde 1974 geboren. Ihr Debüt »Bevor ich es vergesse« war für alle wichtigen literarischen Preise in Frankreich nominiert und wurde mit dem Prix Inter als »Bestes Buch des Jahres« ausgezeichnet. An den Münchner Kammerspielen brachte Wiebke Puls 2025/26 den Roman als Solo-Stück auf die Bühne.
Beiträge
Lernen von den Fesseln der Vergangenheit loszulassen.
„Eine warmherzige Vater-Tochter-Geschichte über das Abschiednehmen und den Versuch einer späten Versöhnung.“ Ich habe eine Weile gebraucht um mich an den Schreibstil zu gewöhnen, bin aber dennoch in einem Stück durch das ganze Buch gekommen. Das Buch beinhaltet keine Kapitel, aber nur so spürt man am besten wie die Protagonistin Stück für Stück in einem fortlaufenden Prozess ihrem Vater verzeiht & über seinen Tod hinwegkommt und mit diesem abschließt. Das Buch war jetzt nichts besonderes aber dennoch emotional & liebevoll. Ich denke, wenn man in einer Lebenssituation ist, wo man selbst trauert und lernen muss von einer Person Abschied zunehmen, kann es einem das Gefühl geben verstanden zu werden.
BEVOR ICH ES VERGESSE Anne Pauly Anne steht mit ihrem Bruder am Krankenhausbett und packt die wenigen Sachen ihres gerade verstorbenen Vaters zusammen. Dabei gehen ihr Tausende Fragen im Kopf herum. Hätte sie sich öfter oder intensiver um ihn kümmern müssen? Ihr Vater war ihr nah. Sie empfand ihn als gerecht, sensibel, als einen nachdenklichen und schweigsamen Mann. Man konnte sich bei ihm sicher fühlen - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als sich die Gewalt und der Alkohol bei ihm einschlichen. Andere sagen, dass sie sich ihren Vater schön redet, dass er es im Leben übertrieben hätte, dass er nicht immer gut war. Ja, das stimmt, aber zwischen seinen Besäufnissen nahm er sie in den Arm. Anne organisiert die Beerdigung und versucht das Haus ihres verstorbenen Vaters auszuräumen, dabei muss sie sich ihren Gefühlen stellen. Viele Dinge, die sie bereits vergessen glaubte, kommen zurück in ihr Bewusstsein. Schöne Lebenssituation, aber auch Begebenheiten, die besser verborgen geblieben wären. Es ist eine Geschichte über Trauer und deren Bewältigung. Ich durfte das Buch lesen und hören und möchte direkt vorab die ganz wunderbare und passende Stimme von Wiebke Puls erwähnen. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr, nur selten war er mir zu minutiös. Ich hatte mit Rückblicken in das Leben ihres Vaters gerechnet - einem Potpourri aus bunten Geschichten und Erinnerungen. Das ich mit Anne gemeinsam eine Beerdigung organisieren, an dem ausführlichen Gottesdienst für ihren Vater teilnehmen und im Anschluss mit ihr ein ganzes Haus entrümpeln würde, war mir vorher nicht bewusst. Mein Fehler - vielleicht sollte ich endlich beginnen, mehr als nur die ersten zwei Sätze der Buchbeschreibung zu lesen. Doch nur weil ich falsche Erwartungen hatte und der Inhalt des Buches nicht zu einhundert Prozent meins war, heißt es nicht, dass dies ein schlechtes Buch ist und deshalb gebe ich gerne eine Leseempfehlung für alle, die Trauergeschichten mögen.

"Von einer geliebten Person, die uns verlässt, bleibt eine feine, immaterielle Substanz: eine Abwesenheit, die man wie eine Anwesenheit empfinden kann, welche von nun an nichts mehr zu trüben vermag. Doch das mindert nicht den Schmerz, den man bewältigen muss, um seinen eigenen Weg weiterzugehen." Ein Abschied zwischen Tochter und Vater wird zu einer warmen und authentischen Vater-Tochter-Geschichte über Liebe, Wut, Schmerz, Schuldgefühle, Trauer und Versöhnung, die mich in ihrer Echtheit in meinen persönlichen Verbindungs- und Trauermomenten berühren konnte. Anne Pauly hat auf wunderbare Weise, zarte und echte Worte für eine Vater-Tochter-Geschichte gewählt, die Leser:innen ein Mitschwingen in den Empfindungen der Protagonistin ermöglichen. Ein schönes Werk über Eltern-Kind-Verbindungen und das Abschiednehmen.







