Betrunkene Bäume

Betrunkene Bäume

Hardcover
3.530
Sibirien BuchLeidenschaftTodJugend

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Beschreibung

»Ein wunderschöner, ein perfekter Text.«
Klaus Kastberger, Jurymitglied des Bachmann-Preises

»Kraftlos ließ er sich auf die Matratze fallen und legte den Kopf auf das Kissen. Durch die weit geöffneten Fenster drang die warme, duftende Sommerluft und bewegte die Blätter über seinem Kopf. Erich schloss die Augen und lauschte für einige Sekunden dem leisen Knistern, das die Äste an der Tapete erzeugten. Der Stamm reichte bis zur Decke und sorgte dafür, dass die Krone sich fächerförmig ausbreitete.
Erich liebte den Geruch der Pflanzen, er erleichterte ihm den Schlaf. Seit die Nachbarin unter ihm gefragt hatte, ob auch er ein Problem mit feuchten Decken habe, war er noch vorsichtiger geworden. Niemand sollte ihm seinen Wald nehmen. Es war alles, was er noch hatte.«

Erich ist über achtzig und verliert Stück für Stück seine Unabhängigkeit. Außerdem trauert er um die Liebe seines Lebens. Als junger Forscher hatte Erich eine Expedition in die Taiga unternommen. In jener Zeit hat er Schuld auf sich geladen, die bis heute nachwirkt und Erich vereinsamen lässt. Dann jedoch tritt Katharina in sein Leben. Sie ist von zu Hause ausgerissen, als ihr Vater die Familie verlassen hat.

Berührend und poetisch beschreibt Ada Dorian die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die um Schuld und Verrat, um Heimat und Entwurzelung kreist.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
272
Preis
18.50 €

Autorenbeschreibung

Ada Dorian, geboren 1981, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie. Sie forschte in Osnabrück über Erich Maria Remarque, wo sie nach langem Aufenthalt in Hamburg lebt. Sie gewann den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg 2009, ist Trägerin des Literaturstipendiums des Landes Niedersachsen 2016 und war nominiert für den Ingeborg-Bachmann-Preis 2016.

Beiträge

10
Alle
4

Bisschen verwirrend am Anfang aber echt super gut geschrieben

4.5

Eine leise vor sich hinplätschernde Geschichte, die mit wenig Worten viel erzählt. Hat mir gut gefallen.

4

Menschliche, einfühlsame fesselnde Geschichte

Anfangs habe ich eine andere Handlung erwartet und stets darauf gewartet, dass sie eintritt. (meine Schuld) Trotzdem sehr wertvolles Buch.

4.5

Betrunkene Bäume* Ada Dorian Dieser Debütroman von Ada Dorian war 2016 für den Ingeborg Bachmann Preis nominiert und handelt von Erich und Katharina, deren Verwurzelung im Leben ins Schwanken gerät. Angelehnt daran bezieht sich der Titel auf „betrunkene“ Bäume, welche in der Taiga zu finden sind. Diese Bäume beginnen zu schwanken, wenn der Boden zu sehr auftaut und mit ihrem ungleichmäßigen Wachstum versuchen sie mehr Halt zu finden und das Ungleichgewicht auszugleichen. (Bild 3) Eine schöne Parallele, denn auch die die beiden Protagonisten des Romanes, der über 80 Jahre alte Erich und die 17-jährige Katharina geraten innerhalb ihrer jeweiligen Lebenssituation in eine Schieflage. Erich verliert aufgrund seines Alters Stück für Stück seine Unabhängigkeit. Als junger Forscher hatte Erich eine Expedition in die Taiga unternommen, die im Verlauf des Buches immer wieder thematisiert wird. Katharina ist von zu Hause ausgerissen, als ihr Vater die Familie verlassen hat und nach Russland gegangen ist. Russland wird im Verlauf des Buches zum generationenübergreifenden Bindeglied zwischen den beiden Protagonisten. In die „betrunkenen Bäume“ wurde mir die Unumkehrbarkeit des Alterns sehr deutlich. Mir wurde das Herz ganz schwer, als ich las, wie Erich sich beispielsweise damit abfindet, dass er nach seinem Unfall kein neues Auto mehr wird kaufen können. Erich entrückt der Welt langsam, die Zeit vergeht schneller und die Erinnerung wird lückenhaft. Die Unumkehrbarkeit des Älterwerdens ließ mich beim Lesen immer wieder sentimental werden. Wie schön wäre es, wenn wir unser Leben an den passenden Stellen in Zeitlupe laufen lassen könnten. Dem Endspurt in Erichs Leben steht Katharinas holpriger Start in ihr Erwachsensein entgegen, was dazu führt, dass die von mir empfundene Sentimentalität nicht überhand nahm. Ein wirklich lesenswertes Buch. 4,5 von 5 ⭐️

5

Seit langem mal wieder ein Roman der mich gepackt hat. So eine schöne Geschichte! Man muss Erich einfach mögen. Es ist so herzlich zu sehen, welchen Einfluss er für Katjarinas Leben nimmt. Eine wunderschöne Lebensgeschichte mit besonderen Verknüpfungen. 🫶🏼

5

Ein wahnsinniges emotionales, berührendes und tolles Buch, welches ich nur absolut weiterempfehlen kann!

3

Stichworte Gegenwartsroman, Russland, Sibirien, Familie, Schuld, Handlung 3 interessant, jedoch zu sprunghaft, nicht tief genug, zu viele Themen Sprache 5 schön, gehoben, teilw. poetisch Charaktere 3 teilw. zu oberflächlich, zu unglaubwürdig Ende 2 zu abrupt. lässt zu viel Interpretation-sspielraum Hörbuch 3 toller Sprecher, angenhme Sprechweise, Perspektivenwechsel öfters unklar Gesamtwertung: 3,2 / 5 Fazit: Von diesem Buch hatte ich mir sehr viel versprochen, insbesondere, da es für den Bachmannpreis 2016 nominert war. Im großen und ganzen ist die Idee sehr spannend und interessant. Erich, Wissenschaftler und Naturliebhaber, kann auch mit seinen 80 Jahren nicht von den Bäumen lassen, die unkontrolliert in seinem Wohnzimmer wachsen, wovon aber nur die junge Katharina weiß. Erich ist ein vielschichter Charakter. Leider wird mir seine Geschichte zu sprunghaft und zu oberflächlich erzählt. Viele Zusammenhänge werden wirklich erst ganz zum Schluss zusammengefügt, manches muss man sich tatsächlich immer noch selber denken. Die tiefe Freundschaft zwischen dem jungen Erich und Wolodja, seinem Führer in Sibirien, hat sich mir nicht erschlossen. Sie wechseln kaum ein Wort. Ihre Freundschaft erscheint mir so kühl und karg wie die Landschaft selbst. Was genau passiert ist, um welche Schuld und wie genau sie zustande gekommen war, wird ebenfalls nur zwischen den Zeilen erzählt. Zu Katharina hatte ich aber so gar keinen Zugang. Ihr Denken und Handeln war für mich nicht ganz nachvollziehbar. Der Hintergrund, den die Autorin ihr angedichtet hat, war mir zu viel, zu abgehoben. Teile ihrer Geschichte empfand ich als überflüssig, andere Teile zu Erich und seiner großen Liebe wiederum viel zu kurz. Dieses Liebe – Schuld – Familienzerwürfnis konnte ich aufgrund der Geschichte, wie sie erzählt wurde, nicht greifen. Sehr, sehr schade, dass sich die Autorin nicht mehr Zeit und Seiten für das eigentlich tolle Buch genommen hat. Damit hätte sie viele Lücken füllen und manche Kapitel so verbinden können. Doch so endet dieses sprachlich besondere und poetische Buch ganz aprupt und unausgegoren, sodass ich mich gefragt hatte, ob dem Hörbuch womöglich ein paar Minuten fehlen würden. Ich kann nur bedingt eine Empfehlung aussprechen.

3.5

Manche Fehler kann man ändern, manchmal ist es zu spät.

Zwei Lebensgeschichten, die etwas gemeinsam haben. Fehler, die gemacht wurden. Manchmal kann man noch etwas ändern, umkehren. Manchmal aber ist es zu spät! Ein gutes Buch, das ich gern gelesen habe. Dennoch gibt es andere Bücher, die mich mehr bewegt haben.

Manche Fehler kann man ändern, manchmal ist es zu spät.
2

Die Idee war gut, die Umsetzung so la la Das (Hör)Buch: Erich, ein alter Mann, möchte es einfach nicht akzeptieren, in ein Seniorenheim zu gehen. Er möchte einfach weiter in seiner Wohnung leben und nebenher seinem jungen Kollegen in Sibirien Tipps und Hinweise bei den Bäumen geben. Doch davon weiß seine Tochter nichts. Die beiden haben ein zerrüttetes Verhältnis. Die Mutter trennte sich von Erich, als er nicht wieder mit nach Russland wollte. Und Erich erinnert sich an all die Dinge, Fehler und den Ausflug in die einsame Taiga. Zusammen mit der Nachbarin Katharina begibt sich Erich auf die Suche nach der Vergangenheit und Personen in Russland. Das Fazit: Nun ja. Es klang so schön: ein ominöses Geschehen in der Vergangenheit führt nun im Alter zu schweren Gewissensbissen. Aufarbeitung und Rätsel, was nun wirklich passierte, halten den Leser bei Laune. Hier leider nicht. Erzählt wird in einigen Erzählsträngen: Erich (jung und alt), Katharina und Wolodja. Und mit diesem startet auch das Buch. Und gibt so einen Einstieg vor, was das Buch nicht halten kann: er ist mysteriös. Warum er unbedingt den Job als Führer von Erich durch die Taiga annimmt, wird später noch erzählt. Leider viel zu kurz. Und so bleibt Wolodja durchgängig nur am Rande präsent. Und man dachte wirklich bis zum Schluss, dass Wolodja der Schlüssel der Geschichte wäre. Ist er nicht. Punkt. Absolut kein Spoiler. Aber auch die Charaktere Erich und Katharina bleiben durchgängig blass. Katharina kann man absolut nicht verstehen. Auch ihre ganze Rolle in der Geschichte bleibt ein Rätsel. Natürlich sucht sie ihren Vater. Aber so wirklich Aktion nimmt auch sie nicht auf. Sie ist eigentlich nur ein verständnisvoller Gesprächspartner für Erich. Dieser ist stur und grummelig. Dass er in seiner Wohnung wohnen bleiben möchte, ist nachvollziehbar. Aber ihm bedrücken die Fehler aus der Vergangenheit. Dieses scheinen anfangs sehr, sehr groß. Im weiteren Verlauf des Buches lösen sich diese Fehler langsam auf. Auch im Zusammenhang mit Wolodja. Aber so ein Knaller kommt da nicht. Eigentlich lagen die Fehler eher in mangelnder Kommunikation. Es ist und bleibt ein Roman mit viel heißer Luft. Ich weiß nicht, ob ein paar Seiten mehr unbedingt mehr Tiefe bei den Charakteren gegeben hätten. Man merkt, dass die Autorin einige gute Ideen hatte. Aber wohl nicht wusste, wie sie diese alle unter einem Hut bringen konnte. Viele Zeitsprünge und Wiederholungen von Sätzen und flache Charaktere machen die Story einfach nur langweilig. Das Hörbuch wurde von Adam Nümm gesprochen. Seine nüchterne Art passt durchaus zu Erich und dem Buch. Leider kann auch ein guter Erzähler aus einem öden Buch kein Buchhighlight machen. Zusammenfassend ist es ein Buch, was mir nicht in den Ohren hängen blieb. Leider wurden hier zu viele Ideen zu einfach abgearbeitet. Aber manche werden dieses Buch wohl doch mögen. https://booksoftination.wordpress.com/2017/05/03/ada-dorian-betrunkene-baeume/

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