Akten des Missbrauchs
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Marcus Bensmann nimmt sich Zeit, redet mit den Menschen, hört zu, findet Quellen und Zeugen und öffnet einen anderen Blick. Seit 2014 arbeitet er als Senior-Reporter für CORRECTIV und hat unter anderem zum Abschuss des Flugs MH-17, zur Finanzierung der AfD und zu gepanschten Krebsmitteln aus der Alten Apotheke recherchiert. Wenn er sich nicht mit Russland, der AfD oder dem Papst beschäftigt, hört er gern Opern und spielt Schach.
Beiträge
Das investigative Sachbuch von Marcus Bensmann und Anna Kassin beleuchtet systematischen sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche und die jahrzehntelange Vertuschung durch kirchliche Strukturen. Ausgangspunkt der Recherche ist ein einzelner Fall eines Betroffenen, der Jahrzehnte nach dem erlittenen Missbrauch seinem Täter gegenübersteht. Aus dieser persönlichen Geschichte entwickelt sich eine internationale investigative Spurensuche. Die Journalisten stoßen auf ein weitreichendes Netzwerk aus Dokumenten, Briefen und internen Berichten, die bis in den Vatikan führen. Immer wieder zeigt sich ein ähnliches Muster: Vorwürfe gegen Priester werden gemeldet, Berichte erstellt und nach Rom geschickt – doch echte Konsequenzen bleiben häufig aus oder werden hinausgezögert. Statt Aufklärung steht vielerorts der Schutz der Institution im Vordergrund. Ein erschütterndes, aber enorm wichtiges Buch. Die Recherche ist hervorragend aufbereitet und zeigt, wie investigativer Journalismus gesellschaftliche Missstände sichtbar machen kann. Besonders beeindruckend ist, dass die Arbeit nicht beim Buch endet: Die Geschichte wurde filmisch dokumentiert, es gab Theater-Inszenierungen, und Petitionen sowie öffentliche Diskussionen, die zusätzlichen Druck für Aufklärung erzeugen. Diese Verbindung aus Journalismus, Kultur und Aktivismus macht das Projekt außergewöhnlich. Es zeigt, wie Geschichten von Betroffenen gehört werden können und wie Öffentlichkeit entsteht, die Veränderungen anstößt. Ein mutiges Buch, das Missstände klar benennt und gleichzeitig zeigt, wie wichtig Aufarbeitung und gesellschaftliches Engagement sind.
»Die Kirche muss ihre Archive freigeben. Sie muss Fehler und Versagen eingestehen.«
Von Missbrauch seitens Geistlichen hört man immer wieder und dieser ist – leider – nichts Neues. Neu ist jedoch das Ausmaß von Missbrauchsopfern, Tätern und dem System, welches Letztere rigoros geschützt hat und immer noch schützt. Dabei hatte der ehemalige Papst Benedikt XVI., der öffentlich für eine Aufklärung stand, eine große Verantwortung. Joseph Ratzinger war von 1981 bis zu seiner Ernennung als Papst im Jahr 2005 Präfekt der Glaubenskongregation in Rom. Somit erreichten ihn unzähligen Briefe von Kirchlichen aus der ganzen Welt, die sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester schilderten. Er war in der Verantwortung die geschilderten Fälle ernst zu nehmen und genau das tat er – nicht! Er versetzte Pfarrer in andere Bistümer, wo sie dennoch wieder Umgang mit Kindern hatten, ordnete das Trinken von Traubensaft anstelle von Wein an, um damit das System der Vertuschung und des Schweigens – wofür die Kirche seither steht – aufrecht zu erhalten. Die Opfer – Kinder(!) – zählten, nicht nur für ihn, weniger als die Priester, deren Würde, Ansehen und Glaubhaftigkeit es viel mehr zu schützen galt. In solchen Fällen spielt die Kirche auf Zeit. Gleichfalls bei der Aufarbeitung der Schuld des ehemaligen Papstes. Denn immer noch wird seine Verantwortung klein gehalten. Dabei wurde eine transparente Aufarbeitung versprochen. Ebenso ging man auch beim Fall Peter H. vor. Dieser Priester missbrauchte nachweislich ab 1973 bis mindestens 2008 Kinder. Die Kirche – auch Ratzinger – wusste davon und versetzte H. aufgrund der Tatsache in mehrere andere Bistümer. So konnte er seine Vergehen fortsetzen. Dabei haben viele die Taten von H. begünstigt und einige, wie der Weihbischof von Soden-Fraunhofen – der ihn beaufsichtigen sollte – aktiv geschützt und vor Gerüchten beschützt. Im Jahr 2000 gab es ebenfalls ein geheimes Treffen zwischen H. und Ratzinger. Das alles liest sich spannender als jeder Thriller und ist – man würde es sich so sehr wünschen! – leider nicht erfunden. Neben dem Buch gibt es noch ein Theaterstück sowie einen Film. »Die Kirche muss ihre Archive freigeben. Sie muss Fehler und Versagen eingestehen.«
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Marcus Bensmann nimmt sich Zeit, redet mit den Menschen, hört zu, findet Quellen und Zeugen und öffnet einen anderen Blick. Seit 2014 arbeitet er als Senior-Reporter für CORRECTIV und hat unter anderem zum Abschuss des Flugs MH-17, zur Finanzierung der AfD und zu gepanschten Krebsmitteln aus der Alten Apotheke recherchiert. Wenn er sich nicht mit Russland, der AfD oder dem Papst beschäftigt, hört er gern Opern und spielt Schach.
Beiträge
Das investigative Sachbuch von Marcus Bensmann und Anna Kassin beleuchtet systematischen sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche und die jahrzehntelange Vertuschung durch kirchliche Strukturen. Ausgangspunkt der Recherche ist ein einzelner Fall eines Betroffenen, der Jahrzehnte nach dem erlittenen Missbrauch seinem Täter gegenübersteht. Aus dieser persönlichen Geschichte entwickelt sich eine internationale investigative Spurensuche. Die Journalisten stoßen auf ein weitreichendes Netzwerk aus Dokumenten, Briefen und internen Berichten, die bis in den Vatikan führen. Immer wieder zeigt sich ein ähnliches Muster: Vorwürfe gegen Priester werden gemeldet, Berichte erstellt und nach Rom geschickt – doch echte Konsequenzen bleiben häufig aus oder werden hinausgezögert. Statt Aufklärung steht vielerorts der Schutz der Institution im Vordergrund. Ein erschütterndes, aber enorm wichtiges Buch. Die Recherche ist hervorragend aufbereitet und zeigt, wie investigativer Journalismus gesellschaftliche Missstände sichtbar machen kann. Besonders beeindruckend ist, dass die Arbeit nicht beim Buch endet: Die Geschichte wurde filmisch dokumentiert, es gab Theater-Inszenierungen, und Petitionen sowie öffentliche Diskussionen, die zusätzlichen Druck für Aufklärung erzeugen. Diese Verbindung aus Journalismus, Kultur und Aktivismus macht das Projekt außergewöhnlich. Es zeigt, wie Geschichten von Betroffenen gehört werden können und wie Öffentlichkeit entsteht, die Veränderungen anstößt. Ein mutiges Buch, das Missstände klar benennt und gleichzeitig zeigt, wie wichtig Aufarbeitung und gesellschaftliches Engagement sind.
»Die Kirche muss ihre Archive freigeben. Sie muss Fehler und Versagen eingestehen.«
Von Missbrauch seitens Geistlichen hört man immer wieder und dieser ist – leider – nichts Neues. Neu ist jedoch das Ausmaß von Missbrauchsopfern, Tätern und dem System, welches Letztere rigoros geschützt hat und immer noch schützt. Dabei hatte der ehemalige Papst Benedikt XVI., der öffentlich für eine Aufklärung stand, eine große Verantwortung. Joseph Ratzinger war von 1981 bis zu seiner Ernennung als Papst im Jahr 2005 Präfekt der Glaubenskongregation in Rom. Somit erreichten ihn unzähligen Briefe von Kirchlichen aus der ganzen Welt, die sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester schilderten. Er war in der Verantwortung die geschilderten Fälle ernst zu nehmen und genau das tat er – nicht! Er versetzte Pfarrer in andere Bistümer, wo sie dennoch wieder Umgang mit Kindern hatten, ordnete das Trinken von Traubensaft anstelle von Wein an, um damit das System der Vertuschung und des Schweigens – wofür die Kirche seither steht – aufrecht zu erhalten. Die Opfer – Kinder(!) – zählten, nicht nur für ihn, weniger als die Priester, deren Würde, Ansehen und Glaubhaftigkeit es viel mehr zu schützen galt. In solchen Fällen spielt die Kirche auf Zeit. Gleichfalls bei der Aufarbeitung der Schuld des ehemaligen Papstes. Denn immer noch wird seine Verantwortung klein gehalten. Dabei wurde eine transparente Aufarbeitung versprochen. Ebenso ging man auch beim Fall Peter H. vor. Dieser Priester missbrauchte nachweislich ab 1973 bis mindestens 2008 Kinder. Die Kirche – auch Ratzinger – wusste davon und versetzte H. aufgrund der Tatsache in mehrere andere Bistümer. So konnte er seine Vergehen fortsetzen. Dabei haben viele die Taten von H. begünstigt und einige, wie der Weihbischof von Soden-Fraunhofen – der ihn beaufsichtigen sollte – aktiv geschützt und vor Gerüchten beschützt. Im Jahr 2000 gab es ebenfalls ein geheimes Treffen zwischen H. und Ratzinger. Das alles liest sich spannender als jeder Thriller und ist – man würde es sich so sehr wünschen! – leider nicht erfunden. Neben dem Buch gibt es noch ein Theaterstück sowie einen Film. »Die Kirche muss ihre Archive freigeben. Sie muss Fehler und Versagen eingestehen.«





